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Warum steigt Intel aus dem Geschäft für Smartphone-Modems aus?

geschrieben von Nicole Scott

Schon seit Jahren tut sich Intel schwer, auf dem Smartphonemarkt Fuß zu fassen – selbst nachdem Apple Intel mit der Herstellung von 4G-Modems beauftragt hatte. In einer überraschenden Wendung erzielten Apple und Qualcomm in ihrem Streit heute eine außergerichtliche Einigung. Apple ist bereit, für die Modem-Patente von Qualcomm zu bezahlen. Dieser Streit war der Grund, weshalb sich der Smartphone-Gigant zunächst für Intels Modem-Technologie entschieden hatte, obwohl diese eigentlich schlechter ist. Mit der Lizenzvereinbarung zwischen Apple und Qualcomm bleibt Intel nun im Regen stehen.

Die Frage lautet nun:

Hat sich Apple für diese Einigung entschieden, weil Intel aus dem Modem-Geschäft aussteigt, oder steigt Intel aufgrund dieser Einigung aus dem Modem-Geschäft aus?

Intels Entscheidung ist eindeutig eine Folge des Qualcomm-Deals, schließlich wurde sie an dem Tag verkündet, an dem Apple den Deal öffentlich gemacht hat (die Vereinbarung wurde bereits am 1. April unterzeichnet). Was die obenstehende Frage angeht, schätzen wir, dass wohl Letzteres der Fall ist. Es ist kein Geheimnis, dass Intel Schwierigkeiten hatte, ein 5G-Modem zu entwickeln. Das brachte schließlich auch Apple in eine schwierige Lage. Denn der Smartphone-Hersteller ist in Sachen 5G-Smartphones mittlerweile spät dran. Es lässt sich natürlich behaupten, dass das von Anfang an Teil des Plans von Apple war. Aber jetzt, da die ersten 5G-Netzte in vielen Städten der USA verfügbar sind, wünschen sich die Mobilfunkanbieter kompatible Geräte.

Hinzu kommt: Wenn das nächste iPhone kein 5G unterstützt, wie könnte Apple dann behaupten, dass es sich dabei um das beste Smartphone mit der neusten Technologie handelt?

Viele iPhone-Käufer haben die im Vergleich zu anderen Geräten mangelhafte 4G-Performance nicht bemerkt. Aber mit dem neuen Netzwerkstandard wird vielen Nutzern der Unterschied mit Sicherheit auffallen. Apple war schon immer spät dran, was die Anpassung an neue Standards angeht. Das erste iPhone unterstützte nicht einmal 3G. Das war auch der Grund, weshalb ich damals nicht vom iPhone überzeugt war – ein Smartphone ohne ordentliche Mobilfunkverbindung? Mein Samsung Blackjack war um Längen besser als das erste iPhone! Ich lag natürlich falsch und bisher hat diese Strategie Apple nicht geschadet.

Aber die Zeiten haben sich seit dem Marktstart des ersten iPhone im Jahr 2009 geändert. Damals befand sich der Smartphonemarkt im Umbruch und mobiles Datenvolumen war ein relativ neues Konzept. Mittlerweile ist die Konkurrenz im Premium-Segment deutlich aggressiver und viele loyale Apple-Nutzer fragen sich, wie lange sie der Marke noch treu bleiben können. Der Preis von mehr als 1000 US-Dollar für ein Smartphone, das nicht einmal die neusten Mobilfunkstandards unterstützt, lässt sich nur schwer rechtfertigen.

Ohne das Vertrauen und die Unterstützung von Apple sah sich Intel einer schweren Entscheidung gegenüber: Intel musste entweder anfangen, 5G-Modems herzustellen, oder das Modem-Geschäft hinter sich lassen, um sich stattdessen auf 5G-Infrastruktur konzentrieren.

Ben Thompson von Stratechery nennt einen weiteren möglichen Beweggrund. Apple sucht seit dem Streit mit Qualcomm nach eigenen Modem-Technikern. Möglicherweise hat der Smartphone-Hersteller noch immer Interesse an Intels Modem-Technik, weil der Deal mit Qualcomm unvorteilhaft sein könnte.

Für Intel ist das vielleicht also noch nicht das Ende, was 5G-Modems für den Smartphonemarkt angeht.

Lesen Sie dies, um mehr über die Vereinbarung zwischen Apple und Qualcomm zu erfahren: Unverhofft kommt oft: Apple und Qualcomm schließen Frieden

Via Stratchery

mittwald

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Nicole Scott

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