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Drei Stunden Google-Evolution: Die I/O-Keynote in der Zusammenfassung

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Sundar Pinchai, Chef von Googles Android- und Chrome OS-Sparte hatte uns schon vorgewarnt, nicht zu viel von der I/O-Konferenz zu erwarten und er sollte Recht behalten. Statt großer Überraschungen wurden viele Kleinigkeiten vorgestellt.

Google startet Musik-Streaming, Spotify kann vorerst aufatmen

Die wohl größte Ankündigung, die allerdings auch erwartet wurde, war der Musik-Streaming-Dienst, den Google vorgestellt hat. Unter dem etwas komplizierten Namen „Google Play Music All Access“ bekommt man für 9,99 Dollar mobilen und stationären Streaming-Zugang zu Millionen Songs und kann Playlisten erstellen oder sich vorschlagen lassen. Wann der Dienst nach Deutschland kommt, ist noch unklar.

Spotify wird bei der Ankündigung vermutlich ein wenig aufgeatmet haben, denn die große Killer-Applikation ist das noch nicht, zumal eine kostenlose und werbefinanzierte Version fehlt.

Allerdings deutete Paul Joyce, Produktmanager von All Access an, dass der Service später auch auf anderen Plattformen zu finden sein und wahrscheinlich mit anderen Diensten wie Google+ sowie YouTube verzahnt wird. Dann könnte es nochmal interessant werden.

Live-Streaming bei Youtube – und vermutlich nicht in Deutschland

Apropos YouTube: Die wohl interessanteste Neuerung ist, dass man das Live-Streaming ausbauen wird. Jeder, der einen YouTube-Kanal mit mehr als 1.000 Abonnenten hat, kann das Feature selbst freischalten. Die Qualität wird in Echtzeit in der Cloud in verschiedene Qualitätsstufen transkodiert, man kann Werbung einblenden und mehrere Kamerawinkel aufnehmen und der Live-Stream kann auf jedem x-beliebigen Gerät verfolgt werden.

Der Schritt, die YouTube Live-Funktion für nahezu jeden zu öffnen, könnte zu einem Boom an Live-Streams führen – voraussichtlich aber nicht in Deutschland, denn hierzulande braucht man ab 500 Zuschauern eine Sendelizenz. Vielleicht kommt irgendein Politiker mal bitte auf die Idee, die heutzutage sinnlose Regulierung zu reformieren.

Google Maps wird personalisiert, Google Suche versteht den User

Auch anderen Google-Produkten wurden neue Funktionen spendiert – vor allem Google Maps und Google Search profitieren davon. Google Maps wurde redesigned und personalisiert. Die Karte merkt sich beispielsweise Orte, nach denen man häufig gesucht hat und schlägt beispielsweise passende Restaurants vor. Auch Empfehlungen und standardisierte 5-Sterne-Bewertungen werden angezeigt – sogar Staus soll Google Maps umfahren können. Alles nett und schön, aber in der Praxis muss es sich erst bewähren. Und die große Revolution ist es leider nicht.

Gleiches gilt für die Suche. Man kann nun auch über Sprachbefehle am Desktop suchen und bekommt eine gesprochene Antwort. Interessant ist, dass man nicht mehr das Mikrofon-Zeichen in der Suchleiste klicken muss, sondern lediglich „OK, Google“ sagt. Heißt das nicht im Umkehrschluss, dass Google die ganze Zeit das Mikrofon abhört? Das dürfte einigen Usern weniger gefallen.

Auch wird der Knowledge Graph tiefer in die Google-Suche integriert. Wer nach China sucht, bekommt so etwa die Bevölkerungszahlen für Indien und die USA angezeigt. Praktisch und technisch sicherlich aufwändig – für den User aber nicht wirklich revolutionär.

Redesign bei Google+, Geldbeträge per Gmail-Anhang verschicken

Neben den vier „größeren“ Themen wurden zahlreiche kleinere Details vorgestellt: Über Google Wallet auf dem Android-Handy kann man nun mit nur einem Knopfdruck Einkäufe tätigen, Google Wallet-Geldbeträge lassen sich per Gmail auch als E-Mail-Anhang verschicken, Google+ bekommt ein Pinterest-ähnliches Redesign, Hashtags und Foto-Filter und über Google Play kann man nun auch mit mehreren Geräten gleichzeitig spielen.

Das sind alles feine Sachen, aber der Wow-Effekt bleibt aus. Vielleicht kommt der noch, es war ja erst der erste Tag. Vielleicht muss man sich aber auch damit begnügen, dass Google Glass vom letzten Jahr nur schwer zu toppen ist und Google es daher erst gar nicht versucht.

Bild: Google

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Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

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