Datenschutz: Alias unterdrückt Dauerlauschen von Google Home und Co.

Felix Baumann
Credit: 9to5 Google

Seit der Einführung vor einigen Jahren sind Smart Speaker sehr umstritten. Die Fans sprechen von einer deutlichen Erleichterung des Alltags und betonen die positiven Aspekte der Vernetzung sämtlicher Geräte. Auf der anderen Seite stehen besorgte Bürger, die Angst vor einer kontinuierlichen Abhörung haben. Diese Angst kommt vor allem daher, da die Lautsprecher durchgehend zuhören und auf das definierte Hotword („Ok, Google“, „Alexa“, …) warten. Designer haben nun für dieses Problem einen Lösungsvorschlag erarbeitet, der das permanente Belauschen deaktiviert und gleichzeitig die Funktionalität nicht einschränkt.

Die Rede ist von „Alias“, der nichts anderes als ein eigener Lautsprecher ist. Dieser wird über den Smart Speaker gestülpt und versorgt dessen Mikrofone durchgehend mit weißen Rauschen. Der nun taube (beispielsweise) Google Home kann so keine Gespräche mehr mithören. Damit trotzdem weiterhin die Funktionalitäten bereitstehen, wird für Alias ein eigenes Schlüsselwort definiert. Sprechen wir das Schlüsselwort nun aus, wird dies von Alias registriert und dem darunter liegenden Google Home ein „OK Google“ zugeflüstert. Kurzum: Alias dient als Vermittler zwischen Google und dem Nutzer.

Natürlich bleibt dabei nicht aus, dass auch Alias den ganzen Tag bei sämtlichen Konversationen zuhört. Das soll aber halb so wild sein, da laut den Entwicklern sämtliche Daten nur lokal auf dem Gerät gespeichert werden:

[mg_blockquote cite=“Project Alias“]The wake word detection is made with a small neural network that runs locally on Alias, which can be trained and modified through live examples. The app acts as a controller to reset, train and turn on/off Alias.[/mg_blockquote]

Auch, wenn Hersteller wie Amazon und Google beteuern, dass die Leitung zum Server erst dann aktiviert wird, sobald das entsprechende Hotword gesagt wird und das Lauschen über einen Schalter (zur Deaktivierung des Mikrofons) deaktiviert werden kann, so ist die neue Lösung doch in gewisser Art und Weise durchaus praktikabel. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir unsere Assistenten endlich so nennen können, wie wir es uns wünschen. So könnte es in Zukunft auch „OK Fiffi“, „Hey Tomate“ oder „Hallo E.T.“ heißen.

Wer interessiert ist und Zugriff auf einen 3-D-Drucker hat, kann sich sämtliche Instruktionen von GitHub herunterladen und es selber ausprobieren. Leider konnte ich bisher noch keine offizielle Möglichkeit zur Bestellung von Alias finden, weshalb die Verbreitung der Methode wohl zunächst stark begrenzt sein dürfte. Nichtsdestotrotz handelt es sich um eine interessante Herangehensweise an die Probleme, die vernetzte Geräte in unseren Alltag bringen. Wer Angst vor Spionage und keinerlei Zugriff auf einen 3-D-Drucker hat, sollte also auch weiterhin einen Bogen um Smart Speaker machen.

Via 9to5 Google

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.