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YouTube-SEO: So rankst du erfolgreich mit deinen Videos

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Neben der technischen Komponente gibt es noch weitere Ranking-Faktoren, um bei der größten Video-Plattform der Welt vorne zu landen. (Foto: pexels.com / Fancycrave.com.com
geschrieben von Philip Bolognesi

Ist dir das bewusst? YouTube ist nicht nur die reichweitenstärkste Videoplattform der Welt, sondern auch nach Google die zweitgrößte Suchmaschine. In unserem heutigen Grundlagenartikel stellen wir dir die wichtigsten Ranking-Faktoren vor und geben Tipps, wie du deine Videos und deinen YouTube-Kanal suchmaschinenfreundlich optimierst. Kurz: Es geht um YouTube-SEO.

YouTube ist ein Eldorado für alle: Nicht nur für diejenigen, die Unterhaltung wünschen oder sich per Tutorial-Video neues Wissen aneignen wollen.

YouTube verzeichnet mehr als 1,9 Milliarden monatlich aktive Nutzer und über 180 Millionen Stunden an neuen Videos täglich. Auf der Videoplattform sind die User sehr aktiv und suchen konkret nach bestimmten Video-Inhalten.

Für nahezu jedes Thema findet man interessante und informative Inhalte – selbstverständlich auch zu Nischenthemen. Diese sind häufig gut besetzt und es bedarf optimierten Inhalten, um hier die gewünschte Pole Position im Ranking zu ergattern.

Um das zu erreichen, sollte eine gewisse Grundkenntnis bestehen, nach welchen SEO-Kriterien YouTube funktioniert.

YouTube-SEO: Grundlagen und Basiswissen

SEO (Search Engine Optimization) für YouTube kann man durchaus mit gewöhnlicher Suchmaschinenoptimierung vergleichen. Algorithmen und Parameter legen die Sichtbarkeit und das Ranking der hochgeladenen Videos fest.

Jedoch gibt es darüber hinaus auch SEO-Faktoren, die nicht YouTube-spezifisch, sondern für jedes Video grundlegend sind. Video-SEO fasst alle Eigenschaften für eine grundsätzliche Video-Optimierung zusammen, die nicht nur für die Videoplattform der Google-Tochter entscheidend sind, sondern zum Beispiel auch für Website-Auftritte.

Generell lassen sich die SEO-Faktoren in drei Kategorien aufschlüsseln: Video, Kanal und Engagement.

YouTube-SEO: Video-Optimierung

Qualitative Inhalte

Selbst wenn du alle Optimierungs-Tipps umsetzt, erzielt ein schlecht produziertes Video mit überschaubarer Qualität weder Aufmerksamkeit noch Reichweite. Lege daher Wert auf hochwertige Video-Inhalte, die deiner Bedarfsgruppe gerecht werden.

Video-Einleitung

Wie bei einer Website entscheidet der erste Eindruck, ob der User genau das vorfindet, was er erwartet hat. Daher sollte das Video in den ersten Sekunden klarstellen, dass es hier um Professionalität und Mehrwert geht.

Erwähne also zu Beginn, um welches Thema (wie der Titel bereits vermittelt) es eigentlich geht. Somit hältst du das Interesse des Users hoch.

Ebenso zu Video-Beginn solltest du dein Wissen und deine Erfahrung zum jeweils angesprochenen Themengebiet unterstreichen. Dies können Beweise in Form von erzielten Erfolgen oder erreichten Zahlen sein. Bescheidenheit ist an dieser Stelle eher unangebracht.

Videotitel

Der Titel des Videos ist natürlich der elementarste Ranking-Faktor. Er unterstützt sowohl die YouTube-Suchmaschine als auch den Suchenden, die Inhalte und das Thema des Videos zu erfassen.

Wähle dazu einem Titel aus 60 bis 70 Zeichen. So wird der Titel vollständig (das heißt nicht in der Übersicht abgeschnitten) dargestellt. Dein Haupt-Keyword sollte möglichst ganz am Titelanfang auftauchen, dein Unternehmen beziehungsweise deine Marke bei Bedarf am Ende.

Sei bei der Formulierung des Videotitels so genau wie möglich, um die Neugierde der Nutzer zu wecken. Clickbait-Titel führen eher dazu, dass du zunächst viele Nutzer ansprichst, sie aber anschließend dauerhaft verlierst.

Ein möglicher Titel setzt sich also so zusammen: Keyword – Beschreibung inklusive Neben-Keyword oder Synonym – Information – Unternehmensnamen.

Beschreibung

Mit 5.000 Zeichen in der Videobeschreibung ist genügend Platz vorhanden, Nutzern und YouTube-Algorithmus weitere informative Anhaltspunkte zu liefern.

Im „Above the fold“-Feld musst du dich allerdings kurzfassen: 100 bis 120 Zeichen müssen reichen. Hier sollten die relevanten Keywords auftauchen, da dieser Bereich auch in den Google-Suchtreffern auftaucht.

Ein weiterer Tipp: Auch eine Liste des Inhalts inklusive Sprungmarken zur genannten Stelle im Video kann attraktiv für deine User sein. Das gilt besonders bei längeren Videos.

Zum Schluss der Beschreibung bietet es sich an, deine weiteren Social-Media-Kanäle zu verlinken. Auch ein subtil formulierten Call-to-Action kannst du hier hinterlegen, mit der Bitte, das Video zu teilen, zu kommentieren oder deinen YouTube-Kanal zu abonnieren.

Keywords-Tags

Diese Schlagwörter unterstützen den YouTube-Algorithmus, deinen Video-Inhalt zu durchsuchen. Sichtbar sind diese Tags jedoch nicht und werden nur im Quellcode hinterlegt. Diese sind aber wichtig, da YouTube darauf basierend weitere Videos empfiehlt.

Bis zu 15 Keyword-Tags solltest du auswählen und dabei das Haupt- sowie wichtige Neben-Keywords einsetzen – sowohl im Singular wie im Plural. Bestimmte Keywords, die zu deinem YouTube-Kanal passen, solltest du unterbringen. Ebenso dürfen auch generische wie spezifische Wörter nicht fehlen. Auch Tags, die dein Unternehmen ausmachen, solltest du hinterlegen.

Tools, um die für dich passenden Keywords für YouTube zu identifizieren, sind

Transkription (Untertitel)

Auch dieser Faktor kann entscheidend für den Erfolg deines Videos sein. Denn diese Untertitel sind nicht nur für Gehörlose gedacht, sondern auch für Suchmaschinen essenziell, um den Inhalt deines Videos genauer einordnen zu können.

Auch wenn YouTube den Untertitel selbst erstellt, solltest du ihn aufgrund seiner Fehleranfälligkeit selbst händisch texten.

Länge des Videos

Auch in diesem Punkt hält sich YouTube relativ bedeckt. Aber Videos mit einer Länge von zehn bis 16 Minuten werden anscheinend von der Videoplattform bevorzugt ausgespielt. Kurze Videos mit maximal zwei Minuten bewertet die Plattform eher schlechter.

Wahr ist aber auch: Videos zwischen vier bis sechs Minuten erreichen generell die meisten Besucher.

Thumbnail

Das Vorschaubild entscheidet darüber, ob der User in den Video-Suchergebnissen auf dein Video klickt. Den ersten visuellen Eindruck solltest du also nicht leichtfertig verspielen.

Wichtig ist, das Thumbnail im YouTube-eigenen Creator Studio anzupassen. Am besten verwendest du ein Bild mit 540 mal 360 Pixeln und im hochauflösenden 16:9-Format. Für jedes Video solltest du ein individuelles Thumbnail erstellen.

Dateiname

Der Datei-Name ist für das Publikum deines Videos zwar nicht wichtig, für YouTube-SEO aber umso mehr. Sei bitte beim Formulieren des Datei-Namens sehr genau und bringe dort das wichtigste Keyword unter.

Wie bei Datei-Namen für Bilder solltest du auch hier die einzelnen Wörter mit einem Bindestrich trennen. Das hilft dem YouTube-Algorithmus, deinen Inhalt besser auszulesen.

YouTube-SEO: Kanal-Optimierung

Wie in jedem anderen sozialen Netzwerk, ist auch die Aufmachung beziehungsweise die Gestaltung eines YouTube-Kanals wichtig, um professionell Nutzer anzusprechen.

Dein Kanalname sollte dabei so eindeutig wie möglich gewählt werden. Kanal-Beschreibung, Impressum und die Einbindung weiterer Social-Media-Profile in die Social Bar gehören ebenso dazu.

Bei der Gestaltung einer ansprechenden Header-Grafik lassen sich viele kreative Ideen umsetzen. Besonders für Publisher eignet sich dort ein Kanal-Trailer, der das Unternehmen oder auch das übergeordnete Thema aufmerksamkeitsstark darstellt.

Playlists sind ein tolles Mittel, seinen üppigen Video-Content sinnvoll für Zuschauer zu strukturieren. Auch hier solltest du relevante Keywords einbinden.

YouTube-SEO: Engagement-Optimierung

Äußerst wichtig für ein möglichst gutes Ranking bei YouTube sind Nutzer-Signale. Diese entscheiden darüber, ob dein Video relevant ist.

Hierzu zählen die Anzahl der Abonnenten und der Video-Aufrufe sowie die Watch Time (Wiedergabedauer). Diese Zeit sagt aus, wie viel Prozent deines Videos sich deine Nutzer tatsächlich angeschaut haben. Hält sich dein Publikum länger auf deinem Kanal auf, erkennt das YouTube und bewertet das entsprechend positiv.

Auch das Verhältnis zwischen Likes und Dislikes, die Anzahl der Kommentare, Shares sowie Einbettungen deines Videos auf Webseiten bestimmen das Ranking.

Wie du wahrscheinlich bemerkst: Das Engagement deiner Abonnenten und Besucher kannst du nur indirekt beeinflussen. Trotzdem solltest du es nicht versäumen, die Nutzer am Ende deines Videos und in der Beschreibung zu animieren, dein Video zu teilen, zu liken und zu kommentieren.

Konkrete Fragen setzen einen Dialog in Gang und zeugen von aufrichtigem Interesse an der Meinung deiner Nutzer. Wenn du hier konstruktives Feedback erntest, solltest du diese Kommentare auch nicht unbeantwortet lassen, sondern angemessen darauf reagieren.

Darüber hinaus hast du die Option, Infokarten in dein Video einzubinden, die auf weitere Videos deines Kanals verlinken. Auch die bereits erwähnten Playlists können zu einer Steigerung der Watch Time beitragen.

4 Tipps für besseres YouTube-SEO

1. Messe deine Erfolge mit YouTube-Analytics

In diesem Tool erhältst du Informationen und Daten zur Anzahl der Aufrufe, der Bewertungen und Kommentare sowie über die durchschnittliche Watch Time. Ebenso spuckt YouTube-Analytics Informationen zur Nutzer-Demographie und den verwendeten Devices aus. Externe Tools helfen dir darüber hinaus weiter, das Ranking deines Videos zu einem bestimmten Keyword zu ermitteln.

2. Passe deine Videos kontinuierlich an

Anhand dieser ermittelbaren Daten lassen sich fast permanent neue Empfehlungen für deine Video-Erstellung ableiten. Ist zum Beispiel das Engagement deiner Nutzer zu gering, solltest du deine Bitten zum Teilen oder Kommentieren überprüfen. Werden deine Videos häufig eingebettet, könntest du sie auf deiner Website prominenter als bisher darstellen.

3. Produziere regelmäßig Videos für deine Bedarfsgruppen

Kontinuität und Beharrlichkeit zahlen sich allgemein auf digitalen Plattformen aus – daher auch bei YouTube. So bleibst du nicht nur im Gedächtnis deiner Nutzer, sondern auch vom Algorithmus.

Neben den eher technischen Ranking-Faktoren ist der Faktor Engagement von besonderer Wichtigkeit. Denn jedes gute Video bedarf einer zielgerichteten Vermarktung mit einem detaillierten Plan.

4. Schaue nach links und rechts

Auch ein Blick auf deine Konkurrenz oder auf erfolgreiche Kanäle, die zwar ein ganz anderes Thema, aber doch eine ähnliche Kategorie bespielen, können dir weiterhelfen.

Stelle dir dabei immer konkrete Fragen: Was ist Evergreen-Content? Funktioniert dieser bei meinen Mitbewerbern? Wie strukturieren andere Nutzer ihren Kanal? Welche Keywords sind entscheidend? Welche Video-Formate kommen gut an? Wie ist der Ton innerhalb einer (Kanal-) Community? Werde ich ihm gerecht?

Fazit zu YouTube-SEO

Wie bei vielen anderen Content-Formaten gilt es bei der Produktion und der Vermarktung von Videos über YouTube, sein eigenes Handeln ständig zu hinterfragen und es aus Nutzersicht zu betrachten.

Sei daher selbstkritisch, kontrolliere deine erzielten Erfolge und arbeite weiterhin an einer Verbesserung des Nutzer-Engagements.

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Über den Autor

Philip Bolognesi

Philip Bolognesi arbeitet seit Anfang September in der Redaktion von BASIC thinking. Er hat Kommunikationswissenschaften studiert und ist zertifizierter Social-Media-Manager. Zuvor hat er als freiberuflicher Online-Redakteur für CrispyContent (Serviceplan Berlin) gearbeitet und mittelständische Unternehmen in ihrer Online-Kommunikation beraten. Ihn trifft man häufig im Coworking-Space Hafven in Hannover. Er ist begeisterter Tischtennisspieler, Fitness-Fan, Typ-1-Diabetiker und permanent auf der Suche nach interessanten Themen aus den Bereichen Social Media, Marketing und Ernährung.

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