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Wollen wir wirklich, dass Facebook unsere Kontodaten hat?

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Ist Facebook der richtige Ort für deine Kontodaten? (Foto: Pixabay.com / AKuptsova)
geschrieben von Christian Erxleben

Will Facebook an die Kontodaten seiner Nutzer gelangen? Diese Frage beschäftigt die Digital-Branche seit einem Artikel im Wall Street Journal. Und obwohl Facebook selbst beschwichtigt, stellt sich die Frage: Ist Facebook wirklich der richtige Ort für Kontostände und Kreditkarten-Informationen?

Mit einer Recherche, die sich auf Insider-Informationen aus dem Facebook-Umfeld beruft, hat das Wall Street Journal für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Laut dem Artikel hatte Facebook 2017 bei den US-amerikanischen Banken JP Morgan, Wells Fargo, Citigroup und US Bancorp nach Kundendaten gefragt.

Das Ziel sei es, mit Hilfe der Kontodaten der Nutzer das bereits bestehende Finanzangebot im Facebook Messenger auszubauen. So will es Facebook laut dem Wall Street Journal seinen Nutzern unter anderem ermöglichen, ihren Kontostand abzufragen.

Facebook dementiert Gerüchte

Facebook selbst widerspricht der Meldung. In einem Statement gegenüber dem US-amerikanischen Branchenmagazin Techcrunch sagt Facebook-Sprecherin Elisabeth Diana:

A recent Wall Street Journal story implies incorrectly that we are actively asking financial services companies for financial transaction data – this is not true. Like many online companies with commerce businesses, we partner with banks and credit card companies to offer services like customer chat or account management. The idea is that messaging with a bank can be better than waiting on hold over the phone – and it’s completely opt-in. We’re not using this information beyond enabling these types of
experiences – not for advertising or anything else. A critical part of these partnerships is keeping people’s information safe and secure.

Die Kontodaten der Nutzer sollen, so erklärt Diana weiter, ausschließlich durch die Zustimmung des Nutzers weitergegeben werden. Wer beispielsweise den Messenger-Service der Citibank nutzen möchte, muss die Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren.

Ist Facebook der richtige Ort für deine Kontodaten?

Unabhängig davon, ob Facebook nun die Kontodaten der Nutzer für Werbezwecke nutzt oder nicht – die Wahrheit kennt in diesem Zusammenhang sowieso nur Facebook – stellt sich eine Frage: Wollen wir wirklich, dass Facebook über so sensible Daten verfügt?

Zwar ist Facebook noch nicht Opfer eines klassischen Datendiebstahls geworden. (Wir erinnern uns an LinkedIn, Ebay oder Yahoo.) Trotzdem stellt sich nach dem Daten-Skandal um Cambridge Analytica die Frage, ob Facebook dauerhaft die nötige Sicherheit gewährleisten kann.

Denn selbst wenn das Sicherheitskonzept bislang aufgegangen ist, steigt die Attraktivität von Facebook für Hacker mit jeder persönlichen Information weiter. Letztendlich muss jeder Nutzer selbst entscheiden, ob er seine Kontodaten an Facebook weitergeben möchte, nur um per Messenger den Kontostand abzufragen. Ein Killer-Feature sieht anders aus.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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