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Touché 4 LG: Burlesker Schlagabtausch am Times Square um das Galaxy S4

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geschrieben von Michael Müller

Spitzfindig. Ein Wort, das man eher selten benutzt. Und im jetzigen Zusammenhang doch sehr trefflich die Mittel beschreibt, mit denen LG den südkoreanischen Landsleuten von Samsung in die Parade fährt. Mit der sehr gelungenen Banner-Platzierung auf dem New Yorker Times Square instrumentalisiert LG den überzogenen Hype um die Vorstellung des Galaxy S4 für eigene Zwecke. Und schafft es so in die Schlagzeilen – Touché, LG!

Auf geht’s in neue Galaxien

Schon bald ist es so weit: Samsung läutet mit dem Galaxy S4 die nächste Runde im heiß umkämpften Smartphone-Sektor ein. Dies hat auch LG erkannt und macht sich kurzerhand die massive Medienkampagne der Konkurrenz zu Nutzen. Am Times Square in New York schaltete LG jetzt eine riesige Werbung mit dem Slogan: „LG Optimus G is here 4 you now!“. Dieser Satz zielt direkt auf die in NY allgegenwärtige Samsung-Werbung für das anstehende Galaxy S4 an, nämlich „Be ready 4 the next Galaxy“. Dabei haben die Marketing-Experten von LG gute Arbeit gemacht, indem sie die zentrale Anspielung auf die vierte Galaxy-Generation („4“) mit einem Augenzwinkern entkräften und auf das eigene, schon längere Zeit lieferbare Produkt, das Optimus G, übertragen.

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In diesem Kontext witzig ist, dass es nach jetzigem Kenntnisstand tatsächlich so aussieht, als bringe Samsung mit dem S4 eine schlichte Geräte-Evolution des bekannten und sehr erfolgreichen Galaxy S3 heraus. In Anbetracht der massiv emotionsgeladenen und Teaser-behafteten Werbekampagne im Voraus ein Spiel mit dem Feuer, sind so die Erwartungen in der Öffentlichkeit hoch. Vielleicht sogar zu hoch?

LG Optimus G als S4-Alternative

Im Internet tauchten in den letzten Tagen Bilder und Videos eines bisher unbekannten Samsung-Smartphones auf, bei dem es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um das Galaxy S4 handelt. Am Donnerstag veröffentlichte die chinesische Website IT168 Bilder eines seriennahen Prototyps, der dem endgültigen Galaxy S4 sehr nahe kommen soll. Dieser zeigt sich in Hartplastik, ist größer als das S3 und unaufregend Samsung-typisch im Design. Kommt es tatsächlich in dieser Form, wäre ich persönlich enttäuscht. Emotionslos, zweckmäßig – selbst ein kleiner Player wie HTC zeigt mit dem One, dass gutes Design und tolle Materialien begeistern. Beim vorherrschenden Smartphone-Einheitsbrei zwei der wenigen übrigen Alleinstellungsmerkmale.

Der seriennahe Prototyp des Galaxy S4 - glaubt man den Quellen, wird das S4 exakt so aussehen.

Der seriennahe Prototyp des Galaxy S4 – glaubt man den Quellen, wird das S4 exakt so aussehen.

Abgesehen vom Design wird das S4 im Inneren zu überzeugen wissen. Gerüchte sprechen von einem Achtkern-Prozessor mit vier leistungsstarken und zuschaltbaren Kernen, welche die vier energiesparenden Standard-Kerne bei Bedarf unterstützen. Neben 4,99-Zoll-HD-Display, 13-Megapixel-Kamera und einem hoffentlich starken Akku in jedem Fall beachtliche Spezifikationen. Zeitgemäß. Aber neben neuen Software-Features wie Eye-Tracking wirklich ausreichend, dem Hype gerecht zu werden?

Womöglich ahnt man auch bei LG, dass Samsung die selbst provozierte Spannung und Erwartungshaltung mit dem Galaxy S4 nur schwer bedienen werden kann. In weiser Voraussicht schaltete man das Optimus G-Banner, bietet das LG-Flaggschiff mit 4,7 Zoll großem IPS-HD-Display, Qualcomm S4 Vierkern-Snapdragon-Prozessor und LTE-Unterstützung doch sehr Ähnliches, wie das kommende S4. Dies gilt auch in Sachen Software – so kündigte LG erst heute an, zeitnah zahlreiche Eye-Tracking-Optionen im Optimus G Pro zu integrieren.

Egal wie es ausgeht: Ein Homerun für Südkorea

In der Nacht von Donnerstag auf Freitag (0 Uhr mitteleuropäische Zeit) stellt Samsung sein neues Smartphone-Flaggschiff Galaxy S4 in New York vor. Kollege Hayo ist für BASIC thinking live vor Ort, um alle Neuigkeiten zum neuen Galaxy aus erster Hand zu erfahren.

Nur noch wenige Stunden also, bis bekannt wird, ob LG mit seiner Werbekampagne gleich doppelt profitiert: einerseits frech das mediale Interesse von Samsung auf sich lenkte – andererseits mit dem Optimus G mit einem Produkt am Start ist, das es sogar schon lange vor der CES mit dem Galaxy S4 aufnehmen konnte. Und mit dem Optimus G Pro möglicherweise toppen kann. Man wird sehen.

Dünne Luft in der Oberklasse. Gute Luft in Südkorea.

Bilder: Newswire.co.kr, IT168.com (Screenshot)


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Über den Autor

Michael Müller

Michael tritt seit 2012 in über 140 Beiträgen den Beweis an, trotz seines Allerweltnamens real existent zu sein. Seit Abschluss seines Wirtschaftsstudiums arbeitet er als Kommunikationsberater für namhafte Technologie-Firmen, kann und möchte das Schreiben aber nicht sein lassen.

4 Kommentare

  • das galaxy s4 soll also 5 zoll haben? oh, verzeihung. 4,99 zoll. das galaxy note 3 bekommt dann direkt 6,5 zoll oder wie?

    gibt es in zukunft auch noch geräte für menschen die keine goliath-hände wie mülleimer deckel haben?

  • Ich beobachte diesen Trend auch mit Skepsis. Das S3 ist schon riesig und hart an der Grenze. Und ich habe nun wirklich keine kleinen Hände!

    Was ich in Zusammenhang mit dieser Tendenz noch ganz lustig fand: Nach Aussage von Apple-Marketingchef Phil Schiller wachsen die Android-Geräte nur deshalb immer weiter, damit der Akku klammheimlich vergrößert werden kann, um bessere Laufzeiten zu erzielen. Natürlich mit dem Verweis darauf, dass Apple einen anderen Weg geht und mit dem iPhone 5 auch (schon) im handlichen 4-Zoll-Format hervorragende Laufzeiten zaubert 😉

  • Solche Werbemaßnahmen machen das Getümmel aus Plakaten und Bildern doch erst wieder richtig spannend. Auch ich nutze das S3 und bin vollkommen zufrieden damit. Zunächst skeptisch wegen der Bildschirmgröße, kann ich mir jetzt nichts kleineres mehr vorstellen.

    Allerdings ist meiner Meinung nach immer besser, schneller, greller und größer kein Muss! Hat man das für sich passende Format gefunden, kann man es doch bitte auch die nächsten 2 Jahre mal nutzen und muss sich nicht auf jedes neue Produkt stürzen. Ziel ist es Internetformate den Bildschirmen anzupassen und nicht die Bildschirme den 46 Zoll Flatscreens. Go mobile!

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