Social Media

So wird heute kommuniziert: Die „Silver Generation“ erobert Facebook, Twitter dümpelt vor sich hin

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geschrieben von Jürgen Kroder

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Facebook ist auf dem absteigenden Ast, WhatsApp dominiert – diese und ähnliche Aussagen haben diverse Studien in den letzten Wochen ergeben. Eine neue Auswertung stößt ins gleiche Horn und bringt neue Zahlen zum Vorschein.

Facebook ist nicht mehr „in“

„Ich glaube, dass es Facebook in drei Jahren nicht mehr geben wird“ – das sagte kürzlich der CEO einer weltweit bekannten Werbeagentur. Eine gewagte These. Aber eine, die sich darauf stützt, was man in letzter Zeit immer wieder hört: Facebook ist nicht mehr so „in“ wie vor ein paar Jahren. Scheinbar wird das soziale Netzwerk immer uninteressanter. Zu diesem Ergebnis kam zum Beispiel kürzlich eine Investment Bank. Eine aktuelle Studie von Gallup, einem der führenden US-amerikanischen Marktforschungsinstitute, unterstreicht das in ihrem neuen Report namens „The New Era of Communication Among Americans“.

Im September hat das Institut 1.015 Amerikaner ab 18 Jahren zu ihrem Kommunikationsverhalten befragt. Das Ziel war es herauszufinden, wie die US-Bürger heutzutage sich mit Freunden und Bekannten austauschen. Hierbei gaben im Durchschnitt 20 Prozent an, dass sie soziale Netzwerke wie Facebook oder Instagram häufig nutzen, 35 Prozent nur gelegentlich. Und ganze 45 Prozent der Befragten meinten, sie würden das Zuckerberg’sche Netzwerk sowie die Mitbewerber gar nicht nutzen.

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Die silberne Generation vernetzt sich

Warum sind soziale Netze gar nicht (mehr) so beliebt wie gedacht? Ein Argument, das man immer wieder hört: Für Kids und Teenager sei beispielsweise Facebook „uncool“, weil sich hier auch ihre Eltern hier aufhalten würden. Die Gallup-Umfrage untermauert das: Von den 20 Prozent, die angaben, dass sie Facebook & Co. häufig benutzen würden, waren nur 38 Prozent im Alter zwischen 18 und 29 Jahre. Dagegen sind 20 Prozent zwischen 30 und 49, und 17 Prozent zwischen 50 und 64 Jahre. Und sechs Prozent über 65.

Das heißt, der Altersdurchschnitt von Facebook ist – zumindest bei den Probanden der Umfrage – recht hoch. Zusammengerechnet gehören 23 Prozent der sogenannten „Silver Generation“, also Menschen ab 50 Jahre, an.

Mails sind für alle da, WhatsApp nicht

Bei einem anderen Kommunikations-Medium sind die Altersunterschiede noch geringer: bei der E-Mail. Laut Gallup nutzen 54 Prozent der Silver Generation diesen Weg des Austausches häufig. Doch bei der Jugend ist die schnöde Mail trotzdem noch angesagt. 47 Prozent der 18- bis 29-Jährigen nutzen sie oft.

Während die Mail also mehr oder weniger Generationen-übergreifend häufig eingesetzt wird, gibt es bei Messengern allerdings eine große Kluft. Während nur 26 Prozent der 50- bis 64-Jährigen auf WhatsApp & Co. zur Verständigung nutzt, setzen 68 Prozent der jungen Zielgruppe darauf. Diese Erkenntnis deckt sich mit der, welche man kürzlich im „Media Activity Guide“ von ProSieben nachlesen konnte.

Obwohl kurze Texte sind „in“ sind, so kann Twitter davon nicht profitieren. Durchschnittlich nur vier Prozent der US-Amerikaner gaben an, den Kurznachrichtendienst oft zu benutzen. Damit landet dieser Kommunikationskanal auf dem letzten Platz.

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Fazit

Erstaunlich neue Erkenntnisse haben die Gallup-Zahlen nicht ergeben. Sie unterstreichen aber das, was man aus anderen Quellen – die teilweise sehr kritisch gesehen wurden – auch schon gehört hat: Facebook ist zwar wichtig, aber nicht mehr trendy; die Mail ist noch lange nicht tot und Messanger wie WhatsApp sind der Liebling unter den Kommunikationsmitteln. Und Twitter hat noch nicht die Herzen der breiten Masse erobert.

Wie seht ihr die Ergebnisse? Decken sich die Zahlen mit euren Erkenntnissen?

Bilder: Gallup


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Über den Autor

Jürgen Kroder

Jürgen bezeichnet sich als Blogger, Gamer, Tech-Nerd, Autor, Hobby-Fotograf, Medien-Junkie, Kreativer und Mensch. Er hat seine unzähligen Hobbies zum Beruf gemacht. Und seinen Beruf zum Hobby. Obwohl er in Mainz wohnt, isst er weiterhin gerne die Maultaschen aus seiner Heimat.

7 Kommentare

  • Ja, die Kids sind teilweise schon weg. Ich glaube, für B2c-Markem hat sich Facebook nie wirklich rentiert, mit einigen Ausnahmen vielleicht. Zumindest scheinen die Aktivitäten deutlich zurückzugehen. Mittlerweile entwickelt sich Facebook zu einem Tool für Persönlichkeiten, das Kollegen nutzen, auf dem sich Gruppen vernetzen und auf dem Junggesellenabschiede geplant werden

  • Häh, laut den letzten Quartalszahlen legt FB bei den Nutzerzahlen und Umsatz doch weiter zu?! Wie kommt man da zu dem Schluss, FB sei nicht mehr In?

  • Das erinnert mich an eine sehr gelungenen Beschreibung für den Unterschied zwischen Facebook und Twitter: auf Facebook sind die, mit denen wir zur Schule gegangen sind und auf Twitter die, mit denen wir gerne zur Schule gegangen wären.

    Twitter leidet für mich offenkundig an der geringen Interaktion. Das Interesse an einem Austausch ist meist gering. Ist ja auch etwas mühsam, sich immer auf 140 Zeichen zu beschränken. Doch selbst die Möglichkeit, etwas viral verbreiten zu können, wird sehr spärlich im Vergleich zu FB genutzt.

    Wir werden wohl in ein paar Jahren ernüchtert feststellen, dass wir die Netzmöglichkeiten eines gesellschaftlich relevanten Austausches mehrheitlich nicht genutzt haben. FB wird eine Mischung aus privatem Diary und Poesiealbum bleiben, in dem man sich über Schnappschüsse und ulkige Videos amüsiert und hier und da mal seine vorgefasste Meinung geigt. Twitter bleibt ein Gamificationprojekt mit intellektuellem Anspruch: Newsroulette mit Verehrer-Rangliste.

  • … und doch gibts im Eventmarketing für Kultur und Nachtleben keine Alternative. Online findet da praktisch alles auf Facebook statt.

  • Twitter hat noch nicht…?
    Sorry aber twitter existiert nicht erst seit gestern…sie haben es nicht geschafft und dabei bleibt es !

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