Digitale Nomaden

Ortsunabhängig Arbeiten: Entspannung für unterwegs

Digitale Nomaden Reisen Entspannen
geschrieben von Marinela Potor

Faul am Strand liegen oder schlafen bis mittags? Auch wenn viele sich das digitale Nomadenleben wie einen endlosen Urlaub vorstellen, sieht die Realität vieler Ortsunabhängiger ganz anders aus. Die meisten von uns rackern den größten Teil des Tages im Coworking Space oder sitzen im Hostel stundenlang angestrengt am Laptop. Dabei vergessen viele von uns im Arbeitsstress eins: Sich mal eine Auszeit zu gönnen. Gerade wenn ihr dabei so wie ich auch viel reist und nicht in einem vertrauten Umfeld seid, ist es nicht so leicht zwischen Reisestress und Arbeitsbelastung auch mal eine Pause zu machen. Dabei sollten gerade wir uns viel öfter das altbekannte Kit Kat Motto zu Herzen nehmen: Have a break!

Macht mal Urlaub

Selbst wenn ihr keine geregelten Arbeitszeiten habt oder sich durch Reisen keine Routine einstellen will, ist es wichtig, sich mal eine Auszeit zu gönnen. Für mich sind das zum Beispiel Tage, an denen ich mir komplett frei nehme. Am Anfang hatte ich dabei ein unglaublich schlechtes Gewissen. Wenn man weiß, dass da ein großer Arbeitsberg liegen bleibt, ist es auch sicherlich nicht einfach, die Arbeit mal Arbeit sein zu lassen. Natürlich sollt ihr euch nicht mitten in einem großen Projekt frei nehmen oder deswegen eure Deadlines versäumen. Trotzdem ist es wichtig, dass ihr nicht ununterbrochen rackert. Denn das schlaucht ganz schön und die Motivation ist so selbst beim tollsten Job der Welt schnell weg. Nehmt euch also ganz bewusst mal einen Tag komplett frei. Damit meine ich: Nicht ständig auf die Emails schielen, nicht mal schnell noch einen Blogpost schreiben und auch nicht mal eben noch einen Anruf tätigen. Klar habt ihr viel zu tun, aber ein freier Tag ist ideal, um Energie zu tanken, neue Ideen zu sammeln und es euch einfach mal gut gehen zu lassen. Dafür habt ihr ja auch diesen Lebensstil gewählt und da sollte auch kein schlechtes Gewissen aufkommen. Typische Arbeitnehmer haben schließlich auch ein ganzes Wochenende frei! Warum solltet ihr nicht auch mal Urlaub haben – auch wenn es nur eine Mini-Version ist?

Schaut also auf euren Terminkalender und sucht euch einen Tag, an dem ihr euch eine Pause gönnen könnt – und tut euch dann was Gutes! Ihr werdet merken, dass ihr so erstens feststellt, dass es tatsächlich machbar ist, sich einen Tag frei zu schaufeln und zweitens werdet ihr am nächsten Tag garantiert das doppelte Arbeitspensum schaffen, da ihr einfach ausgeruhter an die Arbeit geht. Freie Tage sollten sicher nicht in freie Wochen ausarten, aber auch digitale Nomaden brauchen einfach mal eine Auszeit.

Ihr seid an einem tollen Ort – genießt das!

Selbst wenn ausgiebige Entspannung oder ein ganzer freier Tag bei euch zeitlich aktuell nicht drin sind, könnt ihr dennoch Mittel und Wege finden, um euch eine Auszeit zu gönnen. Macht einen ausgedehnten Spaziergang am Strand, esst euer Mittagessen nicht am Laptop, sondern im Park, geht eine Runde joggen oder abends zur Salsa-Stunde. Ihr seid in einem aufregenden Ort, den ihr euch ausgesucht habt – genießt ihn! Selbst wenn ihr euch nur eine kleine Pause gönnen könnt, nutzt diese ausgiebig. Denn sonst ist der Frust schnell groß: „Warum bin ich eigentlich in diesem Strandparadies, wenn ich eh nur die ganze Zeit am Computer sitze? Weshalb habe ich mir diese tolle Stadt zum Leben ausgesucht, wenn ich nie etwas davon sehen kann?“ Plant also bewusst Aktivitäten, die euch den Ort näher bringen und euch den nötigen Entspannungskick für zwischendurch geben.

Freie Zeiteinteilung, ich komme

Jeder von uns hat ganz spezielle Dinge, die ihm dabei helfen zu entspannen. Das kann Yoga sein oder ins Kino gehen, in einem Buch schmökern oder mit Freunden einen Kaffee trinken gehen. Als digitale Nomaden seid ihr Herren eurer Zeit und eures Arbeitsplatzes – nutzt diese Freiheit ausgiebig, um euch genau diese kleinen Freuden des Alltags zu gönnen! Ihr müsst sehr früh morgens für Videokonferenzen mit Deutschland aufstehen? Dann gönnt euch danach ein Nickerchen oder macht mittags Yoga-Übungen am Strand. Egal was euch den Entspannungskick gibt, nutzt das, um schnell Energie tanken zu können. Digitale Nomaden landen viel zu schnell beim „ich muss noch dies tun oder ich sollte auf jeden Fall erst jenes erledigen” und vergessen dabei zu schnell, dass sie entscheiden, WANN sie etwas tun. Selbst wenn ihr also viel zu tun habt, könnt ihr immer noch über eure Zeiteinteilung entscheiden. Je bewusster ihr das tut, und je besser ihr auch ganz spezifische Pausen einplant mit kleinen Aktivitäten, die euch gut tun, umso entspannter und motivierter geht ihr auch wieder zurück an die Arbeit!

Ihr seid an den tollsten Orten der Welt

Ich finde, dass ich immer dann besonders meine Lebensweise genieße, wenn ich etwas tue, dass ich an keinem anderen Ort der Welt kann. Warum ununterbrochen im dunklen Hotelzimmer sitzen, wenn ich draußen auch frische Bergluft schnuppern kann? Ich arbeite zwar konzentrierter, wenn ich nicht sehr viel Landschaft um mich herum habe, dennoch kann ein kurzer Durchatmer zwischendurch sehr angenehm und erfrischend sein. Wenn ihr an einem Ort seid, an dem es die hippsten Cafés gibt – warum nicht mal ein paar Stunden von hier aus arbeiten? So könnt ihr mit kleinen Tricks die Vorzüge eurer Wahlheimat genießen und bekommt gleich einen neuen Kick für eure Arbeitsmotivation.

Die Entspannung gönn‘ ich mir

Während ein Spa-Erlebnis oder eine Wellness-Massage in Deutschland eher etwas für die Reichen und Schönen oder für die ganz besonderen Momente im Leben sind, wohnt ihr als digitale Nomaden meist an Orten, an denen diese Entspannungsbonbons tatsächlich erschwinglich sind. Warum also nicht mal einen Nachmittag mit Gurken im Gesicht verbringen? Darüber hinaus glaube ich, dass digitale Nomaden vom Rucksack tragen und von ihrer laptopkummen Haltung fast permanent Rückenschmerzen haben. Was hilft da besser als eine ausgiebige Massage? Auch hier gilt: Ihr habt den Vorteil, den viele nicht haben: Euer Wahlort bietet euch einmalige Entspanungsmöglichkeiten, die ihr euch sonst nie leisten könntet oder die ihr woanders gar nicht hab. Nutzt das ausgiebig!

Jetzt würde mich interessieren, wie ihr eigentlich entspannt. Was sind eure besten Entspannungsmethoden? Macht ihr viel Sport, unternehmt ihr kleine Reisen oder hattet ihr seid Jahren schon keinen Urlaub mehr? Ich freue mich wie immer auf eure Kommentare!


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Über den Autor

Marinela Potor

Marinela Potor hat als klassische Radiojournalistin angefangen, und ist dann unklassisch (und nicht ganz freiwillig) zur digitalen Nomadin geworden. Seit 3 Jahren reist sie um die Welt und schreibt zu politischen, sozialen und digitalen Themen.

4 Kommentare

  • Also ich bin seit einigen Jahren selbständig – es gibt gute und schlechte Monate. Wenn ein Monat gut läuft habe ich auch etwas mehr Zeit für Sport, sobald der Monat schlechter wird, bin ich meistens den ganzen tag im Büro. Urlaub gönne ich mir aber eigentlich jedes Jahr eine Woche. Das war es dann aber auch schon.

  • Bei mir ist Sport das beste Mittel zum entspannen. Wenn eine Crossfit Box in der Nähe ist gehts direkt dort hin. Ansonsten muss das nächste Gym herhalten.

    • WENN ich mich mal zum Sport machen aufraffen kann, wirkt das echt wunder. Nur bin ich meistens leider viel zu faul 🙁
      Wie machst du das denn unterwegs mit dem Sport? Gehst du einfach joggen oder wohnst du längere Zeit fest an einem Ort?

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