Katharina von Arx in Marokko

Menschen der Mobilität: Die „Hitchhiking Swiss Miss“

Marinela Potor
Foto: Screenshot / Youtube

Mobilität, vom Dampfschiff bis zur Weltraumstation, wäre nicht möglich, ohne die Menschen hinter diesen Ideen. Einige von ihnen sind Berühmtheiten, andere in Vergessenheit geraten. Doch ihre Erfindungen leben weiter und inspirieren die Welt der Mobilität bis heute.

Genau deshalb möchten wir euch in loser Folge bedeutende „Menschen der Mobilität“ vorstellen. Diesmal: Katharina von Arx, Abenteurerin, Weltreisende und Reiseautorin.

Konventionen waren nicht das Ding von Katharina von Arx. In den 1950er Jahren, als Frauen noch nicht wählen durften, am Herd auf ihren Ehemann warten und sich nicht in der Öffentlichkeit blicken lassen sollten, bereiste sie die Welt allein – per Anhalter.

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Ade Schweiz, Grüezi Welt

Katharina von Arx wurde 1928 in einem Ort namens Niedergösgen bei Zürich geboren. Von Natur aus rastlos und neugierig, erwachte ihr Entdeckergeist als junge Frau.

Anstatt sich einen Ehemann zu suchen, ging sie 1952 nach Wien, um an der Kunstakademie zu studieren. Dort lerne sie den Künstler und Architekten Friedensreich Hundertwasser kennen, der zu ihrem Mentor und Freund wurde.

Nach ihrem Studium begab sich Katharina von Arx auf Weltreise. Was heute ein typischer Abschnitt im Leben einer jungen Frau ist, war damals eine Sensation. Eine Frau alleine auf Reisen und das auch noch in Hosen? Unerhört!

Katharina von Arx Zug Abschied
Nach dem Studium auf Weltreise als Frau – damals eine Sensation (Foto: Screenshot / Youtube)

Miss Hitchhiking

Doch Katharina von Arx scherte sich nicht darum, was die Leute von ihr dachten. Sie reiste einmal um den Globus, in der nördlichen Hemisphäre.

Per Anhalter!

Mit Zeichnen, Malen, Schreiben und Singen von Schweizer Volksliedern hielt sie sich über Wasser. In Indien sang sie im Radio Schweizer Volkslieder, in den USA wurde sie als „Hitchhiking Swiss Miss“ bekannt. Sie wurde zur Sensation, trat im Fernsehen auf und ihre Bilder zierten viele Magazine.

Nachdem Katharina von Arx wieder in die Schweiz zurückkehrte, war sie eine Berühmtheit. So fand sie recht schnell einen Verlag, der ihr Buch „Nehmt mich bitte mit! Eine Weltreise per Anhalter“ herausbrachte.

Katharina von Arx und der Häuptling

Dies war der Startschuss ihrer Karriere als Reisejournalistin. Für die Schweizer Zeitschrift „Er+Sie“ wurde sie auf den Inselstaat Tonga im Pazifischen Ozean geschickt. Dort lerne sie den Fotografen Frédérique Drihlon kennen, den sie später heiratete.

Die beiden Reisebegeisterten gingen nun gemeinsam auf Weltreise und berichteten für französische und Schweizer Zeitschriften über exotische Orte. So entstand auch eins der berühmtesten Bilder von Katharina von Arx. In Papua Neuginea besuchte das Paar ein Volk, das noch nie Kontakt mit Fremden gehabt hatte.

Dabei entstand das Foto von Katharina von Arx neben Häuptling Aiua unter einer Palme.

Katharina von Arx Papua Neuginea Häuptling
Das wohl berühmteste Foto von Katharina von Arx (Foto: Screenshot / Youtube)

Katharina von Arx veröffentlichte aber nicht nur Artikel, sondern auch zahlreiche Bücher, darunter auch Kinderbücher und Romane über utopische Welten. Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, wie etwa den Kulturpreis des Kantons Solothurn (1975) oder den Werkbeitrag der Goethe-Stiftung, Zürich (1976) .

Eine Reise in die Vergangenheit

Nachdem Katharina von Arx und Frédérique Drihlon die Welt bereist hatten, begannen die beiden eine ganz andere Reise, eine Reise in die Vergangenheit.

Auf einer Fahrt nach Genf entdeckten die beiden ein verlassenes Schloss in der Nähe von Genf. Katharina von Arx verliebte sich in das Gebäude und begann es mühsam zu restaurieren. Dabei stellte sich heraus, dass das „Maison du Prieuré“ in Romainmôtier gar kein Schloss war, sondern ein Priorshaus, also zum örtlichen Kloster gehörte.

Es hatte in der Vergangenheit als Herberge für Pilger auf dem Jakobsweg gedient. Wie passend für ein weltreisendes Paar!

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Katharina von Arx verstarb 2013 in Romainmôtier im Altern von 85 Jahren.

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Marinela Potor ist Journalistin mit einer Leidenschaft für alles, was mobil ist. Sie selbst pendelt regelmäßig vorwiegend zwischen Europa, Südamerika und den USA hin und her und berichtet über Mobilitäts- und Technologietrends aus der ganzen Welt.