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Warum Twitter keine Beleidigungen von Donald Trump löscht

Christian Erxleben
Donald Trump will mit einer eigenen Social-Media-Plattform zurück ins Netz. (Pixabay.com / geralt)

Nicht erst seit gestern ist Twitter der liebste Kommunikationskanal von Donald Trump. Auch Gewaltandrohungen und Beleidigungen – wie zuletzt gegen Nordkorea – postet der US-Präsident dort. Obwohl derartige Tweets gegen die Richtlinien von Twitter verstoßen, lässt der Kurznachrichtendienst die Posts im Netzwerk.

Donald Trump und seine Wutausbrüche auf Twitter sind ein endloses Thema. Erst am Wochenende rief der US-Präsident die Fans zum Boykott der US-amerikanischen Football-Liga NFL auf – und kassierte dafür ordentlich Kritik von Fans, Spielern und Vereinsbesitzern.

Wenige Tage zuvor hatte Trump einen höchst explosiven Tweet abgesetzt. Darin drohte er Nordkorea und dem dort herrschenden Diktator Kim Jong-un mit der Auslöschung des Landes.

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Donald Trump verstößt gegen Richtlinien – und nichts passiert

Insbesondere der letzte Teil des Tweets – „werden nicht länger existieren“ – ist deutlich als Drohung zu verstehen. Damit verstößt Donald Trump eindeutig gegen die Verhaltensrichtlinien von Twitter.

Dort heißt es wörtlich: „Ihnen sind gewalttätige Drohungen oder Aufforderungen zur Gewalt gegen andere untersagt, einschließlich Drohungen oder Aufforderungen zu Terrorismus.“

Wer gegen diese Regeln verstößt, wird eigentlich zeitweise oder dauerhaft gesperrt. Trotzdem sind sowohl der Tweet als auch der Account des US-Präsidenten noch online.

Gewusst wie: In 7 Schritten zum blauen Haken auf Twitter

Da die aufkommende Kritik nicht verstummte, versuchte sich Biz Stone, Mitbegründer von Twitter, in einem Beitrag auf Medium zu erklären.

Darin erläuterte er zunächst, dass alle Accounts grundsätzlich gleich behandelt werden. Wenn ein Tweet gemeldet wird, werden verschiedene Faktoren überprüft. Diese entscheiden darüber, ob der Post tatsächlich vom Netzwerk entfernt wird.

Zwei dieser Kategorien sind der „Nachrichtenwert“ und das „öffentliche Interesse“ an einem Tweet. Beide zählen intern seit langer Zeit zum Leitfaden und sollen künftig auch der Öffentlichkeit besser vermittelt werden.

Ob Donald Trump gegen diese Richtlinien verstoßen hat, bleibt offen. Fest steht jedoch, dass die Aussagen des US-Präsidenten für Twitter offensichtlich stets Nachrichtenwert haben und somit auf der Plattform bleiben.

Damit legitimiert Twitter jeglichen Ausfall von Trump und macht sich zeitgleich freiwillig zum Instrument des Präsidenten.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.