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Instagram, Instagram-Mobbing, Social Media, Online-Mobbing, Online-Bullying
SOCIAL

Instagram testet neue Maßnahmen gegen Mobbing: Können sie wirklich helfen?

Vivien Stellmach
Aktualisiert: 10. Juli 2019
von Vivien Stellmach
Neue Maßnahmen gegen Instagram-Mobbing: Nutzer sollen bald gewarnt und eingeschränkt werden, wenn sie sich intolerant verhalten. (Foto: Instagram)
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Instagram-Mobbing ist ein heikles Thema. Deshalb testet das Bildernetzwerk zwei neue Funktionen: Kommentar-Warnungen und Nutzer-Einschränkungen. Sie sollen helfen, die Plattform zu einem friedlichen Ort zu machen. Aber sind die Maßnahmen auch effizient genug? Ein Kommentar.

„Es liegt uns am Herzen, den Kampf der Branche gegen Online-Bullying anzuführen“, sagt Adam Mosseri. Er ist Head of Instagram und hat sich in einem offiziellen Blog-Post zu Wort gemeldet.

Mosseri möchte, dass sich Nutzer auf der Foto- und Videoplattform „sicher und wohl“ fühlen. Und dafür überdenke man das gesamte Erlebnis auf Instagram.

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Konkret geht es dabei um Kommentare wie „Du bist hässlich und dumm“, denen Instagram jetzt größere Steine in den Weg legen will – und zwar mit zwei neuen Maßnahmen.

Erste Funktion gegen Instagram-Mobbing: Kommentar-Warnungen

Die Kommentar-Warnungen basieren auf einer Künstlichen Intelligenz (KI) und sollen Nutzer, die sich gerade möglicherweise beleidigend äußern wollen, noch vor dem Abschicken darüber informieren.

Der Absender soll damit die Chance erhalten, seinen Kommentar zu überdenken und zurückzuziehen. Das ist theoretisch aller Ehren wert. Aber wer einen anderen Nutzer wirklich beleidigen will, wird sich von einer Warnung sicher nicht davon abhalten lassen.

Die Funktion könnte höchstens greifen, wenn jemand einen verletzenden Kommentar aus einer schlechten Laune heraus schreibt – ähnlich wie bei einer wütenden Nachricht, über die man vor dem Absenden vielleicht lieber nochmal schläft.

Zunächst steht die Maßnahme auch nur für englischsprachige Kommentare zur Verfügung. Weitere Sprachen sollen folgen.

Zweite Funktion: Einschränkungen

Als zweite Maßnahme testet Instagram demnächst, beleidigende Nutzer einzuschränken. Damit sollen wir uns vor Unruhestiftern selbst schützen können.

Wenn wir einen Nutzer einschränken, sind seine Kommentare in unseren Beiträgen nur noch für ihn und für uns selbst sichtbar. Die Äußerungen können wir zwar genehmigen und wieder für Dritte sichtbar machen. Das ist dann aber unsere eigene Entscheidung.

Außerdem können eingeschränkte Nutzer nicht mehr sehen, wann wir auf Instagram aktiv sind und ob wir ihre Direktnachrichten gelesen haben. So können wir Profile auf Abstand halten, ohne dass wir ihnen entfolgen oder sie blockieren.

Das Online-Image wäre geschützt

Grundsätzlich klingen die Einschränkungen nicht verkehrt, weil zumindest die breite Öffentlichkeit nicht von den beleidigenden Kommentaren erfährt. Ein möglicher Shitstorm oder eine diskriminierende Diskussion unter den Beiträgen würde ausbleiben. Das Online-Image wäre geschützt.

Zudem schreibt Mosseri in seinem Blog-Beitrag: „Junge Menschen unserer Community haben uns mitgeteilt, dass sie sich davor scheuen, ihren Bully zu blockieren, ihm nicht mehr zu folgen oder ihn zu melden, aus Angst davor, dass sich die Situation dadurch verschärfen könnte.“

Das gelte besonders dann, wenn sie ihren Bully auch im echten Leben kennen.

Einschränkungen können demnach ein guter Ansatz sein, bieten aber keine ganzheitliche Lösung: Denn wer es auf einen Nutzer abgesehen hat, kann ihn privat immer noch beleidigen. Die anderen bekommen es nur nicht mit. Der Account-Inhaber fühlt sich dann aber trotzdem verletzt.

Instagram-Mobbing ist nicht zu 100 Prozent kontrollierbar

Das Bildernetzwerk sieht sich völlig zurecht dafür verantwortlich, eine „sichere Umgebung“ zu schaffen. Und die neuen Funktionen können sicher auch helfen, das Instagram-Mobbing ein wenig einzuschränken.

Aber Instagram kann auch nur bis zu einem bestimmten Punkt dafür kämpfen, dass Bullying auf der Plattform wenig bis gar nicht stattfindet. In erster Linie ist dafür immerhin nicht das Netzwerk verantwortlich, sondern die Nutzer selbst. Außerdem ist die Plattform dafür viel zu groß.

Aber Mosseri ist optimistisch: „Bei den ersten Tests dieser Funktionen haben wir herausgefunden, dass manche Personen ihren Kommentar zurückziehen und einen weniger verletzenden posten, wenn sie die Chance hatten, darüber nachzudenken“, heißt es im Blog-Beitrag. Von wie vielen Nutzern er dabei spricht, bleibt unklar.

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vonVivien Stellmach
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