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Nutzer-Glaubwürdigkeit: Warum es gefährlich ist, wenn Facebook Nutzer einordnet

Stephanie Kowalski
Facebook bewertet jetzt auch die Vertrauenswürdigkeit seiner Nutzer . (Foto: Pixabay.com / Tumisu)

Viele soziale Netzwerke haben den Fake-News den Kampf angesagt. Facebook geht dabei nicht nur den Hinweisen seiner Nutzer nach. Das US-amerikanische Unternehmen untersucht tausende neue Verhaltensindikatoren und bewertet dabei auch die Nutzer-Glaubwürdigkeit. Birgt diese Art von Bewertung Gefahren für die Facebook-Nutzer?

Den aktiven Kampf gegen Fake-News kann man in vielen sozialen Netzwerken beobachten. Viele Social-Media-Kanäle greifen dabei bevorzugt auf Algorithmen und Künstliche Intelligenz zurück, um den Wahrheitsgehalt von Beiträgen zu überprüfen.

Facebook geht hier einen Schritt weiter. Neben Tausenden neuen Verhaltensindikatoren bewertet es jetzt auch die Nutzer-Glaubwürdigkeit und berücksichtigt diese Bewertung bei der Beurteilung von Beiträgen.

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Für viele Menschen mag dies einen faden Beigeschmack haben. Verständlich, da die Funktion dieses Glaubwürdigkeitssystems höchst undurchsichtig ist. Gewisse Parallelen zum Social Score System der chinesischen Regierung lassen den Ansatz von Facebook in einem kritischen Licht erscheinen.

Was hinter der Bewertung von Facebook-Nutzern steckt

Das System von Facebook weist seinen Nutzern einen Reputationswert zu. Dabei wird die Vertrauenswürdigkeit auf einer Skala von null bis eins festgelegt.

Das bisher unbekannte Bewertungssystem wurde von Facebook im letzten Jahr entwickelt. Es ist ein Teil der Bemühungen, gefälschte Nachrichten und Fehlinformationen zu identifizieren.

Ursprünglich hatte sich Facebook auf seine Nutzer verlassen und diese problematischen Inhalte melden lassen. Diese Möglichkeit wurde aber auch genutzt, um Artikel fälschlicherweise als unwahr zu melden.

Mit dem neuen Bewertungssystem analysiert Facebook, welche Nutzer veröffentlichte Inhalte wie oft als problematisch kennzeichnen und welche Publisher als vertrauenswürdig eingestuft werden.

Das System soll in der Lage sein, zwischen Nutzern, die berechtigterweise bedenkliche Beiträge melden und denjenigen, die Inhalte wahllos markieren, zu differenzieren. Weitere Details will Facebook aber nicht nennen.

Von der Bewertung der Nutzer-Glaubwürdigkeit bis zum Social Score System ist es nicht weit

Auch wenn Facebook abstreitet, dass es sich bei ihrem System um eine Bewertung seiner Nutzer handelt, sind die potenziellen Auswirkungen eines solchen Systems nicht zu unterschätzen.

Was mit der Bewertung der Reputation beginnt, kann schnell zur Bewertung von Verhalten werden. Noch übt dieses System keinen direkten Einfluss aus. Falls aber weitere Kriterien dazu genommen werden, könnte die Bewertung Nutzer beeinflussen.

Denkbar wäre die Sperrung des Facebook-Accounts bei unerwünschtem Verhalten – der Nutzer würde damit aus einer Social-Media-Community verstoßen werden.

Eine weitere Folge könnte sein, dass andere soziale Netzwerke diesen Trend aufgreifen und die Profile des Nutzers auch dort entfernen. Ein erschreckender Gedanke, da Social Media ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags geworden ist.

Was wäre, wenn weitere Dienstleister auf diese Bewertung zugreifen könnten? Unter Umständen müsste der Nutzer sich auch diesen Unternehmen gegenüber verantworten.

Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn der eigene Arbeitgeber von solch einer Sache Wind bekäme. Eine Kündigung wäre nur eine von vielen möglichen Auswirkungen.

Wenn ein Bewertungssystem, wie das von Facebook, an Größe und Bedeutung gewinnt, könnte sich über kurz oder lang eben ein solches Social Scoring System entwickeln.

Mit dessen Hilfe kann die chinesische Regierung darüber entscheiden, ob jemand einen Job oder eine Wohnung bekommt, auf welche Schulen die Kinder gehen dürfen oder in welchem Krankenhaus eine Behandlung möglich ist. Ab 2020 ist die Teilnahme an dem Programm für die Bevölkerung und die Unternehmen in China Pflicht.

Wie gefährlich ist das System von Facebook?

Es mag sein, dass Facebook mit seine Bewertung der Nutzer-Glaubwürdgkeit keine bösen Absichten hegt. Das System könnte aber durchaus ausgebaut werden.

Spätestens mit dem Ausbau wachsen auch die Ausmaße und Nebenwirkungen, mit denen sich dann die Nutzer auseinandersetzen müssen.

Denn die Bedeutung von Social Media und das eigene Verhalten in den sozialen Netzwerken ist gestiegen. Fehlverhalten oder falsche Kommunikation werden bereits jetzt mit Konsequenzen bestraft.

Auch die Weiterentwicklung zu einem Social Scoring System, wie es in China bereits etabliert ist, ist denkbar. Mit solch einem System wäre die Meinungsfreiheit in Gefahr, Menschen würden in allen Bereichen ihres Lebens mit Einschränkungen zu kämpfen haben.

Nicht erst seit der Forderung der US-Regierung, dass Facebook eine Hintertür in den Messenger einbauen solle, steht die Frage im Raum: Welche Bedeutung haben die von Facebook gesammelten Daten? Und welche Konsequenzen kann es haben, wenn ein Facebook Nutzer negativ bewertet und diese Bewertung weitergegeben wird?

Hast du schon einmal einen fragwürdigen Facebook-Beitrag gemeldet? Glaubst du, Facebook geht mit der Bewertung der Nutzer-Glaubwürdigkeit zu weit?

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Stephanie Kowalski ist Bloggerin und unterstützt als freiberufliche PRlerin kleine und mittelständische Unternehmen bei ihrer Kommunikation. In ihrem Blog Online PR Guide erklärt sie, wie man mithilfe bewährter PR-Strategien und moderner Online-Kanäle erfolgreich digital kommuniziert.