Coca-Cola, Weihnachten, AfD, Alternative für Deutschland

Warum es wichtig ist, dass Coca-Cola Haltung bewiesen hat

Christian Erxleben
Ein vermeintliches Coca-Cola-Plakat hat Diskussionen ausgelöst. (Foto: Screenshot / Twitter)

Pünktlich zur Weihnachtszeit ist vor der Zentrale der Alternative für Deutschland in Berlin ein vermeintliches Coca-Cola-Plakat mit einer eindeutigen Botschaft aufgetaucht. Mittlerweile ist klar: Der Konzern selbst steckt nicht dahinter – hat aber auch nichts dagegen. Das ist wichtig. Eine kommentierende Einordnung.

Unweit der Spree im Berliner Stadtteil Mitte befindet sich der Lützowplatz. Und wiederum direkt an diesem Platz befindet sich die Berliner Zentrale der Alternative für Deutschland (AfD).

Das wissen auch die Aktivisten der Gruppe „Modus“ und wählten deshalb eben jenen Lützowplatz für eine Aktion aus. Konrekt ging es dabei um ein großes Werbeplakat mit dem Spruch „Für eine besinnliche Zeit: Sag‘ Nein zur AfD“ – mit klarem Branding von Coca-Cola.

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Coca-Cola bezieht indirekt Stellung

Aufgrund des deutlich erkennbaren Marken-Logos von Coca-Cola wurde zu Beginn vermutet, dass hinter der Kampagne der Getränkehersteller aus Atlanta steht. Doch die Zentrale dementiert: „Das Plakat stammt nicht von uns. Auf der Grundlage eines mehrere Jahre alten Weihnachtsplakats hat jemand diese Botschaft selbst gebastelt.“

Trotzdem scheint Coca-Cola grundsätzlich nicht der Botschaft des gefälschten Plakats zu widersprechen. So teilte Patrick Kammerer, Director Public Affairs and Communications für Coca-Cola Deutschland, den unsprünglichen Post auf Twitter mit dem Kommentar: „Nicht jedes Fake muss falsch sein.“

Kurz darauf wurde der Beitrag sogar vom offiziellen Twitter-Account der Getränkemarke geteilt. Spätestens seit dieser Aktion wittern Abgeordnete und Mitglieder der AfD eine Verschwörung seitens des US-amerikanischen Unternehmens und riefen sofort zum Boykott auf.

Coca-Cola sendet die richtige Botschaft

Obwohl der Getränkehersteller aus Atlanta von Populisten, rechten Aktivisten und Anhängern der AfD nun erwartbaren Gegenwind bekommt, ist es extrem wichtig, dass Coca-Cola zumindest indirekt ein Zeichen gesetzt hat.

In Zeiten, in denen radikale Kräfte starken Zulauf verzeichnen und Gewalt gegen Minderheiten zunimmt, ist es essenziell, dass sich auch Unternehmen klar bekennen – für eine offene und freie Gesellschaft, in der jeder Mensch absolut gleichberechtigt ist und niemand diskriminiert wird.

Das gilt insbesondere auch dann, wenn es aus gewissen politischen Schichten Kritik hagelt.

Dass Marken von einer solchen Positionierung profitieren können, hat zuletzt Nike in den USA unter Beweis gestellt. Der Sportartikelhersteller hatte den umstrittenen Football-Star Colin Kaepernick zum Gesicht seiner Kampagne „Just do it“ gemacht – entgegen den offensichtlichen Wünschen von Donald Trump.

Wie stehst du dazu? Sollen Marken sich politisch bekennen oder sollen sie neutral bleiben?

Update: In der Zwischenzeit hatten Anhänger der AfD sowie einige Landesverbände versucht, den Spieß mit einem gefälschten Pepsi-Plakat umzudrehen. Doch dieser Versuch scheiterte.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.