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Heilige statt Monster: Katholische Kirche bringt Pokémon-Klon „Follow JC Go“

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Die katholische Kirche setzt auf die Zugkraft von Pokémon Go. (Foto: Pixabay.com / Didgeman)
geschrieben von Christian Erxleben

Die katholische Kirche ist nicht unbedingt dafür bekannt, die Digitalisierung der Welt zu fördern. Umso überraschender kommt das neue Spiel „Follow JC Go“ um die Ecke. Dahinter verbirgt sich ein Klon des Mobile-App-Klassikers Pokémon Go. 

Die Kirche ist eine der größten Institutionen der Welt. Trotzdem hat sie es unfassbar schwer, den Nachwuchs von sich zu überzeugen. Das gilt für alle Glaubensrichtungen und Ausprägungen.

Doch ohne Nachwuchs steht eine alte Organisation vor einem großen Problem. Wer soll die Botschaften künftig in die Welt tragen, wenn es keine jungen Menschen mehr gibt, die sich dafür interessieren?

Mit „Follow JC Go“ zu neuen Jüngern

Dieses Problem hat die katholische Kirche nun offenbar erkannt und geht in die Offensive. Dafür wählen die Glaubensmänner aus dem Vatikan einen für die Kirche ungewöhnlichen Weg. Sie setzen auf ein Mobile Game fürs Smartphone.

Ja, du hast richtig gelesen! Mit „Follow JC Go“ gibt es seit kurzer Zeit für iOS– und Android-Nutzer eine App, die dich deinem Glauben und der katholischen Kirche näherbringen soll. „JC“ steht selbstverständlich für Jesus Christus.

Das Konzept dahinter ist schnell erklärt, weil es sich um eine (noch nicht ganz ausgereifte) Kopie des erfolgreichsten Mobile Games aller Zeiten – Pokémon Go – handelt.

Anstelle von Pokémon sammelst du Heilige. Und an die Stelle von Arena-Kämpfen und Duellen treten Fragen. Nur wer diese richtig beantwortet, schaltet einen Heiligen für die eigene Kollektion frei.

32.000 Arbeitsstunden für Follow JC Go

Ebenfalls nicht fehlen dürfen in Follow JC Go klassische katholische Ressourcen wie Brot, Wasser, Gebete und Spiritualität. Wer der Allerbeste sein will, muss bescheiden sein und Buße leisten.

Aktuell steht die App nur in spanischer Sprache zur Verfügung. Doch schon als Kinder haben wir uns nicht davon aufhalten lassen, wenn das geliebte Computer-Spiel nur auf Englisch verfügbar war. Zumal ist die Anwendung weitestgehend selbsterklärend, weshalb die sprachliche Barriere nicht so sehr ins Gewicht fällt.

Laut offiziellen Angaben stecken in Follow JC Go mehr als 32.000 Stunden Arbeit in zwei Jahren. Auf der finanziellen Seite sind Kosten in Höhe von 500.000 US-Dollar angefallen. Damit wurden unter anderem rund 50 Designer, Theologen und Kirchenhistoriker bezahlt.

Wenn ihr also in der nächsten Zeit vermehrt Menschen vor Kirchen stehen seht, die in ihre Smartphones starren, stört sie nicht. Sie sind auf heiliger Mission unterwegs.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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