Nokia stellt Lumia 520 und 720 vor – einmal überfällig, einmal überflüssig

Christian Wolf

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Microsoft und sein Best Buddy Nokia setzen offensichtlich viel daran, Windows Phone in allen Klassen als Android-Konkurrenten aufzubauen. Mit Blick auf den aktuellen Marktanteil des Systems von weltweit rund 3 Prozent mag dieser Schluss natürlich fast lächerlich erscheinen. Legt man jedoch die Ausrichtung des Geräte-Portfolios zugrunde, verschwindet schnell jeder Zweifel – spätestens seit heute. Denn Nokia fokussiert auch mit Windows Phone nun unübersehbar den Niedrigpreissektor und setzt auf sinkende Einstiegspreise, um seine Lumia-Serie in den (Massen-)Markt zu drücken. Zudem haben sich die Finnen zum Ziel gesetzt, in jeder Klasse und für nahezu jeden Geldbeutel mindestens ein Lumia-Smartphone zu offerieren.

Lumia 520 – überfälliges Einstiegsmodell

Als neues Einstiegsmodell fungiert ab sofort das Lumia 520 zum Endpreis von 199 Euro. In die Mittelklasse schiebt Nokia zudem das Lumia 720 für 379 Euro. Anders als das – von Jürgen nicht ganz zu Unrecht einst als Totgeburt bezeichnete – Lumia 610 ist das ab dem zweiten Quartal erhältliche Lumia 520 aber keine Ansammlung von Komponenten, die man noch irgendwo in einer dunklen Ecke im Lager gefunden hat.

Neben einem (auch per Handschuh bedienbaren) 4-Zoll-Display mit einer Auflösung von 800 x 480 Pixeln finden sich ein Qualcomm Snapdragon S4 mit zwei Kernen und 1 GHz Taktrate, 512 MB RAM, 8 GB Speicher, der sich via microSD-Karte um bis zu 64 GB erweitern lässt und eine 5-Megapixel-Kamera. Einzig der Akku fällt mit 1.430 mAh etwas schmal aus.

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Lumia 720 – enttäuschende Specs

Das teurere Lumia 720 sollte eigentlich etwas mehr zu bieten haben, enttäuscht aber angesichts des Preises beim Blick in die Specs und kann seine Berechtigung zwischen Lumia 620 sowie 820 nur schwer geltend machen. So verfügt das Midrange-Phone über ein 4,3-Zoll-Display mit gleicher Auflösung und basiert ebenfalls auf einer älteren Snapdragon-S4-CPU mit 1 GHz. (Ohnehin bleibt unklar, warum Nokia bei neuen Geräten nicht auf die jüngste Generation an Qualcomm-Chips setzt. Aber sei es drum.)

Die übrige Ausstattung umfasst 512 MB RAM, 8 GB Speicher (auf 64 GB erweiterbar) und eine 6,7-Megapixel-Kamera – letztere soll auch bei schlechten Lichtverhältnisse noch brauchbare Fotos schießen. Quod esset demonstrandum. Der Akku scheint mit 2.000 mAh ausreichend dimensioniert. Zudem gibt es noch NFC-Unterstützung und eine 1,3-Megapixel-Frontkamera. Das Lumia 720 liegt ebenfalls ab dem zweiten Quartal bei den Händlern.

Here-Dienste ab sofort für alle WP-8-Smartphones verfügbar

Wer bereits über ein Windows Phone mit der aktuellen Version 8 verfügt, das nicht von Nokia kommt, dürfte sich über eine weitere Ankündigung freuen: So stehen die Kartenlösung Here Maps, das globale Gratis-Navi Here Drive und der ÖPNV-Wegweiser Here Transit ab sofort auf allen WP-8-Geräten zur Verfügung. Für Nutzer von Windows Phone 7.8 bleibt hingegen (mal wieder) nur die bittere Erkenntnis, dass sie auf dem Abstellgleis stehen.

Andererseits ist selbst das nicht klar, denn vor nicht allzu langer Zeit verkündete Microsoft noch, die Altversion als OS für den Niedrigpreissektor einsetzen zu wollen. Spätestens seit der 4Afrika-Initiative und einem ersten Smartphone auf WP-8-Basis hat es aber den Anschein, dass WP 7.8 auch dafür bereits abgehakt ist.

Bild: Screenshot Nokia-PK

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Christian Wolf wird am Telefon oft mit "Wulff" angesprochen, obwohl er niemals Bundespräsident war und rast gerne mit seinem Fahrrad durch Köln. Er hat von 2011 bis 2014 für BASIC thinking geschrieben.