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Behind The Screens – der Podcast über Digitalisierung: Florian Walberg

Florian Walberg, Panos Meyer, Behind the Screens
Florian Walberg ist zu Gast bei Behind the Screens, dem Podcast zur Digitalisierung.
geschrieben von Philip Bolognesi

In Behind The Screens – der Podcast über Digitalisierung – spricht Panos Meyer, Geschäftsführer der Hamburger Digital-Agentur Cellular, mit Personen, die sich in unterschiedlicher Position und Verantwortung täglich mit den Herausforderungen der Digitalisierung auseinandersetzen. Heute zu Gast: Florian Walberg, Gründer und CEO von Walberg Urban Electrics.

Florian Walberg hat vor sieben Jahren Walberg Urban Electrics gegründet und in Eigenregie Elektroroller gebaut. Und das lange bevor die meisten an Elektromobilität gedacht haben beziehungsweise es überhaupt eine rechtliche Grundlage dafür gab.

Vom Boygroup-Star zum Elektromobilität-Experten

Davor hatte er – wie er selbst sagt – in den 1990er Jahren eine “bewegte Vergangenheit” als Sänger der deutschen Boyband Bed & Breakfast. Als das Kapitel beendet war, ging es für Walberg als Tourmanager hinter die Bühne.

Während dieser Zeit bewegte er sich immer öfter mit einem kleinen, faltbaren Elektroroller fort, der seine Leidenschaft für das Thema entfachte.

“Man muss die Politiker auch an die Hand nehmen”

2019 könnte für Florian Walberg DAS Jahr werden, denn das deutsche Gesetz wird angepasst und Elektroroller werden erstmals im Straßenverkehr zugelassen. Diese dürfen dann bis zu 20 Kilometern pro Stunde auf Fahrradwegen fahren.

Der Fahrer muss mindestens 15 Jahre alt sein und einen Mofa-Führerschein oder eine andere Fahrerlaubnis besitzen. Außerdem ist eine Versicherungsplakette Pflicht, ähnlich wie Mofas und kleine Motorroller. Helme sind jedoch nicht vorgeschrieben.

Auf diese Gesetztesänderung angesprochen, sagt er verständnisvoll: “Man muss die Politiker auch mal an die Hand nehmen. Sie können sich nicht in allen Bereichen auskennen.”

In Walbergs Augen sei es vor allem ihre Aufgabe, bürokratische Hürden abzubauen. Dazu brauchen Politiker keine tiefen Fachkenntnisse, sondern mehr ein Gespür für Innovationen.

Die Anpassung der Gesetzeslage wird dieses Jahr zu einer großen Veränderung führen, da große Player den Markt mit viel Geld besetzen wollen. Genau das fehlt Florian Walberg mit Walberg Urban Electrics, da das Unternehmen nach wie vor ohne Fremdkapital auskommt.

Doch er ist mit seinen langjährigen Branchenerfahrung sehr gelassen und optimistisch: “Ich bin dadurch für alle großen Unternehmen der – positiv gesehen – Fachidiot in dem Bereich.”

Warum die Hardware am Ende entscheidend sein wird

Bezüglich des Kampfes “Software vs. Hardware” hat Walberg ebenfalls eine klare Meinung: “In Zeiten eines Goldgräber-Booms machst du das meiste Geld, indem du Schaufeln verkaufst.”

Genau aus diesem Grund wird Walberg Urban Electrics bei der Roller-Produktion bleiben und nicht in Software investieren, da nach der Gesetzesänderung zahlreiche Sharing-Anbieter in die Städte drängen werden, so Walberg.

Am Ende gewinnt dann derjenige mit der besten Hardware – wobei es vor allem auf Stabilität und Fahrgefühl ankommt. Walberg sieht hier mit seiner Erfahrung den Vorteil, den Nutzern die bestmögliche Erfahrung bieten zu können.

Er hofft daher auf große Deals mit Mobility-Konzernen und Sharing-Plattformen.

“Mobilität ist ein Urtrieb”

Wie so oft bei technischen Innovationen und Trends kommt auch der Roller-Boom aus den USA. Warum nur konnten die kleinen Vehikel dort einen beispiellosen Siegeszug bis zu uns antreten?

Die Mobilität ist laut Walberg ein menschlicher Urtrieb, denn jeder muss von A nach B kommen, und das am besten unabhängig und individuell – und das auch bei kleinen Strecken wie der letzten Meile.

Zudem sind kleine kompakte Fahrzeuge eine Sache der persönlichen Entfaltung bzw. ein “Identifikations-Thema”.

Das Ganze scheint auch für Walberg zu funktionieren, der den Umsatz laut eigenen Aussagen dieses Jahr verfünffachen wird und – sofern alle Hardware-Deals klappen – sogar Aussicht auf ein fünfzigfaches Wachstum hätte.

Warum Florian Walberg dennoch kein Google 2.0 werden will, er Politiker noch öfter an die Hand nehmen möchte und warum ihm ein geregelter Alltag wichtig ist? Das erläutert er in der neuen Folge des Behind The Screens-Podcast, den du auf  Soundcloud, iTunes oder Spotify direkt und kostenlos anhören kannst.

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Über den Autor

Philip Bolognesi

Philip Bolognesi arbeitet seit Anfang September in der Redaktion von BASIC thinking. Er hat Kommunikationswissenschaften studiert und ist zertifizierter Social-Media-Manager. Zuvor hat er als freiberuflicher Online-Redakteur für CrispyContent (Serviceplan Berlin) gearbeitet und mittelständische Unternehmen in ihrer Online-Kommunikation beraten. Ihn trifft man häufig im Coworking-Space Hafven in Hannover. Er ist begeisterter Tischtennisspieler, Fitness-Fan, Typ-1-Diabetiker und permanent auf der Suche nach interessanten Themen aus den Bereichen Social Media, Marketing und Ernährung.

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