Social Media

18 Wege, über die dich Facebook trackt und verfolgt

Angst, Verfolgung, Panik, Spionage, Facebook trackt
Facebook sammelt unfassbar viele Informationen über dich. (Foto Pixabay.com / kellepics)
geschrieben von Christian Erxleben

Facebook trackt und verfolgt dich über die eigene Plattform hinaus. Das dürfte inzwischen fast jedem Nutzer bewusst sein. Wie umfassend das Tracking von Facebook in Wirklichkeit ist, zeigen jetzt die Antworten von Mark Zuckerberg auf die Fragen des US-Kongresses.

Nachdem Mitte März der Daten-Skandal um Facebook und Cambridge Analytica bekannt wurde, war die Aufregung groß. So groß, dass Facebook-Gründer Mark Zuckerberg zwei Tage lang vor dem US-Kongress aussagen musste.

Die Befragung des Facebook-Chefs selbst verlief enttäuschend. Zu wenig Wissen war bei den Abgeordneten vorhanden. Alle kritischen Fragen – insgesamt waren es 42 – umging Zuckerberg mehr oder weniger geschickt. Sein Team würde die Antworten nachliefern.

Vor einigen Tagen veröffentlichte der US-Kongress nun ein gigantisches PDF-Dokument. Auf insgesamt 225 Seiten beantwortet Facebook alle offen gebliebenen Fragen der Senatoren.

Facebook trackt und trackt und trackt

Besonders interessant sind dabei die Erkenntnisse, die wir zum Tracking-Verhalten von Facebook gewinnen können. Insgesamt gibt es 18 Methoden und Verhaltensweisen, über die dich Facebook trackt, analysiert und verfolgt und Informationen sammelt.

Dazu gehören:

  1. Alle Informationen zu Computern, Smartphones, Connected TVs und alle anderen mit dem Internet verbundenen Geräte sowie dein Internet- und Mobilfunkanbieter.
  2. Die Maus-Bewegungen auf deinem Computer.
  3. Alle Namen von Apps und Dokumenten (und der Dokumententyp), die sich auf deinem Endgerät befinden.
  4. Ob Facebook im Vordergrund oder Hintergrund läuft sowie die Zeit, Häufigkeit und Dauer deiner Aktivitäten.
  5. Informationen zu nahegelegenen Wlan-Hotspots, Beacons und Mobilfunkmasten und die jeweilige Signalstärke, um deinen Standort via Triangulation einzugrenzen.
  6. Informationen zu anderen Geräten in der Nähe oder Geräten, die sich im selben Netzwerk befinden.
  7. Den Batteriestand deines Geräts.
  8. Wie viel freien Speicherplatz es auf deinem Gerät noch gibt.
  9. Installierte Plugins.
  10. Deine Verbindungsgeschwindigkeit.
  11. Einkäufe, die du auf Seiten tätigst, die nicht zu Facebook gehören.
  12. Sämtliche Kontakt-Informationen wie dein Adressbuch, wenn du es verknüpft hast.
  13. Informationen darüber, wie du die Kamera im Zusammenhang mit Facebook nutzt.
  14. Der Ort und das Datum eines geschossenen Fotos. Diese Informationen liest Facebook aus den Metadaten des Bildes.
  15. Informationen zu GPS-Daten, deiner Kamera und Fotos über die Einstellungen deines Endgeräts.
  16. Alle Informationen über deine „Online- und Offline-Aktivitäten“ und Einkäufe durch Daten von Drittanbietern.
  17. Identifikationsmöglichkeiten, wie die Gerätenummer deines Smartphones oder installierte Spiele und Apps.
  18. Wenn andere Nutzer ein Foto von ihnen teilen oder kommentieren, eine Nachricht schicken oder Kontakt-Daten hochladen oder synchronisieren.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Plattformanbieter Informationen über ihre Nutzer sammeln. Die Art und Weise, in der Facebook Daten über seine Nutzer auf und außerhalb der Plattform sammelt, ist wirklich unglaublich.

Und wenn wir ehrlich sind, wissen wir: Es könnten noch viel mehr Informationen sein.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

8 Kommentare

  • Punkt 3 kann ja m.E. nur auf mobilen Endgeräten funktionieren, wo die Apps Zugriffsberechtigungen auf das System erhalten, oder? Auf Desktoprechnern kann ja eher nicht aus dem Browserkontext ausgebrochen werden (allenfalls über Flash), das ist jedenfalls mein letzter Wissensstand.

  • Na, das klingt doch mal nach Datenschutz, toll gemacht DSGVO! Kleine Unternehmen leiden daran und Facebook macht weiter wie immer. Dennoch frage ich mich, was Facebook mit meinen Maus Bewegungen will?

    • Spontan kommen mir drei Dinge zu den Maus-Bewegungen in den Sinn; wobei es wahrscheinlich unzählige mehr gibt.

      1. Usability: Maus-Bewegungen können zeigen, wie User einer Seite nutzen und ob das Design eher nützlich oder frustrierend ist. Findet der User direkt den Link, den er anklicken mag oder wandert die Maus wild über den Bildschirm?

      2. Identifikation: Aus dem Bewegungsprofil der Maus lässt sich ein Fingerabdruck erzeugen, mit welchem ein User identifiziert werden kann. So kann man z.B. User in anonymen Netzwerken (TOR) verfolgen.

      3. Gesundheit: Leichte kognitive Beeinträchtigungen können Einfluss auf die Maus-Bewegungen haben und könnten somit zur Diagnose beitragen. Die Maus-Bewegungen eines Users werden weniger und ungezielter? Der User sucht auch nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung? Ob das was wird? (https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S2352872915000792)

  • Während wir uns noch auf jeder Website der Nutzung von Cookies zustimmen müssen, sind andere schon weiter: auch die Mausbewegung lassen ein Fingerprinting des Nutzers zu.
    https://motherboard.vice.com/en_us/article/78k8pz/how-you-move-your-mouse-could-help-others-track-youeven-on-tor
    Zusätzlich mit dem Batteriestand, Listen von installierten Plugins und Apps, WLAN-Namen und Meta-Daten in Fotos braucht man keine Cookies mehr, um einen Nutzer wiederzuerkennen.

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