Marketing

Wie die Digitalisierung neue Agenturmodelle nötig macht

Agentur, Agentur der Zukunft
Die Digitalisierung verlangt von traditionellen Agenturen ein Umdenken. (Foto: pexels.com / Daria Shevtsova)
geschrieben von Philip Bolognesi

So kontinuierlich sich die Kommunikations-Branche weiterentwickelt, so schnell verändern sich auch die Landschaft der Agenturen und die Agentur-Modelle. Neue Namen, vermehrte Übernahmen und projektbezogene Spezial-Agenturen bestimmen die Szene. Und dann ist da noch die Digitalisierung. Wo geht also die Reise hin?

In den letzten Jahren hat sich die Medienlandschaft rapide und grundlegend verändert. Was gestern noch seine Daseinsberechtigung hatte, ist morgen schon überholt oder gar absolut hinderlich.

Die zunehmende Digitalisierung – und damit auch das Marketing – zwingen Agenturen dazu, all ihre Ebenen zu überdenken. Das typische Modell einer Agentur und auch die Beziehungen zwischen den Agenturen waren und sind immer mehr im Wandel.

Neue Modelle und neue Disziplinen

Doch nicht nur die Prozesse ändern sich. Neue Online- und Digital-Disziplinen stehen stärker im Fokus. Deshalb erscheint die Full-Service-Agentur oft als unglaubwürdig und wenig vertrauenserweckend. Häufiger gefragt ist hingegen die Spezial- oder auch Hybrid-Agentur, die projektbezogen mit Spezialisten kooperiert.

Die großen Projektbudgets großer Marken flattern heute kaum noch in die Erstellung einer neuen Website oder eines Online-Shops. Überwiegend wandert das Geld in Beratungsleistungen, sodass Agenturen immer mehr zu Unternehmensberatern werden.

Daher suchen viele Agenturen ihre Zukunft in der Verschmelzung mit größeren Agentur-Networks. Dass so wertvolle Kompetenzen und Ressourcen aufgesogen werden, nehmen Agentur-Inhaber vor dem Hintergrund des immer härteren Preiskampfes in Kauf.

Mit diesen Herausforderungen müssen Agenturen rechnen

Einfacher Zugang zu Tools und Kommunikation in Echtzeit

Dass das traditionelle Agenturgeschäft gefährdet ist, hat auch mit dem für alle möglichen Zugang zur Technologie zu tun. Neben der professionellen Bedienung der Tools und Marketing-Instrumente ist die vertrauensvolle Beziehung zu Kunden das wichtigste Kapital überhaupt. Direkte Kommunikation in Echtzeit ist mittlerweile mehr wert als überschäumende Werbebotschaften, sodass Marken den Dialog zu ihren Kunden selbst gestalten statt sie diese in die Hände von Agenturen zu geben.

Full-Service oder exakte Spezialisierung

Deshalb haben nur Agenturen eine Chance, die neben ihrer per se vorhandenen Kreativ-Leistung auch Beratung und Technologie in einem anbieten. Wenn also Full-Service, dann im großen Stil. Ansonsten ist dieses Modell weiterhin bei kleinen und mittleren Unternehmen mit begrenztem Werbebudget gefragt. Der Grund dafür ist simpel: Diese Unternehmen können sich die großen Player der Agentur-Landschaft nicht leisten.

Agile Kooperationen mit Freelancern

Die Gesellschaft und somit auch Agenturen werden immer vernetzter mit intensiven Kooperationen, sodass vorhandene Strukturen aufweichen. Doch ebenso drängen immer mehr Freelancer und Solopreneure in den Mittelpunkt und positionieren sich über alle Kanäle hinweg. Sie sind agiler und organisieren sich zusammen in smarten Strukturen schneller – und machen Agenturen ihre Relevanz in bestimmten Disziplinen streitig.

Datensensibilität der Verbraucher steigt

Auch möglich: Verbraucher gehen immer sensibler mit dem Thema Datensicherheit um und schränken den Zugriff auf Profile und ihre digitalen Fußspuren ein. Marken fahren ihr Marketing-Budget spürbar runter und verschärfen die Situation für Agenturen.

Fazit zur Agentur der Zukunft

Agenturen waren schon immer die Dienstleister, die dank ihrer kreativen Mitarbeiter großartige Geschichten für Marken produzierten. Doch die zunehmende Digitalisierung wird dieses Modell in nicht mehr allzu ferner Zukunft verändern, wenn nicht sogar auflösen.

Digitalisierung annehmen und alle Chancen daraus für sich nutzen: Agenturen tun gut daran, ihre fachlichen Kompetenzen dank Aus- und Weiterbildung auszuweiten und ihre Strategien für die eigene Agentur kritisch zu analysieren. Doch vielen alteingesessenen Inhabern fällt das nicht leicht.

Der Ruf nach Vertrauen im Marketing kann daher auch für Agenturen eine Chance sein. Denn viele Unternehmen brauchen da dringende Unterstützung.

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Über den Autor

Philip Bolognesi

Philip Bolognesi arbeitet seit Anfang September in der Redaktion von BASIC thinking. Er hat Kommunikationswissenschaften studiert und ist zertifizierter Social-Media-Manager. Zuvor hat er als freiberuflicher Online-Redakteur für CrispyContent (Serviceplan Berlin) gearbeitet und mittelständische Unternehmen in ihrer Online-Kommunikation beraten. Ihn trifft man häufig im Coworking-Space Hafven in Hannover. Er ist begeisterter Tischtennisspieler, Fitness-Fan, Typ-1-Diabetiker und permanent auf der Suche nach interessanten Themen aus den Bereichen Social Media, Marketing und Ernährung.

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