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DAZN setzt auf die erfolgreiche Strategie von Amazon und Netflix

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Verhilft Boxen DAZN in den USA zum Durchbruch? (Foto: Pexels.com / Coco Championship)
geschrieben von Philipp Ostsieker

Die Doku über Mario Götze für deutsche Nutzer war offenbar nur der Anfang. In den USA setzt DAZN, der Streaming-Dienst der Perform Group, ebenfalls auf Dokumentationen sowie Talkshows und Podcasts. Ziel ist es, mit diesen Content-Formaten die ambitionierten internationalen Expansionsziele zu unterstützen.

Wenn DAZN im September in den USA startet, besitzt es lediglich die Rechte für Boxen und Martial Arts. Deshalb ergänzt DAZN diese TV-Rechte mit einem täglichen News-Format, das die Kampfsportler hinter die Kulissen begleitet.

„In einem Markt wie den USA, wo wir sehr stark im Kampfsport sind, aber darüber hinaus wenig bieten, benötigen wir Original Content“, erklärt DAZN-CEO James Rushton gegenüber Digiday. „Teil unserer Herausforderung ist, dass wir aus diesen Boxern Superstars machen müssen.“

Der Streaming-Dienst will bis 2020 in 20 Märkte vordringen. Aktuell ist DAZN in fünf Märkten aktiv. Nur mittels Sportrechte-Vereinbarungen wird dies nicht möglich sein. Zu viele Pakete sind mittel- bis langfristig vergeben.

Derzeit konzentriert sich DAZN darauf, die beliebtesten Sportarten in bestimmten Märkten möglichst umfassend abzubilden. Aktuelle Beispiele: MLB (Japan), Fußball (Deutschland) und NFL (Kanada).

Erobert DAZN den US-Boxsport?

In den USA liegt der Schwerpunkt auf Boxen. Die DAZN-Macher rechnen mit zehn Millionen Boxfans, von denen drei Millionen Hardcore-Fans sind. Auf diese Fans hat es Pay-TV-Anbieter abgesehen. Bislang sind Boxfans an teure Pay-Per-View-Gebühren gewöhnt. DAZN hofft, mit seiner monatlichen Abo-Gebühr zu überzeugen.

Die Produktion von Dokus, wie im Fall Mario Götze, ist teuer. Denn auch von Original Content wolle man sich nicht abhängig machen, so Rushton. Zudem können die Nutzer auf vielfältige ähnliche Angebote zurückgreifen. Aktuelle Beispiele sind „All or Nothing: Manchester City“ (Prime Video) oder „First Team: Juventus FC“ (Netflix).

Rushton: „Es geht darum, Inhalte zu schaffen, die Mehrwert bieten, aber gleichzeitig das Unternehmen nicht mit zusätzlichen Kosten belasten, die an die Verbraucher weitergegeben werden müssen.“

Original Content als Sprungbrett in den Sportrechtemarkt?

Für Netflix, Amazon & Co. dienen Original-Content-Formate als Sprungbrett in den teuren Sportrechtemarkt. Die Player werden weniger durch den Erwerb teurer Sportrechte getrieben.

Vielmehr versuchen sie, ihre Popularität zu nutzen, um auch im Sportbereich eigene Inhalte zu entwickeln. Amazon setzt sowohl auf eigene Formate als auch den Kauf von Rechten (zum Beispiel NFL, Premier League).

Der Tech-Gigant verkauft bereits Werbeplätze rund um seine Live-Sport-Übertragungen. Facebook ist angeblich dazu bereit, Cristiano Ronaldo zehn Millionen US-Dollar zu zahlen, um eine Reality-Serie für Facebook Watch umzusetzen.

Ohnehin ist die Nachfrage nach einzelnen Stars wie Ronaldo, Götze oder Kroos hoch. Mitunter könnte dies zu Spannungen zwischen Sportlern und Klubs sorgen, denn letztlich sprechen beide nahezu die gleiche Zielgruppe an.

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Über den Autor

Philipp Ostsieker

Philipp Ostsieker ist Medienmanager und Digitalstratege aus Hamburg. Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit schreibt Philipp für BASIC thinking die Kolumne „Matchplan“, in der er über den Tellerrand blickt und durch die innovativen Ideen der Sportbranche führt.

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