Stanford: Der Klimawandel führt weltweit zu weniger Gleichberechtigung

Felix Baumann
Ungleichheit gibt es nicht nur bei Geschlechtern (Bild: Tim Mossholder)

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Ungleichheit wird weltweit zum immer größeren Thema. Während wir in wirtschaftlich starken Gesellschaften vor allem von der Ungleichheit bei Geschlechtern hören, wird ein Problem nur selten berücksichtigt: die globale Ungleichheit.

Hier geht es nicht um Mann und Frau, sondern um die Wirtschaftsleistung in vom Klimawandel betroffenen Regionen. Denn gerade in Ländern mit hohen Durchschnittstemperaturen und wenig Wohlstand bricht die Volkswirtschaft zunehmend ein. Im Gegenzug jagt gerade bei uns in gemäßigteren Breiten einen Anstieg den nächsten.

Eine neue Studie aus Stanford hat sich nun mit dem Thema befasst und herausgefunden, dass dieses Problem kaum existieren würde, wenn es den von uns verursachten Klimawandel nicht gäbe.

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[mg_blockquote cite=“Oxford-Studie“]The global warming caused by fossil fuel use has likely exacerbated the economic inequality associated with historical disparities in energy consumption.[/mg_blockquote]

Zwischen 1961 und 2010 war der Unterschied im Pro-Kopf-Einkommen zwischen den wohlhabendsten 10 Prozent und den ärmsten 10 Prozent der Länder um 25 Prozent größer als ohne die globale Erwärmung. Grund dafür ist unter anderem, dass die armen Länder nicht von den Vorteilen der fossilen Brennstoffe profitieren konnten, sondern lediglich die Nebenwirkungen abbekamen.

Konkrete Beispiele nennt die Studie auch. Im Vergleich zu einer Welt ohne Klimawandel ist das Bruttoinlandsprodukt in Indien um 31 Prozent, in Nigeria um 29 Prozent und in Brasilien um 25 Prozent geringer. Im Umkehrschluss sind auch Länder durch den Klimawandel reicher geworden. Kanada kann sich über ein Plus von 32 Prozent freuen und auch Norwegen ist mit +34 Prozent ein Profiteur.

Auch einen Zusammenhang mit dem ausgestoßenen CO2 pro Einwohner gibt es. So sank das BIP in Ländern mit bis zu 100 Tonnen Ausstoß pro Einwohner um 24 – 27 Prozent. Länder, die pro Kopf mehr als 300 Tonnen ausstießen profitierten von einem Wachstum um 13 Prozent.

Denken wir also an Ungleichheit, dann müssen wir deutlich weiter denken. In den Zeitungen liest man wieder in diesen Tagen, dass Deutschland 2019 mit einer weiteren Trockenzeit zu kämpfen hat, während in Afrika, Brasilien und anderen Ländern nahe des Äquators dies schon zum Alltag gehört. Es mag schwierig sein, bei diesem Thema Fahrt aufzunehmen, gerade deshalb, weil wir keine negativen Auswirkungen spüren. Aber ich glaube mit Veranstaltungen, wie „Fridays For Future“ könnte das Thema endlich an Relevanz gewinnen.

Bleibt nur noch abzuwarten, was die Regierung unternehmen wird. Kanzlerin Merkel hat die Gründung eines Klimakabinetts bekannt gegeben. Mit Mitgliedern wie Horst Seehofer und Andreas Scheuer wird der Klimaschutz aber garantiert mit Vollgas gegen die Wand knallen.

Quelle: Quartz

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Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei BASIC thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in BASIC thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.