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Visuelle Kommunikation, Teil 4: Infografiken verstehen und erstellen

Infografiken, Tabellen, Diagramme
Stephanie Kowalski erklärt, worauf du bei Infografiken achten musst. (Foto: Pixabay.com / FirmBee)
geschrieben von Stephanie Kowalski

Visuelle Inhalte ergänzen den wachsenden Drang der Nutzer, wichtige Informationen so effizient wie möglich zu erhalten. Mit Bildern kann visuelle Kommunikation – richtig gemacht – wirkungsvoller sein, als das geschriebene Wort. Infografiken und GIFs sind dabei immer wichtiger geworden. Im ersten Teil erkläre ich dir, wie du Infografiken erstellt und wirksam einsetzt.

Aus Erfahrung weiß ich, dass viele Social Media Manager, Freelancer und andere, die mit digitaler Kommunikation zu tun haben, laut stöhnen, wenn sie an die Vielzahl von Social-Media-Kanälen denken.

Schließlich will jeder einzelne Kanal mit einem qualitativ hochwertigen Inhalt bespielt werden. Gleichzeitig muss dieser relevant für die jeweilige Zielgruppe sein. Dabei geht es nicht nur um die Distribution von textuellen Inhalten. Auch visuelle Inhalte werden immer wichtiger. Gleichzeitig funktioniert aber auch nicht jedes Bildformat für jeden Social-Media-Kanal.

Beachtet man dann auch den Umstand, dass man die Kanäle fast täglich zu füllen hat – zumindest wenn man Social Media Marketing ernsthaft betreiben will – legt sich vielerorts die Stirn digitaler Kommunikationsexperten in Falten.

Wie bereits gesagt: Nicht jedes Bildformat muss und kann überall geteilt werden. Es ist sogar strategisch sinnvoll, unterschiedliche Bildformate für unterschiedliche Social-Media und/oder Kommunikationskanäle zu nutzen.

Unterschiedliche Bildformate für unterschiedliche Kanäle – warum?!

Welche visuellen Inhalte auf welchem Kanal zu einer bestimmten Uhrzeit an eine bestimmte Zielgruppe ausgespielt werden sollten, findet man üblicherweise mit einem passenden Analyse-Tool, einer gründlichen Recherche und Auswertung heraus. Auch hier wird der eine oder andere stöhnen.

Es gibt aber ein paar allgemein gültige Regeln, welche Bildformate auf welchem Social-Media-Kanal am besten funktionieren. Insbesondere möchte ich dabei in diesem Teil auf Infografiken eingehen.

Die Erstellung dieser Bildformate ist gar nicht so schwer. Und wenn es mal schnell gehen muss, braucht man unter Umständen auch nicht gleich einen Grafiker – auch wenn ihre Arbeiten so viel schöner aussehen können.

Ich konnte dich noch nicht ganz überzeugen? Gut, dann sind hier weitere Argumente für den Einsatz unterschiedlicher Bildformate für unterschiedliche Kanäle:

  • Marken und Nutzer kommunizieren nicht mehr so wie früher. Beide sind mit Informationen überladen und mit irrelevanten Botschaften belastet. Es fehlt die Zeit oder Motivation, um (mehr) zu lesen. Nutzer und Marken benötigen visuelle Inhalte, die sie schnell konsumieren können. Aufmerksamkeitsstarke Inhalte lösen beim Nutzer schneller eine Handlung aus, als textuelle Inhalte.
  • Visuelle Inhalte ergänzen den wachsenden Drang der Nutzer, wichtige Informationen so effizient wie möglich zu erhalten. Mit statischen Bildern, GIFs, interaktiven Inhalten, visuelle Berichten und vielem mehr kann visuelle Kommunikation teilweise wirkungsvoller sein als das geschriebene Wort. (Das heißt nicht, dass man auf Texte gänzlich verzichten sollte.)
  • Visuelle Kommunikation und der Einsatz unterschiedlicher Bildformate steigert Conversions und den Umsatz und beschleunigt das Wachstum. (Die Tools für die Umsetzung findest du weiter unten.)

„It’s a natural and intuitive language that connects with us faster than any other medium.“ (Visual Communication Agency)

Infografiken

Mit Hilfe von Infografiken können Strukturen und Prozesse übersichtlich und verständlich dargestellt werden. Früher nutzte man diese Grafiken vor allem im wissenschaftlichen und pädagogischen Bereich. Heute greifen auch die Online- und Printmedien sowie viele Unternehmen auf dieses Bildformat zurück.

Infografiken fallen dem Nutzer leicht ins Auge: Informationen werden visuell vermittelt. Sie lassen sich so auf einen Blick erfassen. Dies kommt der immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspanne (des Menschen) entgegen. Die Aufnahme von Zahlen, Daten und Fakten gelingt in kurzer Zeit.

Neben diesen Vorteilen bieten Infografiken auch folgende Darstellungsmöglichkeiten:

  • Prozesse: Komplexe Vorgänge können im Ganzen oder in einzelnen Bildabschnitten dargestellt werden.
  • Objekte: Orte und Regionen können auf einer Karte gezeigt werden.
  • Zusammenhänge: Diagramme und Hierarchien helfen dabei, Zusammenhänge und Beziehungen zwischen Objekte zu erklären.
  • Sachverhalte: Wer Situationen darstellen will, kann auf Schaubilder und Beschriftungen zurückgreifen.
  • Daten: Komplexe Daten können mithilfe von Diagrammen aufbereitet werden.

So erstellt man (einfache) Infografiken

Vor der Umsetzung hilft es, sich Notizen zu machen. Der Notizzettel hält einen bei der Erstellung der Infografik auf dem richtigen Kurs. Die Tools beschreibe ich direkt im Anschluss.

Das sollte der Zettel beinhalten:

  • Finde ein Thema.
  • Beschränke dich auf 15 bis 20 Fakten. Mehr und der Betrachter verliert den Überblick.
  • Ordne den Fakten passende Diagramme, Balkengrafiken, Kurven oder andere Grafiken zu.
  • Wähle ein Farbschema, dass zum Corporate Design passt.
  • Bilder können vieles einfach erklären. Um den Gesamt-Kontext zu verstehen, braucht es manchmal aber den einen oder anderen kurzen Erklärungstext.

So hat man die wichtigsten Aspekte der Infografik griffbereit. Damit die Erstellung klappt und du die Aufmerksamkeit des Betrachters auf die Grafik lenkst, gilt es eine Reihe von Grundregeln zu beachten:

  • KISS – Keep it simple stupid: Es geht darum, die wichtigsten Aspekte eines Themas in eine Grafik zu packen. Zu viele Informationen dürfen es also nicht sein. Beschränke dich auf das Wesentliche.
  • Gutes Design: Hier ist Kreativität gefragt. Ein außergewöhnliches Design fällt dem Betrachter schnell ins Auge.
  • Ansprechendes Bildmaterial: Wenn das ausgewählte Bildmaterial den Betrachter zum nachdenken anregt – gut. Noch besser: Die gewählten Motive lösen Emotionen aus.
  • Weniger ist mehr: Wie bereits erwähnt: Zu viele visuelle und textuelle Informationen überfrachten deine gesamte Infografik. Bei der Darstellung geht es tatsächlich nur ums Grobe. Details sind nicht gefragt.
  • Alles eine Frage des Formats: In welchem Bereich wird die Infografik eingesetzt? Print, online oder mobil? All diese Bereiche stellen unterschiedliche Anforderungen ans Layout. Setze unterschiedliche Formate ein.
  • Storytelling: Eine gute Hintergrundgeschichte macht eine Infografik interessanter. Dazu müssen Grafik und Geschichte mit dem gleichen Happy End enden beziehungsweise das gleiche Ziel verfolgen.
  • Distribution: Die schönste Grafik nutzt einem nichts, wenn sie niemand sieht. Wo ist die eigene Zielgruppe am ehesten zu finden? Macht die Distribution in den Kanälen Print und/oder online Sinn?

Tool-Empfehlungen

Nicht immer müssen Grafiker eingestellt werden, um eine ansprechende Infografiken zu erstellen. Mit folgenden Tools ist die Erstellung der Grafiken ohne Vorkenntnisse einfach.

Kostenpflichtige Tools

1. Infogr.am

Infogr.am ist ein leicht zu bedienendes Tool. Punkten kann das Tool vor allem mit seiner riesigen Auswahl an Vorlagen. Eine optisch ansprechende Grafik ist damit fast immer garantiert.

Die einzelnen Grafikelemente können mithilfe von Drag-and-Drop eingefügt werden. Wer ein Kartendiagramm erstellen will, kann zuvor eigene Excel-Datensätze hochladen. Werte werden passend eingefärbt.

Zahlenlastige Grafiken lassen sich leicht erstellen. Man kann nicht nur mit den vorgegebenen Grafiken arbeiten. Man kann auch eine eigene Grafik erstellen.

In der kostenlosen Version lassen sich Infografiken nicht downloaden, sondern nur einbetten. Infogr.am lohnt sich vor allem für Einsteiger, die zunächst erste Erfahrungen mit Infografik-Tools sammeln möchten.

2. Easel.ly

Mit Easel.ly kann man recht komplexe Infografiken erstellen. Wie bei einem Legokasten kann man Hunderte von Formen und Objekten auf beliebige Art und Weise miteinander kombinieren.

Die Nutzerführung ist aber dennoch intuitiv. Man bekommt schnell den Bogen raus. Wer Fragen zum Tool hat, kann sich auch an die sehr aktive Community wenden.

Es gibt zwar eine Reihe von kostenlosen Vorlagen. Weitere Elemente erhält man jedoch nur, wenn man das Premium-System nutzt. Wer bereits erste Erfahrungen mit der Erstellung von Infografiken gesammelt hat, wird sich bei Easel.ly wohlfühlen.

3. Piktochart

Auf der Suche nach einer einfachen Handhabung und einer großen Datenbank bestehend aus einer Vielzahl von Grafiken und Icons? Dann bist du bei Piktochart richtig.

Mit diesem Tool lassen sich Infografiken, Präsentationen und Banner erstellen. Die Datenbank enthält – laut Angaben von Piktochart – mehr als 4.000 Grafiken und Icons. Allerdings gibt es nur wenige kostenlose Templates. Außerdem ist das Piktochart-Logo ist auf jeder erstellten Grafik zu sehen.

Erstellte Grafiken können in der kostenlosen Version nicht als hochauflösendes PDF heruntergeladen werden. Das geht nur in der Pro-Version. Wer sich mit der Erstellung von Infografiken richtig gut auskennt, ist bei Piktochart gut aufgehoben.

Kostenlose Tools

1. Raw Graphs

Auf der Suche nach einer ungewöhnlichen Infografik? Du hast Kuchen- und Balkendiagramme satt? Dann ist vielleicht Raw Graphs, ein Open-Source-Tool, das Richtige für dich.

Es bietet Baum- und Hexagon-Karten. Mit dem Tool lassen sich vektorbasierte, interaktive Grafiken basierend auf Javascript bauen. Nein, Javascript muss man dafür nicht können.

Das Tool erledigt den Programmiervorgang von selbst. Alles was du tun musst, ist eine Tabelle mit allen wichtigen Daten zu erstellen. Nachdem man die Daten festgelegt hat, wählt man eine der verschiedenen Darstellungsmöglichkeiten aus.

Nicht alle Möglichkeiten machen für alle Daten Sinn. Etwas herumprobieren muss man bis man die richtige Darstellung gefunden hat. Die fertige Grafik kann man dann als PNG, JSON oder als Vektorgrafik (SVG) herunterladen.

2. Statpedia

Einfach, schnell und kostenlos lassen sich Diagramme und Infokarten mit Statpedia kreieren. Bei Statpedia kannst du zwischen sieben unterschiedlichen Formen wählen, mit denen du anschließend deine Daten visualisierst. Neben Torten- und Balkendiagrammen gibt es auch Streu-Charts und Karten.

Wer das Karten-Format nutzt, kann neben USA auch Karten von Frankreich oder Deutschland auswählen. Allerdings lässt sich die Schriftart nicht ändern. Der Clou dahinter: Statpedia-Infografiken reagieren auf das Covern der Maus.

Datenreihen können an- und ausgeschaltet werden. Das erhöht die Übersichtlichkeit. Diese Funktion ist aber nur möglich, wenn man sich die fertige Grafik unter dem generierten Link anschaut oder diese via iFrame auf seine Webseite einbettet.

Die statische Bilddatei kann als JPEG, PNG, PDF oder SVG heruntergeladen werden. Ein kleines Statpedia-Logo ist zwar zu sehen. Das fällt aber kaum auf.

Damit du nicht zu viele Informationen auf einmal aufnehmen musst, erscheint am 3. Mai 2018 der zweite Teil dieses Beitrags. Dieser beschäftigt sich ausführlich mit GIFs und ihrem Einsatzgebiet. Außerdem werde ich dir eine Liste mit Tools zum Erstellen von GIFs präsentieren.

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Über den Autor

Stephanie Kowalski

Stephanie Kowalski ist Bloggerin und unterstützt als freiberufliche PRlerin kleine und mittelständische Unternehmen bei ihrer Kommunikation. In ihrem Blog Online PR Guide erklärt sie, wie man mithilfe bewährter PR-Strategien und moderner Online-Kanäle erfolgreich digital kommuniziert.

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