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Kommt die Gbox? Google bastelt angeblich an einer eigenen Spielekonsole

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Und wieder Neuigkeiten aus dem Hause Google: Um das hauseigene Ökosystem weiter auszubauen, soll der Suchmaschinenkonzern nach Informationen des „Wall Street Journal“ sowohl an einer eigenen Spielekonsole als auch einer SmartWatch arbeiten – beide natürlich auf Android-Basis.

850.000 Apps vom Start weg

Ein logischer Schritt, der sich bezahlt machen könnte. Android ist jetzt schon das populärste Betriebssystem auf Smartphones und Tablets; 850.000 Apps gibt es im Google Play Store. Ein Teil davon sind natürlich auch Spiele, sodass eine Spielekonsole aus Mountain View sofort mit einem großen Angebot an Games, aber auch anderen praktischen Apps starten würde.

Ein weiterer Vorteil: Mit Google TV hat Google schon ein Gerät im Portfolio, dass man gerne in mehr Wohnzimmern sehen würde. Mit einem entsprechenden Entertainment-Angebot auf der Konsole könnte diese zur ersten Anlaufstelle im Wohnzimmer werden. Natürlich ist auch vorstellbar, dass die beiden Geräte vereint werden.

Google sucht Konkurrenz zur Xbox One

Hinzu kommt, dass Sony und Microsoft gerade ihre neuen Konsolen angekündigt haben und sich deren Strategie abzeichnet: Die PlayStation 4 richtet sich eher an Hardcore-Gamer, die Xbox One fokussiert sich eher auf die Unterhaltung im Wohnzimmer.

Zwar haben sich die beiden Konkurrenten zuletzt in ihrer strategischen Ausrichtung etwas angenähert, doch es scheint, als ob Google mit seiner Android-Konsole und Casual Games eher die Konkurrenz zu Microsoft suchen würde. Dass Microsoft bei der Vorstellung der Xbox One keine gute Figur abgegeben hat, wird Google wohl kaum stören.

Natürlich ist es zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch Spekulation, aber es ist auch vorstellbar, dass die Spielekonsole mit Google Glass und dem Android-Smartphone des Besitzers verzahnt wird. Zusätzliche Screens, zusätzliche Bedienelemente – vieles ist denkbar. Jedenfalls erscheint somit die jüngste Anstellung von Noah Falstein als „Chief Game Designer“ in einem ganz neuen Licht.

Top-Games fehlen, Android ist fragmentiert

Gleichzeitig hat Google aber noch ein paar Hürden zu meistern – vor allem bei der Qualität der Spiele-Apps. Sicherlich gibt es auch hochkarätige Games im Google Play Store, doch zahlreiche der beliebtesten iOS-Spiele gibt es noch nicht in einer Android-Version, unter anderem „Draw Something 2“.

Das zweite Problem ist die Fragmentierung von Android. Es wird gemunkelt, dass im Herbst eine neue Version des Betriebssystems vorgestellt wird, doch die Android-Community lässt sich beim Updaten (gezwungenermaßen) oft viel Zeit. Die jüngste Version Jelly Bean läuft jedenfalls nur auf einem Drittel aller Geräte, die im Dezember 2010 vorgestellte Version Gingerbread ist immer noch am stärksten vertreten. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass Low-End-Smartphones mit Jelly Bean überfordert wären – ein Umstand, den Google bei der neuen Version ausräumen möchte.

SmartWatch, neues Nexus Q

Laut „WSJ“ arbeitet Google übrigens nicht nur an besagter Spielekonsole. Wie schon länger gemunkelt wird, soll auch bald eine intelligente Armbanduhr vorgestellt werden, um der Apple-Konkurrenz zuvor zu kommen.

Und dann dürften sich manche Fans Hoffnungen auf eine Neuauflage des klammheimlich in der Versenkung verschwundenen Nexus Q machen. Zur Erinnerung: Das Home-Entertainment-System wurde zwar vorgestellt, fand aber nie den Weg in die Verkaufsregale. Doch offensichtlich gibt Google nicht auf und arbeitet gerade an einer zweiten Version.

Wie grenzen sich die Geräte voneinander ab?

Zahlreiche gute Neuigkeiten für Google-Fans also, doch gleichzeitig stellt sich auch die Frage, wie sich die drei Google-Geräte – Google TV, Nexus Q und eine Spielekonsole – Wohnzimmer voneinander abgrenzen sollen.

Man sollte vorsichtig sein, dass der Kunde von dem Überangebot nicht verwirrt wird und dann aus Verlegenheit doch auf die All-in-One-Box eines Konkurrenten zurückgreift. Aber allem Anschein nach sind die Gerüchte noch sehr jung, sodass das letzte Wort wohl noch nicht gesprochen sein dürfte.

Bild: boy with joystick playing computer game / Shutterstock


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Über den Autor

Robert Vossen

Robert Vossen hat erst Los Angeles den Rücken gekehrt und dann leider auch BASIC thinking. Von 2012 bis 2013 hat er über 300 Artikel hier veröffentlicht.

13 Kommentare

  • hmm bisschen fragewürdig warum ihr gerade draw something2 erwähnt wenn es um eine konsole und hochkarätige spiele geht. für mich ist es erstens kein spiel für einen konsole und dazu verstehe ich in dem zusammenhang unter hochkarätig etwas anderes.

    • Das war im Vergleich mit iOS gemeint, also hochkarätig im Sinne von beliebt. Und Draw Something ist nun mal beliebt und nicht auf Android zu haben. Wäre jetzt sicherlich nicht der Grund, eine Konsole zu kaufen, aber ich glaube, dass der Casual Games-Markt in Zukunft wichtiger wird. Ist aber Glaskugel-Lesen.

      Hier der Auszug aus dem TechCrunch-Artikel, welche beliebten iOS-Games bei Android fehlen:
      Included in this group were Draw Something 2, Robot Unicorn Attack 2, and Sonic Dash on the free side of things, and Kick the Buddy: No Mercy and Teenage Mutant Ninja Turtles: Rooftop Run, among the paid apps.

  • „Top-Games fehlen, Android ist fragmentiert“

    Gerade eine Spielkonsole könnte durchaus der Android Versionsfragmentierung Entgegenwirken, indem sie mit Android-Smartphone des Besitzers verzahnt und dabei „Alte Zöpfe“ bzw. Versionen „abgeschnitten“ werden.
    Auch würde ich hier weniger von einer Android, mehr von einer „Open GL“ Konsole sprechen den der wahre Kampf findet hier weniger zwischen „Windows“, „Android“, MacOS oder Linux sondern zwischen den Schnittstellen „DirectX“ oder „OpenGL“ statt, was bedeutet „DirectX“ Windows und XBox only oder das freie „OpenGL“ für den Rest also von Linux über Android bis zum MacOS.
    OpenGL war eigentlich vor 10 Jahren schon Totgesagt und erlebt dank der mobilen Geräten gerade ein Comeback, so das es nun auch verstärkt auf den Desktop zurückkehrt und die Windows Vorherrschaft bei Spielen Angreift.
    Große Publischer wie „EA“ oder „Activision“ sperren sich zwar noch ihre Block Buster Desktop Spiele auch unter „OpenGL“ für andere OS als Windows zu veröffentlichen, aber gerade hier könnte Google mit seiner Android Marktmacht die Lage ändern, Microsoft würde mit einer Android – Spielkonsole also nicht nur bei der Xbox angegriffen werden sondern letztendlich auch auf dem PC Desktop

  • Handyspiele sind keine richtigen Spiele, zumindest werde ich diese nicht als solche ansehen (weshalb ich Ouya auch nicht unterstütze). Google soll ruhig eine richtige Konsole machen, dann hat man die Wahl ob Microsoft oder Google die Daten von einem bekommt, am besten noch mit Google Glass kombinierbar.
    Die Qualität der Spiele ist allgemein durch die Multiplatform- Spiele gesunken, in dieser Hinsicht macht eine weitere Konsole keinen Sinn.

  • Also ich würde mich über eine Konsole von Google freuen. Es gibt ja bereits die OUYA, welche auch auf Android basiert, aber so richtig zufrieden bin ich mit dem Teil nicht. Mir erscheint es auch durchaus logisch, da Google in letzter Zeit viel in die Zukunft investiert.

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