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DSGVO-konformes Inbound Marketing mit Freebie: Was ist erlaubt?

Vertrag, Zustimmung, Erklärung, Freebie
Wer Kontaktdaten sammelt, muss das Recht beachten. (Foto: Pixabay.com / Catkin)
geschrieben von Jan Schulze-Siebert

Das Sammeln von Nutzerdaten ist durch die europäische Datenschutz-Grundverordnung schwieriger geworden. Wie du mit einem Freebie trotzdem an relevante Daten für dein Inbound Marketing gelangst, verrate ich dir im vierten Teil dieser Serie.

Die Frage, wie du Inbound Marketing datenschutzkonform betreiben kannst, liegt vielen auf den Lippen.

Bevor wir in das Thema einsteigen möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass dies keine Rechtsberatung meinerseits ist. Ich berufe mich mit meinen Aussagen auf Aussagen und Artikel von Anwälten und Rechtsberatenden.

Kontaktdaten sind das A und O

Ohne Kontaktdaten wird es beim Inbound Marketing schwer, eine vertraute Beziehung zwischen Unternehmen und Kunden aufzubauen. Daher gilt es, beim Erstkontakt des Besuchers auf der Website die Kontaktdaten in einer der folgenden Formen zu erhalten:

  • E-Mail-Adresse
  • Telefonnummer
  • Handynummer für SMS
  • WhatsApp
  • Messenger-Name

Die Kontaktdaten werden dabei mit einem Opt-in Formular abgefragt. Dabei gilt es ein Double-Opt-in zu verwenden, um mit einer Bestätigung der Kontaktdaten auch die Berechtigung für die Kontaktaufnahme zu erhalten.

Mit der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wird die Erforderlichkeit der Daten immer wichtiger.

Der Grundsatz der Daten-Minimierung bedeutet, dass nur Daten gesammelt werden, die für den tatsächlichen Anwendungsfall notwendig und dem Zweck angemessen sind. Diese Regelung ähnelt der bisherigen Datensparsamkeit aus Paragraph 3a BDSG (Bundesdatenschutzgesetz).

Ein Formular sollte demnach nicht unnötige Daten abfragen, die nichts mit dem Zweck der Kontaktaufnahme zu tun haben. Dazu zählt zum Beispiel die genaue Adresse des Interessenten. Für sie besteht beim Versenden eines Newsletters kein Bedarf.

Die DSGVO und das Kopplungsverbot beachten

Auch wurde mit der DSGVO das Kopplungsverbot aktiv. Diese Richtlinie regelt, dass Daten transparent nur für das verwendet werden dürfen, für das sie auch erfasst wurden.

Vor der DSGVO wurden Freebies oder auch Lead-Magneten angeboten, die anschließend mit dem Versenden weiterer E-Mails – beispielsweise dem Newsletter – gekoppelt waren.

Das geht so nicht mehr.

Nach den neuesten Bestimmungen muss nun transparent angegeben werden, für was die beim Opt-in gefragten Daten verwendet werden. Möchtest du weiterhin ein Freebie nutzen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Check-Box: Du kannst eine Check-Box hinzufügen, mit der der User bestätigt, dass seine E-Mail-Adresse auch für den Newsletter und andere E-Mail-Aktionen verwendet werden darf.
  2. Transparente Beschreibung: Du benennst das Freebie um, sodass der User klar informiert wird, dass er einen Newsletter bekommt und dazu kostenlos ein Freebie.

Die Check-Box ist in der Regel die sichere Variante, da du eine aktive Berechtigung des Nutzers erhältst. Allerdings könnte sie für den Anfang negative Auswirkungen auf die Conversion haben.

Mit der Zeit gewöhnen sich die User allerdings daran und setzen den Haken. Schlussendlich bleibt es dir überlassen, welche der beiden Möglichkeiten du umsetzen möchtest. Du solltest allerdings immer einen Rechtsanwalt befragen.

Freebie-Ideen zur Unterstützung deiner Conversion-Rate

Das Freebie ist dafür da, dem Besucher deiner Website etwas exklusives zu bieten, um an seine Kontaktdaten zu kommen.

Wichtig ist, dass dein Freebie eine gewisse Qualität hat, die den Nutzer überzeugt und Lust auf mehr Informationen von dir und deinem Unternehmen macht. Überzeugt dein Freebie nicht, so hast du es bei der folgenden Kommunikation schwerer.

Interaktiver Lead-Magnet

Nachdem es auf fast jeder Seite ein E-Book zum Download gibt, gilt es sich neue Gedanken zu überzeugenden Lead-Magneten zu machen. Interaktionen sind dabei ein wertvoller Effekt. Wird der User aktiv eingebunden oder erhält er am Ende ein individuell auf ihn zugeschnittenes Ergebnis, steigert das das Interesse.

Interaktive Freebies sind zum Beispiel:

  • Quiz
  • Kalkulator
  • Interaktives Video
  • Contest

Kostenlose digitale Produkte

Ein Freebie wird daran bemessen, wie wertvoll es für den Besucher ist. Wie könnte man das besser darstellen, als mit einem digitalen Produkt, das nicht den regulären Preis kostest, wenn der Nutzer seine Kontaktdaten angibt.

Das wirkt sich zudem positiv auf die Umsetzung der DSGVO aus. Denn mit einem eigentlich kostenpflichtigen Produkt entkoppelst du das Freebie durch eine alternative Option.

Das Freebie könnte entweder zum regulären Preis gekauft werden oder ist durch die Angabe der Kontaktdaten kostenlos. Hier solltest du aber aufpassen, dass der Preis für das Freebie angemessen ist.

Ein kostenloses digitales Produkt kann zum Beispiel sein:

  • E-Mail-Kurs
  • Video-Kurs
  • Workbook

Content-Upgrade

Diese Art von Freebie eignet sich besonders für Blog-Beiträge. Die Überlegung ist folgende: Wenn sich jemand einen Beitrag zum Thema Shopify durchliest, interessiert es sich am meisten für weitere Informationen zu Shopify.

Du legst also auf deinen Blog-Beitrag thematisch nochmal relevante Infos oben drauf.

Ein Content-Upgrade könnte folgendes sein:

  • Checkliste
  • Tipps und Tricks
  • Template
  • Blueprint

Mit diesen Mitteln kannst du deine Opt-in-Conversion steigern und gewinnst weitere Interessenten für dein Thema.

Fragst du dich jetzt, wie du das alles technisch umsetzen sollst? Im fünften Teil der Serie, die am 17. Juli 2018 erscheint, gehen wir auf die Tools ein, mit denen du eine Inbound-Marketing-Strategie ohne großen technischen Aufwand erfolgreich umsetzen kannst.

Zu Teil 3 Zu Teil 5 ⇒

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Über den Autor

Jan Schulze-Siebert

an ist Inhaber der Digital Agentur Inboundly. Mit seinem Team lebt er das Remote Arbeiten. Websites erstellen und vermarkten gehört zu ihrem Tagesgeschäft, was sich ideal ortsunabhängig erledigen lässt. Es gibt kein klassisches Büro. Für ihre Projekte, wie beispielsweise Digital Affin und HalloPodcaster stimmen sie sich mit ihren Tools ab und nutzen Workations, um auch offline die Teamkultur zu stärken.