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Ein Viertel der Europäer würde politische Entscheidungen einer KI überlassen

geschrieben von Nicole Scott

Es ist nicht verwunderlich, dass in einer Welt, in der Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika ist, ein Viertel der EU-Bevölkerung es vorziehen würde, politische Entscheidungen einer künstlichen Intelligenz zu überlassen.

Im Januar befragte das Center for the Governance of Change der spanischen IE University 2.500 Personen aus Großbritannien, Spanien, Deutschland, Frankreich, Irland, Italien und den Niederlanden. Ziel war es, Meinungen über den technologischen Wandel in Städten und an Arbeitsplätzen zu sammeln und herauszufinden, wie Regierungen mit diesen Veränderungen umgehen sollten.

Das interessanteste Ergebnis war, dass ein Viertel der Befragten angab, dass sie es vorziehen würden, politische Entscheidungen einer künstlichen Intelligenz und nicht Politikern zu überlassen.

In der Studie heißt es:

„Die wachsende Desillusionierung gegenüber der politischen Klasse spiegelt sich in der Anzahl der Personen wider, die lieber eine KI politische Entscheidungen treffen lassen würde als Politiker. Dieser offensichtliche Vertrauensverlust gegenüber den politischen Eliten deckt sich mit einer Vielzahl anderer Umfragen, die in den letzten Jahren durchgeführt wurden, und verdeutlicht das Paradoxon, in dem wir leben: Die Menschen sind von ihren Regierungen ernüchtert, bitten sie aber gleichzeitig, die negativen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen neuer Technologien anzugehen.“

„Diese Denkweise, die wahrscheinlich im wachsenden Misstrauen der Bürger gegenüber Regierungen und Politikern ihren Ursprung hat, stellt eine erhebliche Infragestellung des europäischen Modells der repräsentativen Demokratie dar, da sie das Konzept der Volkssouveränität selbst in Frage stellt“, sagt Diego Rubio, Executive Director des Center for the Governance of Change der IE University in einem Statement.

Diese Ansicht hat sich zum globalen Trend entwickelt und basiert auf der zunehmenden Ernüchterung gegenüber der Demokratie und einer wachsenden Skepsis gegenüber der Vorstellung, dass einzelne Menschen einen Einfluss auf politische Entscheidung haben können.

Das Problem ist, dass selbst künstliche Intelligenzen von Vorurteilen und Voreingenommenheit beeinflusst werden können. Sie lassen sich manipulieren, um bestimmte Ergebnisse zu erzielen. Wir haben zwar die Chance, künstlichen Intelligenzen zu erschaffen, die frei von Vorurteilen sind, aber wir müssen diese Vorurteile zuerst verstehen, bevor wir unsere KIs entsprechend entwickeln können.

Die Studie ergab auch, dass die Befragten von den Regierungen erwarten, dass sie negative Auswirkungen der Technologie auf unsere Gesellschaft verringern – durch Regulierung, Einschränkungen bei der Automatisierung und Unterstützung für Menschen, die von Arbeitsplatzverlusten betroffen sind. „Das unterstreicht das Paradoxon, in dem wir leben“, schreiben die Autoren. „Die Menschen sind ernüchtert von den Regierungen, bitten sie aber gleichzeitig, die negativen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen der neuen Technologien anzugehen.“

Hier sind einige weitere wichtige Punkte, die sich aus der Studie entnehmen lassen:

  • Die Ergebnisse spiegeln eine starke Angst vor den Veränderungen wider, die durch technologischen Fortschritt hervorgerufen werden. Mehr als die Hälfte der Befragten befürchtet, dass Roboter unsere Arbeitsplätze wegnehmen werden, und 70 Prozent sagten, dass ungebremste technologische Innovation der Gesellschaft mehr Schaden als Nutzen zufügen könnte. Die Befragten äußerten auch Bedenken hinsichtlich der Risiken von digitalen Beziehungen, die zunehmend menschlichen Kontakt ersetzen, da immer mehr Menschen ihre Zeit online verbringen.
  • Mehr als zwei Drittel der Europäer aller Altersgruppen glauben, dass neue Technologien der Gesellschaft im kommenden Jahrzehnt mehr Schaden als Nutzen zufügen werden, wenn sie nicht ausreichend kontrolliert werden.
  • Die überwiegende Mehrheit der befragten Europäer erwartet von ihren Regierungen, dass sie neue Gesetze und Steuern erlassen, um die Automatisierung einzuschränken und Arbeitsplatzverlagerungen zu verhindern – auch wenn dies den technologischen Fortschritt aufhalten würde.
  • Die Menschen machen sich nicht nur Sorgen um den bevorstehenden technologischen Wandel, sondern haben auch das Gefühl, dass die Institutionen, die diesen Prozess kontrollieren sollen, zunehmend versagen. Ein Großteil der Befragten ist außerdem der Meinung, dass das Bildungssystem sie nicht ausreichend ausbildet, um die Herausforderungen neuer Technologien zu bewältigen.

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Via YellRobot

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Nicole Scott

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