Umdenken bei der Telekom: Nokia Lumia 920 jetzt doch erhältlich – Indiz für eine Erfolgsgeschichte?

Michael Müller

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Erst nicht, nun doch. Die Telekom hat ab sofort das Nokia-Flaggschiff Lumia 920 im Angebot und bewirbt es vollmundig als „das innovativste Smartphone der Welt“. Dabei kündigte der Mobilfunkprovider genau wie o2 zum Marktstart des Windows-Phones noch an, das Gerät nicht vertreiben zu wollen. Aus Bonn heißt es, die Nachfrage der Kunden sei der ausschlaggebende Punkt für das Umdenken. Lässt dies Schlüsse auf den Erfolg von Windows Phone 8 und Nokias Lumia-Reihe zu? Immerhin ist die Telekom Deutschlands größter Mobilfunkanbieter. Ein willkommener Anlass, sich umzuhören.

Lumia-Engpässe wohin man schaut

Die Marktwirtschaft wird beherrscht von Angebot und Nachfrage. Meistens jedenfalls. Sollte die Telekom ihr Geschäft nach den Grundzügen dieses Systems ausrichten, so liefert der Mobilfunkanbieter jetzt einen lupenreinen Indikator dafür, dass sich das Nokia Lumia 920 tatsächlich sehr gut verkauft. Bisher gibt es keine offiziellen Angaben zu Verkaufszahlen von Lumia- oder Windows-Phones, weder seitens Nokia, noch von Microsoft. Auch halten sich die Mobilfunk-Carrier bedeckt. Fest steht, dass insbesondere das Lumia 920 vielerorts sehr schwer zu bekommen ist. Bei Amazon beispielsweise ist das Smartphone in schwarz nicht auf Lager, ein voraussichtliches Lieferdatum gibt es nicht. Lediglich in gelb oder gloss white sind gerade (15:30 Uhr) noch ein paar wenige Einzelstücke vorhanden, die allerdings bei der großen Reichweite von Amazon in kürzester Zeit vergriffen sein sollten.

Klingt nach einer Erfolgsstory. Allerdings nur dann, wenn Nokia die Nachfrage auch wirklich mit ausreichendem Angebot bedient. Stichwort Marktwirtschaft. Möglich wäre nämlich auch, dass Nokia einfach nicht mit dem Andrang Schritt halten kann – in der Folge gibt es zu wenige Geräte für zu viele potentielle Abnehmer. Ebenfalls denkbar ist, dass die Produktionskapazitäten zur Markteinführung bewusst nicht voll ausgelastet wurden. Aus Gründen der Vorsicht. Oder aus taktischem Anlass, um die Nachfrage durch Lieferengpässe anzuheizen – und Texte wie diesen zu generieren, der durch die Salami-Taktik der Finnen bezüglich offizieller Verkaufszahlen entsteht.

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Ist der Preis selbstbewusst, weltfremd oder einfach nur stimmig?

Interessant ist auch die Preisgestaltung des Lumia 920. Ob das am Weihnachtsgeschäft liegt, an womöglich geringen Rabattierungen gegenüber der Telekom seitens Nokia, oder eben einfach an der hohen existierenden Nachfrage: ein großes Fragezeichen. Im Tarif Complete Mobil M kostet das Lumia 920 satte 229,95 Euro Aufpreis. Selbst mit der monatlich 89,95 Euro teuren XL-Version verlangt die Telekom 119,95 Euro. Puh. Stolzer Preis. Zum Vergleich: das trendbehaftete iPhone 5 mit 16 Gigabyte Speicher kostet im Complete M exakt genauso viel – ist im Complete XL allerdings schon für einen Euro zu haben. Was ist da los? Ein Nokia-Smartphone teurer als ein Apfel? Sollten diese Werte vom Markt bestimmt sein, wäre dies die größte Überraschung des Jahres. Bei den Verkaufsrekorden des iPhone 5 allerdings mehr als unrealistisch.

Der Griff zum Telefonhörer erweist sich – erwartungsgemäß – wenig aufschlussreich. Von Nokia keine Informationen zu aktuellen Verkaufszahlen. Keine Trends. Nichts. Seitens der Telekom-Pressestelle heißt es, man biete das Lumia 920 jetzt an, da man „eine hohe Nachfrage nach dem Produkt“ verzeichne und man gleichzeitig auch das Angebot LTE-fähiger Endgeräte ausweite. Auch hier kein Wort zu aktuellen Verkaufszahlen. Schade.

So kann man Nokia nur wünschen, dass Lieferengpässe und Endkundenpreise auf die hohe Nachfrage zurückzuführen sind. Und nicht auf Fehleinschätzungen in der Produktion. Immerhin: die öffentlichen Entwicklungen zeigen einen Trend auf. Einen positiven Trend für zwei Totgeglaubte: Nokia und Microsoft. Dies unterstützt meinen Lobgesang auf die Strategie aus Redmond, solange die Versprechungen und der Content auf Windows Phones eingehalten werden. Nicht, dass am Ende der positive Trend noch durch deprimierte und enttäuschte Kunden erstickt wird. Machte doch nicht zuletzt Jürgen im Selbstversuch eher ernüchternde Erfahrungen mit den erstickten Killerfunktionen eines Lumia-Testgerätes. Ich drücke die Daumen. Denn Wettbewerb ist ja glücklicherweise aus Kundensicht stets willkommen.

Bild: Nokia

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Michael tritt seit 2012 in über 140 Beiträgen den Beweis an, trotz seines Allerweltnamens real existent zu sein. Nach Abschluss seines Wirtschaftsstudiums arbeitete er einige Jahre als PR-Berater, bevor er 2016 als Tech-Kommunikator bei einem deutschen Spezialglas-Hersteller einstieg.