Filter, Linse, Kamera, Verzerrung, Dysmorphophobie

Wie Social-Media-Filter unsere Selbstwahrnehmung zerstören

Christian Erxleben
Filter auf Instagram und Co. wecken falsche Wünsche bei jungen Menschen. (Foto Pixabay.com / SplitShire)

Bei einer Dysmorphophobie handelt es sich um eine Störung der Wahrnehmung des eigenen Körpers. Was früher bei jungen Menschen vor allem Modemagazine auslösten, fördern nun Filter auf Snapchat, Instagram und Co. extrem. Eine erschreckende Entwicklung zeichnet sich ab.

Susruthi Rajanala, Mayra B. C. Maymone und Neelam A, Vashi haben eines gemeinsam: Sie alle sind in der US-amerikanischen Stadt Boston beheimatet und im Bereich der Medizin tätig. Nun sorgen die drei Wissenschaftler mit einer Studie für Aufsehen.

Ihr wissenschaftlicher Artikel „Selfies – Living in the Era of Filtered Photographs“ wurde im Fachjournal JAMA Facial Plastic Surgery veröffentlicht. Darin beschäftigen sich Rajanala, Maymone und Vashi mit den Konsequenzen der sozialen Medien auf die Selbstwahrnehmung der Jugend.

UPDATE Newsletter BASIC thinking

Du willst nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 Vordenker bekommen jeden Tag die wichtigsten News direkt in die Inbox und sichern sich ihren Vorsprung.

Nur für kurze Zeit: Anmelden und mit etwas Glück 50€ Amazon-Guthaben gewinnen!

Mit deiner Anmeldung bestätigst du unsere Datenschutzerklärung. Beim Gewinnspiel gelten die AGB.

Die Snapchat-Dysmorphophobie

Im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Untersuchung steht eine Krankheit, die den Titel „Snapchat-Dysmorphophobie“ trägt. Aus medizinischer Perspektive betrachtet, handelt es sich bei einer Dysmorphophobie um eine gestörte Wahrnehmung des eigenen Körpers und Aussehens.

Und eben jene Krankheit tritt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen immer stärker auf. Als Grund für den Wunsch nach einer Umgestaltung des Körpers konnten die drei Wissenschaftler die sozialen Medien identifizieren – genauer gesagt die Filter.

Die Bildbearbeitungsprogramme, die durch Snapchat und Instagram populär wurden und längst in zahlreichen weiteren Apps vorhanden sind, ermöglichen es in wenigen Sekunden, die eigene Haut glatter, die Wangen kantiger und die Wimpern länger aussehen zu lassen.

Psychische Störungen und unnatürliche Veränderungen

Durch die Filter und ihre große Verbreitung werden bei immer mehr jungen Menschen psychische Krankheiten ausgelöst. Die Selbstzweifel, die die vermeintlich perfekten Bilder auslösen, treiben immer mehr Menschen dazu, sich Schönheits-Operationen zu unterziehen.

Und wäre dies nicht schon schlimm genug, entsprechen die Wunschvorstellungen nicht einmal dem Möglichen. Es handelt sich nicht um Idealvorstellungen, sondern um „komplett unmenschliche Erwartungen“.

Schon im Jahr 2015 gaben 57 Prozent der Befragten einer Studie an, ihre eigenen Bilder zu bearbeiten, um ihr Aussehen zu verbessern. Mit den Social-Media-Filtern ist diese Zahl deutlich gestiegen.

Inzwischen schlägt sich diese Tendenz auch bei den OP-Anfragen wieder. Waren vor einigen Jahren Nasen-Operationen am gefragtesten, geht es nun um ein möglichst symmetrisches Gesicht mit den passenden Augenbrauen, Haaren und der richtigen Nase.

Auch interessant:

Du möchtest nicht abgehängt werden, wenn es um KI, Green Tech und die Tech-Themen von Morgen geht? Über 12.000 smarte Leser bekommen jeden Tag UPDATE, unser Tech-Briefing mit den wichtigsten News des Tages – und sichern sich damit ihren Vorsprung. Hier kannst du dich kostenlos anmelden.

STELLENANZEIGEN
Openstack Engineer (m/f/d)
CompuGroup Medical SE & Co. KGaA in Koblenz
Mitarbeiter*in (m/w/d) IT-Systemadministratio...
Ruhr-Universität Bochum in Bochum
Content Writer & Terminologist (m/w/d)
Arthrex GmbH in München
Video-Content-Creator (m/w/d)
Berliner vorwärts Verlagsgesellschaft mbH in Berlin
Performance Marketing & Media Manager (On...
ECE in Hamburg
Digital Marketing Manager (m/w/d) Social Medi...
Dr. Meyer & Meyer-Peteaux New Media Compa... in Rastede
Content Creator (m/w/d)
Leave PCOS GmbH in Erbach
Trainee Digital Strategy & New Business (...
TERRITORY MEDIA GmbH in München
Teile diesen Artikel
Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.