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Immer mehr Instagram-Werbung: Das Netzwerk wird zur Werbe-Müllhalde

Christian Erxleben
Neues Format für Instagram-Werbung: Jetzt erscheinen auch Anzeigen auf der Explore Page. (Foto: Instagram)

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Instagram führt Anzeigen auf der Explore Page ein. Damit wird auch der letzte Bereich des Bilder-Netzwerks künftig mit Werbung bespielt. Das simple Erforschen, Inspirieren und Entdecken fällt immer schwerer – und macht weniger Spaß. Ein Kommentar zu Instagram-Werbung.

Jeden Tag schauen 500 Millionen Besucher auf der Explore Page in ihrem Instagram-Account vorbei. Das entspricht der Hälfte aller Nutzer, die das Bilder-Netzwerk mindestens einmal im Monat nutzen.

Deswegen ist es auch nicht wirklich verwunderlich, dass Instagram diesem Bereich erst kürzlich ein umfassendes Update verpasst hat. Neben Instagram Stories, einer neuen Navigationsleiste und IGTV-Videos können wir Nutzer nun sogar Shopping-Beiträge dort entdecken.

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„Money follows eyeballs“: Darum gibt es nun Instagram-Werbung im Explore Feed

Und wie es so oft geschieht: Nachdem ein Bereich ein paar neue Features erhalten hat, folgt nur kurze Zeit später die Erschließung durch und für die Werbe-Industrie. Dieses Schicksal ist nun auch dem Explore-Bereich widerfahren. Money follows eyeballs.

Bis September 2019 rollt Instagram im beliebten Entdecker-Sektor Anzeigen aus. Diese erscheinen zwar nur, nachdem wir auf einen Beitrag geklickt haben. Sprich: Die Anzeigen sind nicht auf der Explore Page selbst sichtbar. Das wäre aber auch aufgrund der Kennzeichnung optisch problematisch geworden.

Damit wird der Explore-Bereich in den nächsten Monaten nur zu einer weiteren von zahlreichen Placement-Optionen für Facebook- und Instagram-Werbung – neben den Stories, dem klassischen Feed, dem Messenger oder der rechten Spalte auf Facebook.

Schlechte und unpassende Werbung: So vergrault man treue Nutzer

Aus wirtschaftlicher Perspektive ist der Schritt, Instagram-Werbung auch im Explore-Bereich anzubieten, natürlich nachvollziehbar. An all den Orten, an denen sich viele Menschen aufhalten, werden wir früher oder später bezahlte Inhalte finden.

Trotzdem geht diese Rechnung nicht komplett auf. Denn mit jedem Ort, an dem wir Nutzer durch Werbung von den eigentlich interessanten Inhalten abgelenkt werden, fühlen wir uns zunehmend unwohl.

Es ist der Ort, an den Menschen gehen, wenn sie Fotos und Videos sehen wollen, die zu ihrem Account und ihren Interessen passen, deren Accounts sie allerdings noch nicht folgen.

So beschreibt Instagram selbst den Explore Feed. Das Problem daran ist nur: Leider passen die allerwenigsten Anzeigen auf Instagram zu unseren Interessen. Ich persönlich erhalte beispielsweise häufig Zigarren-Werbung, obwohl ich nicht rauche und noch nie ein Interesse daran gezeigt habe.

Das mag daran liegen, dass die Informationen auf Instagram spärlicher gesät sind als auf Facebook. Auf der Bilder-Plattform geben wir im Zweifelsfall nicht einmal unser Alter an. Und aus unseren Likes auf unsere Interessen zu schließen, ist leider nicht immer sinnvoll.

Instagram wird zum nächsten Facebook

Außerdem verwenden viele Werbungtreibende sicherlich Instagram auch nur als weiteren Ausspielort für ihre Kampagnen. Ob es nun einen Fit mit der Zielgruppe gibt, ist offensichtlich häufig egal. Hauptsache Instagram-Werbung. Da sind ja die jungen Leute heutzutage.

Betrachtet man die Entwicklung, stellt man fest, dass Instagram einen ähnlichen Prozess durchläuft wie der Mutter-Konzern Facebook. Nach und nach werden alle Bereiche mit Werbung erschlossen. Diese ist oftmals unpassend, nervig und hält uns von unseren eigentlichen Interessen auf der Plattform ab.

Früher oder später führt das dann dazu, dass weniger Nutzer die Plattform aktiv nutzen und der passive Konsum zunimmt. Doch solange das Geld sprudelt, ist das offensichtlich unwichtig.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.