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Couch mit Gamepad fernsteuern: Studentenprojekt zeigt, was mit alltäglichen Gegenständen möglich ist

robocouch
geschrieben von Sven Wernicke

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Eine ferngesteuerte Couch? Nur Quatsch? Keineswegs, denn die sogenannte Robocouch ist ein Projekt von Studenten der australischen University of New South Wales (UNSW). Hierzulande würde man vielleicht nach „Verschwendung von Steuergeldern“ schreien, doch bei genauerer Betrachtung ist der Ansatz kein schlechter.

Eine Gruppe von Ingenieur-Studenten werkelte rund ein Jahr lang an dem Konzept einer Couch, die mittels eines Xbox-360-Controllers gesteuert werden kann. Schöpfer Steph McArthur, im dritten Jahr seines Studiums, und sein Kollege Will Andrew hatten zu Beginn tatsächlich nur einen Witz im Kopf. Es war ein Scherz unter Freunden. Doch schnell wurde aus der Idee ein echtes Projekt, denn die in Sydney ansässige School of Electrical Engineering and Telecommunications unterstützte den Spaß finanziell.

Vom Spaß zum Studienprojekt

Nach und nach wuchs das Bestreben, eine wirklich ferngesteuerte Couch zu kreieren. Zuletzt arbeiteten neun Studenten an der sogenannten Robocouch – und ganz ohne Herausforderung war die Arbeit nicht. Denn zum einen mussten Mechanik und Elektronik aufeinander abgestimmt werden: Die vier Räder können sich unabhängig voneinander bewegen, jedes besitzt einen eigenständigen Motor. Dadurch ist das Sofa sehr flexibel und wendig.

Omnidirektionale Bewegungen des Zweisitzers seien kein Problem, dies war wohl auch die größte Schwierigkeit für die jungen Tüftler. Der Linux-basiere Minicomputer Raspberry Pi übernimmt die Kontrolle, an diesem Rechner hängt ein Xbox-360-Controller, der über USB angeschlossen wurde. Der Programmieraufwand dürfte ebenfalls recht groß gewesen sein. Das Ziel für später ist es, dass sich die Robocouch komplett alleine umher bewegt. Hierfür wären sicherlich noch etliche Sensoren nötig.

Zukunftsvisionen

Am Tag der offenen Tür der Universität wurde die Robocouch vor ein paar Tagen der Öffentlichkeit vorgestellt. Wir werden sie wohl nicht so schnell zu Gesicht bekommen. So oder so ist das schon eine lustige, aber interessante Sache. Denn was spricht dagegen, wenn Studenten auf solch spielerische Art und Weise lernen, komplexere Konstruktionen zu erschaffen?

Und mal weiter gedacht: Wie wäre es denn mit einer sich bewegenden Couch in einem futuristischen Smart Home, in dem sowieso alles miteinander kommuniziert und mit dem Internet verbunden ist? Kommt man abends nach Hause, sieht die Wohnung etwas anders aus, weil die Möbelstücke neu angeordnet wurden? Irgendwie eine witzige Vorstellung.

Mit alltäglichen Gerätschaften eine Vision umsetzen

Sicherlich mag das keinen nennenswerten Praxisnutzen besitzen, aber machen wir uns nichts vor: Den haben viele Dinge der Gegenwart auch nicht. Ein Wasserkocher, den ich via App kontrollieren kann? Eine Waschmaschine mit Tablet-Anbindung? Haushaltsroboter? Es gibt gerade heutzutage so viel, das ich garantiert nicht zwingend benötige, aber deswegen noch lange nicht uninteressant finde. Ob’s einen Markt für die Robocouch gäbe? Schwer zu sagen: In Großraumbüros oder gar auf Messegeländen wären sich selbst bewegende Möbelstücke ganz sicher eine clevere Option, um sich schnell und automatisiert sich ändernden Bedürfnissen anzupassen.

Was mich grundsätzlich an Projekten wie die Robocouch fasziniert: Es scheint so einfach zu sein, mit alltäglichen Geräten Visionen in die Tat umzusetzen. Ikea-Couch, Motoren, Räder, etwas Technik, ein Raspberry – fertig ist eine neue Erfindung, die zumindest zu diesem Artikel angeregt hat…

Was haltet ihr von der Robocouch?

Bild: Screenshot, Video


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Über den Autor

Sven Wernicke

Sven liebt Gadgets. Vor allem verspielte, verrückte, aber auch lustige, unkonventionelle und praktische. Er hat 2014 ein paar Beiträge zu BASIC thinking beigesteuert.

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