Debitkarte mit Fingerabdrucksensor ermöglicht unlimitierten Einkauf

Felix Baumann
Bild: NatWest

Die Deutschen lieben ihre Scheine und Münzen. Das wird immer wieder bei Umfragen und Datenauswertungen klar. Glaubt man einer auf statista veröffentlichten Auswertung von SPLENDID RESEARCH (Paywall), dann hat sich die Beliebtheit von Bargeld im Laufe der letzten Jahre sogar noch erhöht (42,9 Prozent [2015] im Vergleich zu 48,9 Prozent [2018]). Die Zahlung mit Kreditkarte (8,8 Prozent) oder gar per Smartphone (0,4 Prozent) liegt dazu im Vergleich noch weit hinten.

Das ist in Großbritannien grundlegend anders. Hier liegt der Anteil der mobilen Bezahler schon jenseits der 50-Prozent-Marke. Um die von der Bank ausgegebene Debitkarte wieder attraktiver zu machen, hat sich nun die lokal ansässige Bank NatWest etwas einfallen lassen. Während einer aktuell anlaufenden Testphase besitzen neue Karten für rund 200 Kunden einen Fingerabdrucksensor. Damit soll eine NFC-Bezahlung ohne Limit möglich sein, sofern man logischerweise auch den Fingerabdruck zur Authentifizierung verwendet.

Die gewünschten Abdrücke werden bei der Ausgabe in der Bankfilliale erfasst und dann ausschließlich lokal und verschlüsselt auf der Karte abgespeichert. Auf diesem Weg soll auch die Sicherheit von Bankkarten erhöht werden, da ein Fingerabdruck nicht so einfach abgreifbar ist, wie eine vierstellige PIN. Die IT-Firma, die die Bank bei dem Pilotversuch unterstützt, hat ähnliche Versuche bereits 2017 in Südafrika und letztes Jahr bei der italienischen Bank Intensa Sanpaola durchgeführt.

Der Nutzen ist aber fragwürdig. Im Gegensatz zu mobilen Zahlungsmethoden, wie beispielsweise Google Pay oder Apple Pay, hat eine Karte ein fest definiertes Ablaufdatum. So müsste der Kunde bei jedem Austausch erneut seine Fingerabdrücke bei der Bank abgeben und je nach Verortung größere Strecken in Kauf nehmen.

Auch, wenn die Hoffnung besteht, dass bald die Abdrücke über eine App transferiert werden können, ist ein breiter Rollout höchstwahrscheinlich nicht praktikabel. Zum einen dürften die Herstellungskosten für eine solche Karte sicherlich höher sein und zum anderen werden Mobile Payment-Nutzer bei ihren Apps bleiben. Der einzige Markt, der vielleicht erreicht werden kann, sind Kunden, die aufgrund ihres Smartphonebetriebssystems nicht die mobile Alternative nutzen können. Ob so aber ausreichend Nutzer zusammenkommen sei mal dahingestellt.

Ich persönlich würde mir eine solche Karte nicht anschaffen. Ich nutze ohnehin kaum die NFC-Funktion meiner EC- oder Kreditkarte, da ich kleine Beträge mit Google Pay oder bar begleiche. Wie sieht es bei euch aus? Wäre eine solche Debitkarte für euch sinnvoll, seid ihr Verfechter der Freiheit (also Bargeldnutzer) oder findet ihr die Nutzung von Google Pay beziehungsweise Apple Pay komfortabler?

Quelle: The Verge

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.