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Warum die Rekordstrafe gegen Tik Tok noch zu niedrig ausfällt

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Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist Tik Tok äußerst beliebt. (Foto: Screenshot / YouTube)
geschrieben von Christian Erxleben

Die Federal Trade Commission hat Tik Tok eine Rekordstrafe von 5,7 Millionen US-Dollar verhängt. Als Grund nennt die Verbraucherschutzbehörde den laxen Umgang mit den Daten von Kindern und Jugendlichen. Gerade deshalb müsste die Strafe höher ausfallen.

5,7 Millionen US-Dollar: Was für eine Privatperson eine enorme Menge Geld ist, ist für international agierende Unternehmen und soziale Netzwerke eher ein kleiner Posten in der Umsatz- und Gewinn-Bilanz.

Und selbst wenn die Social-Video-Plattform Tik Tok noch eher zu den Neulingen in der Social-Media- und Marketing-Welt zählt, generiert das Unternehmen bereits ordentliche Umsätze. Schließlich verfügt die Plattform weltweit bereits über mehrere Hundert Millionen Nutzer.


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Verbraucherschutzbehörde verhängt Rekordstrafe gegen Tik Tok

Umso erstaunlicher ist die Höhe der Rekordstrafe gegen Tik Tok, die nun die unabhängige US-amerikanische Verbraucherschutzbehörde gegen das soziale Netzwerk ausgesprochen hat. Demnach müssen die Macher von Tik Tok laut der Federal Trade Commission (FTC) rund 5,7 Millionen US-Dollar zahlen.

Als Grund für die Strafe nennen die Verbraucherschützer, dass „Tik Tok illegal persönliche Daten von Kindern gesammelt hat“ ohne vorher die Erlaubnis der Eltern einzuholen. Damit verstößt das Unternehmen gegen die sogenannte COPPA-Regelung.

Dahinter verbirgt sich der Children’s Online Privacy Protection Act – also ein Gesetz, das sich für den Schutz von Kindern im Internet einsetzt. So setzt COPPA beispielsweise voraus, dass soziale Netzwerke und Plattformen von jedem Mitglied, das jünger als 13 Jahre ist, eine Genehmigung der Eltern einholen müssen.

Kinder und Jugendliche können auf Tik Tok nur noch konsumieren

Gerade weil Tik Tok hauptsächlich minderjährige Nutzer als Zielgruppe anspricht, ist es verwunderlich, dass das Unternehmen die rechtlichen Regelungen in den USA bislang missachtet hatte.

Als Reaktion auf die Rekordstrafe veröffentliche Tik Tok umgehend ein Statement auf der eigenen Plattform. In diesem entschuldigt sich das Netzwerk zunächst und kündigt sofort Schritte an.

So schafft Tik Tok für Kinder eine eigene Ausgabe der App. Diese ist in ihren Funktionen und Inhalten stark beschränkt. So können Nutzer unter 13 Jahren ab sofort nicht mehr mit Inhalten interagieren oder Nachrichten an andere Nutzer verschicken. Lediglich der Konsum von gefilterten Inhalten ist noch möglich.

Gerade Kinder benötigen den besten Schutz

Obwohl seit Bestehen der COPPA-Regelung noch keine höhere Strafe verhängt worden ist und obwohl Tik Tok die eigene Anwendung sofort umstrukturiert hat, bleibt ein fader Beigeschmack. Schließlich benötigen insbesondere Kinder im realen und im digitalen Leben den bestmöglichen Schutz.

Unser Nachwuchs ist häufig nicht in der Lage, komplexe Texte wie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von sozialen Netzwerken zu verstehen.

Hinzu kommt, dass sie auf den Plattformen selbst unwissend ihre persönlichen Daten an multinationale Konzerne weitergeben. Zudem werden sie auf Plattformen mit Inhalten konfrontiert, die für Acht- oder Elfjährige nicht geeignet sind.

Und gerade deshalb hätte die Federal Trade Commission ein deutliches Zeichen setzen müssen. Ein paar Millionen US-Dollar Strafe sind für dieses Vorgehen zu wenig und unverhältnismäßig.

Ein zwei- oder dreistelliger Millionenbetrag hätte bei den Verantwortlichen – aber auch in der gesamten Branche – vermutlich deutlich mehr bewirkt.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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