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DAZN bekommt Werbung: Das sind die Hintergründe und Folgen

Christian Erxleben
Auch Football-Fans müssen in Zukunft vereinzelt Werbung bei DAZN ertragen. (Foto: Pexels.com / Robert Villalta)

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Wer monatlich Beträge für einen Service überweist, erwartet dafür in der Regel absolute Werbefreiheit. Diese Maxime gilt jedoch weder für Sky noch für Amazon und Netflix. Nun bekommen auch Nutzer des Sport-Streaming-Dienstes DAZN Werbung zu sehen. Das sind die Details.

Über Jahre hinweg gab es im Bereich des Sport-Streamings eine klare Monopolstellung. Diese wurde vom britischen Medienkonzern Sky – hierzulande vertreten durch Sky Deutschland – eingenommen.

Mit Ausnahme einiger Kooperationen von klassischen Fernsehsendern gab es für Sportfans, die Live-Sport sehen wollten, keine andere Option als Sky.

Mit dem Start des ebenfalls britischen Streaming-Dienstes DAZN im Spätsommer 2016 veränderte sich die Landschaft. Kunden des kostenpflichtigen Streaming-Dienstes erhalten für knapp zehn Euro im Monat ein umfassendes Live-Sport-Paket.

Das fängt an bei Live-Spielen der englischen Premier League, geht über die spanische La Liga und endet bei US-amerikanischen Sportarten wie American Football oder NBA-Basketball. Und im Gegensatz zu Konkurrent Sky ist das Angebot von DAZN monatlich kündbar und werbefrei.

DAZN will keine Live-Spiele unterbrechen

Der letzte Punkt ändert sich nun schrittweise. Über den offiziellen Twitter-Account teilte das Angebot der britischen Perform Group mit, dass es ab sofort erste Versuche mit Werbung geben werde.

Bereits in den ersten Reaktionen zeigte sich, dass die Nutzer nicht unbedingt mit der Entscheidung zufrieden sind. Allerdings beschwichtige DAZN seine Nutzer auch sofort. Es werde keine Unterbrechungen in Live-Übertragungen geben. Ebenso wolle man auf Splitscreen-Werbung verzichten.

„Es wird kurze Clips vor oder hinter dem Content geben“, teilte die Plattform via Twitter mit. Anstelle der Einblendungen von Tabellen oder Statistiken in Pausen von – beispielsweise NFL-Spielen – könnten wir bald folglich ein paar Werbe-Spots sehen.

Warum geht der Streaming-Dienst diesen Schritt?

Eine konkrete Antwort auf diese Frage gibt es seitens des Managements nicht. Allerdings liefern die Aussagen in den Pressemitteilungen deutliche Anhaltspunkte. Dort argumentiert das Unternehmen, dass Partnerschaften mit Marken nötig seien, um weiterhin Premium-Inhalte und Technologien anbieten zu können.

In anderen Worten: Knapp zehn Euro pro Nutzer reichen nicht aus, um die teuren Übertragungsrechte für die meisten der größten, internationalen Ligen zu refinanzieren.

Die Fragen und Herausforderungen, vor denen der Streaming-Dienst steht, sind folgende:

  1. Gelingt es dem Dienst, dass die Werbung einerseits nicht nervig ist (drei Mal der gleiche Spot hintereinander) und andererseits nicht überhand nimmt?
  2. Schafft es die Perform Group, über diese Art der Finanzierung das fehlende Geld reinzuholen?
  3. Wie wirkt sich die Werbung auf die Anzahl der Abonnenten aus?

Denn grundsätzlich ist klar: DAZN trifft den Zeitgeist und die Anforderungen von jungen und auch älteren Sport-Interessierten. Lange Laufzeiten oder teure Einzeltickets sind im Zeitalter der Abonnements keine Optionen mehr.

Und auch wenn der Aufschrei zu Beginn groß ist: Selbst Amazon und Netflix haben in der Zwischenzeit aktiv Werbung in die eigenen Streaming-Angebote eingebaut und auch diese wird von den Nutzern akzeptiert.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.