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Keyword-Recherche: Tipps zur Optimierung der DNA eurer Digital-Strategie

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Worauf du bei der Keyword-Recherche achten musst und welche Tools dir dabei helfen, erklärt dir Patrick Klingberg. (Foto: Pixabay.com / 377053)
geschrieben von Patrick Klingberg

Eine exzellente Keyword-Recherche ist für eure Website in vielerlei Hinsicht ein Muss. Ich zeige euch hierfür die passende Herangehensweise und gebe die besten Tipps, worauf ihr auf dem Weg zum perfekten Keyword-Datensatz achten solltet.

Key-was? Die Definition und der Stellenwert von Keywords

Das Keyword ist der Suchbegriff, den der Nutzer in Suchsysteme wie Google, Bing, YouTube, Amazon oder auch Xing und LinkedIn eingibt.

Damit eure Website für bestimmte Keywords in den Suchmaschinen gefunden und bestenfalls auch noch ganz oben in den Suchergebnissen (SERPs) angezeigt wird, müsst ihr genau definieren, welche Keywords für euch relevant sind.


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Wichtig: Auch wenn der Begriff Keyword ein einzelnes Wort vermuten lässt, kann es sich hierbei ebenfalls um eine Kombination handeln. Mehrere Worte können zusammen ein Keyword ergeben. Eine Suchanfrage, die aus mehreren Worten besteht, wird als Long-Tail-Keyword bezeichnet.

Diese bindet ihr dann gezielt in eure Dokumente ein – ihr optimiert eure Website also für diese bestimmten Schlüsselbegriffe. Nur so erkennt die Suchmaschine, dass der Inhalt eurer Website für die Zufriedenstellung der Intention, die sich hinter der Suchanfrage verbirgt, überhaupt relevant ist.

Das optimale Keyword besitzt die folgenden drei Eigenschaften:

  1. Es verfügt über ein hohes Suchvolumen. Dieses bezieht sich darauf, wie oft ein bestimmtes Keyword durchschnittlich im Monat gesucht wird.
  2. Es ist Conversion-stark. Das heißt: Ein möglichst hoher Anteil der Besucher, die über dieses Keyword auf eure Seite kommen, tätigen dort eine konkrete Handlung. Das kann zum Beispiel die Anmeldung für euren Newsletter oder der Kauf eurer Produkte sein.
  3. Es ist wettbewerbsschwach. Mit anderen Worten: Nicht viele andere Websites sind für dieses Keyword optimiert und konkurrieren mit eurer Internet-Präsenz. Dadurch besteht eine realistische Chance, für dieses Keyword in den Top 3 der Suchergebnisse zu ranken.

Tipp: Natürlich gehe ich hier vom Idealfall aus. Es ist nicht immer möglich, alle drei Eigenschaften in einem Keyword zu vereinen. Trotzdem solltet ihr sie bei eurer Keyword-Recherche immer im Blick behalten.

Die 5 heißen Phasen der Keyword-Recherche

Nachdem ich die wichtigsten Keyword-Grundlagen erläutert habe, mache ich direkt mit dem spannenden Teil weiter und gehe zur Praxis über: der Keyword-Recherche.

Aber bevor es hiermit richtig losgeht, solltet ihr euren Blickwinkel ändern: Wechselt von eurer Unternehmens- in die Nutzer-Perspektive. Stellt euch also vor, wonach die potenziellen Besucher eurer Website suchen würden, um auf euer Angebot zu stoßen.

Insbesondere am Anfang ist es schwierig, bei der großen Auswahl an möglichen Keywords den Überblick zu behalten und die richtigen Suchbegriffe für eure Website zu wählen. Deshalb erhaltet ihr hier einen Leitfaden, in dem wir euch die einzelnen Schritte einer Keyword-Recherche aufzeigen.

1. Brainstorming

So banal es klingt, aber ein anfängliches Brainstorming ist in den meisten Fällen die beste Möglichkeit, um mit der Keyword-Recherche zu starten.

Worum geht es auf eurer Website? Zu welchen Themen wollt ihr gefunden werden? Was macht eure Website besonders? Bedient ihr ein Nischenthema? Was erwartet den Nutzer, wenn er auf eure Website kommt?

Für ein solches erstes Brainstorming kann die Auswertung eurer Marketing-Materialien wie Flyer, Kataloge und Co. sehr nützlich sein. In solchen Unterlagen sind viele der oben genannten Fragen oftmals schon sehr präzise beantwortet.

Tipp: Versucht, diese Fragen möglichst genau zu beantworten und immer auch Synonyme und Assoziationen für die unterschiedlichen Begriffe zu identifizieren. Dann entstehen die ersten Keyword-Ideen bereits ganz automatisch.

2. Status-Quo-Analyse

Jetzt wird es Zeit, einen Blick in die Google Search Console zu werfen. Sie ist ein hilfreiches Tool, mit dem ihr Websites analysieren könnt. Unter „Suchanalyse“ findet ihr hier eine Liste mit Suchanfragen, zu denen eure Website bereits bei Google rankt.

Außerdem könnt ihr euch die durchschnittliche Position in den Suchergebnissen anzeigen lassen und ihr seht, über welche Keywords eure Website von Suchmaschinen-Nutzern wie häufig angeklickt wird. Dazu könnt ihr verschiedene Zeiträume miteinander vergleichen.

Im Anschluss daran solltet ihr einen Eindruck davon haben, ob die ermittelten Keywords aus eurem Brainstorming den Suchbegriffen entsprechen, zu denen eure Seite momentan bei Google angezeigt wird.

3. Wettbewerbsanalyse

Um geeignete Keywords zu identifizieren, ist es außerdem hilfreich, sich die Konkurrenz anzuschauen. Analysiert also Seiten, die bei Google weiter oben als eure Website angezeigt werden, und untersucht sie auf die verwendeten Keywords.

Daraus könnt ihr viele Schlüsse ziehen und Potenziale für eure Website aufdecken. Ihr könnt zum Beispiel feststellen, dass die eigenen Inhalte prinzipiell mehr Potenzial haben, eine bestimmte Such-Intention abzubilden als die von euren Marktbegleitern.

Dadurch können Lücken und Schwächen entdeckt und demnach der eigene Content im Anschluss optimiert werden, sodass er die verschiedenen Such-Intentionen besser abdecken kann, als der Content der Wettbewerber.

Ein mögliches Tool, um eure Wettbewerber besser zu verstehen, ist Ahrefs. Damit bekommt ihr beispielsweise einen Einblick darin, wie die aktuellen Google Ads der Konkurrenz aussehen und auf welche Keywords geboten wird.

Ferner könnt ihr euch die organischen Rankings eurer Wettbewerber anschauen. Dadurch bekommt ihr ein Bild davon, welche Keywords in eurer Branche oder eurem Themengebiet relevant sein können.

4. Keyword-Tools

Wenn ihr einige Ideen gesammelt habt, könnt ihr mithilfe diverser Tools weitere Keywords ermitteln. Eure erste Anlaufstelle sollte dafür der Google Keyword Planer sein.

Leider liefert das Tool keine genauen Angaben mehr zum Suchvolumen, sondern gibt nur noch eine ungefähre Spanne an. Dennoch könnt ihr damit sehr gute Keyword-Listen erstellen und ihr erhaltet Inspiration für neue relevante Suchbegriffe.

Tipp: Äußerst hilfreich sind auch die Vorschläge der Auto-Suggest-Funktion von Google sowie die „ähnlichen Suchanfragen“, die euch am Ende der ersten Ergebnisseite angezeigt werden.

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Keyword-Vorschläge basierend auf ähnlichen Suchanfragen aus Google zum Keyword „hausboot wohnen“. (Foto: Keywordtool.io / Screenshot)

Auf der Seite Keywordtool.io könnt ihr Long Tail Keywords recherchieren, die auf den Auto-Suggest-Vorschlägen von verschiedenen Suchmaschinen basieren. Dazu zählen Google, YouTube, Bing, Amazon, Ebay, Play Store, Instagram und Twitter. Das erspart euch eine Menge Recherche-Zeit.

Ubersuggest arbeitet nach dem gleichen Prinzip und sortiert die Keyword-Ideen in alphabetischer Reihenfolge. Darüber hinaus liefert das Tool auch die Suchvolumina und andere interessante Keyword-Metriken.

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Suchvolumen und Wettbewerb zum Keyword „hausboot wohnen“. (Foto: Ubersuggest.io / Screenshot)

Weitere Inspiration erhaltet ihr über das Tool Answer The Public.

Wenn ihr hier euer Keyword eintragt und das richtige Land auswählt, zeigt euch das Tool eine Mindmap mit W-Fragen, nach denen User zu diesem Keyword suchten. Ihr erfahrt somit sofort, welche Themen die Nutzer beschäftigen und für eure Website relevant sein könnten.

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Darstellung von User-Fragen zum Begriff „Hausboot“. (Foto: Answerthepublic.com / Screenshot)

Um genaue Daten zum Suchvolumen zu erhalten, könnt ihr mit dem KW Finder arbeiten. Das Tool ist allerdings nur eingeschränkt kostenlos, sodass nicht registrierte Nutzer maximal drei Abfragen pro Tag tätigen können. Für einen kurzen Vergleich eignet sich das Tool aber auf jeden Fall.

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Suchvolumen zum Keyword „hausboot wohnen“ sowie Anzeige ähnlicher Suchbegriffe. (Foto: Kwfinder.com / Screenshot)

Anhand der Einblicke, die ihr aus den einzelnen Tools erhalten habt, ergeben sich mit der Zeit weitere Content-Ideen von ganz alleine. Ihr merkt auf diese Art und Weise schnell, was den User rund um einen Suchbegriff interessiert. Im Anschluss passt ihr eure eigenen Inhalte gezielt auf diese Intentionen an.

5. Keyword-Liste erstellen

Nachdem ihr mit den oben genannten Techniken Keyword-Ideen gesammelt habt, gilt es jetzt, die Begriffe zu analysieren und nach ihrer Relevanz zu sortieren.

Am sinnvollsten ist es, eine Excel-Datei dafür anzulegen, in der ihr neben den Keywords auch Informationen zu deren Suchvolumen und Wettbewerb auflistet. Dabei solltet ihr die Begriffe nach Seitenbereich und URL kategorisieren.

Anhand dieser Metriken könnt ihr die Liste nun filtern und zum Beispiel farblich markieren, welche Keywords am ehesten zu eurer Website passen.

Tipp: Ihr solltet dabei immer im Hinterkopf behalten, dass ein Keyword mit hohem Suchvolumen nicht automatisch die beste Wahl ist und darauf achten, dass die Such-Intention des Nutzers erfüllt wird.

Wenn ihr die Liste auf diese Kriterien hin untersucht, solltet ihr am Ende für jede URL ein Set an Keywords inklusive einem Haupt-Keyword identifizieren. Für diese solltet ihr eure Seite anschließend optimieren.

Neben diesen Keywords ist es außerdem wichtig, thematisch verwandte oder relevante Begriffe aufzugreifen, damit euer Text nicht mit einem einzigen Keyword zugespammt ist.

Google ist mittlerweile sehr gut in der Lage, den Zusammenhang zwischen ähnlichen Begriffen zu verstehen, sodass ihr auch Synonyme verwenden könnt.

Ferner ist neben eurem Haupt-Keyword der Einsatz weiterer Neben-Keywords von entscheidender Bedeutung. Im Idealfall erstellt ihr also Content, der nicht bloß eine einzelne Suchanfrage, sondern unterschiedliche Intentionen aus einem thematischen Kontext befriedigt.

Das oben genannte Beispiel zum Keyword „hausboot wohnen“ könnte etwa eine Seite über „Wohnen auf dem Hausboot“ abbilden. Um möglichst viele Such-Intentionen einzuschließen, die zum Thema passen, könnte man zusätzlich auf die allgemeinen Kosten eingehen oder wo in Deutschland Liegeplätze zu finden sind.

Idealerweise bildet eure Website alles ab, was der User rund um Hausboote wissen möchte. Und ist dieser an einem Kauf interessiert, seid ihr bestenfalls natürlich derjenige, der die dazu passenden Angebote bereitstellt.

Fazit

Eine gelungene Keyword-Auswahl hilft auf der einen Seite, der Suchmaschine zu verstehen, welche Such-Intentionen die Inhalte eurer Website abdecken können. Nur wenn Suchmaschinen das verstehen, ranken die Inhalte weit oben und nur so können sie Seitenbesucher finden.

Auf der anderen Seite lernt ihr eure Nutzer – also auch eure potenziellen Kunden – besser kennen. So wisst ihr, was sie von einer Website zu einem bestimmten Thema oder Produkt erwarten.

Denn ganz wichtig ist es, nicht ausschließlich für die Suchmaschine euren Content aufzubereiten, sondern vor allem für die Nutzer eurer Seite.

Soll eure Website in den verschiedenen Suchmaschinen in den ersten Treffer-Ergebnissen auftauchen, ist demnach eine Keyword-Recherche unabdingbar. Dadurch erhaltet ihr ein starkes Set an Informationen, das euch dabei hilft, die passende Richtung mit eurem Website-Content zu finden.

In diesem Artikel habe ich euch die optimale Herangehensweise für eine erfolgreiche Keyword-Recherche gezeigt und euch die besten Tipps mit auf den Weg gegeben.

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Über den Autor

Patrick Klingberg

Patrick Klingberg ist Geschäftsführer/CEO der artaxo GmbH, der Hamburger Agentur für Suchmaschinenoptimierung und Content Marketing. Er gründete 2007 die wirkungsvoll GmbH, die im September 2015 mit der artaxo GmbH fusionierte.
Zudem ist Patrick Klingberg Dozent für Online Marketing an verschiedenen Bildungseinrichtungen wie der Hamburg Media School (HMS) und der Europäischen Medien- und Business-Akademie (EMBA). Als Mentor des Axel Springer Plug & Play Accelerator Programms gibt er sein Wissen an die Unternehmer von morgen weiter.
2010 hat Patrick Klingberg ein SEO-Traineeship und das dazugehörige Portal SEO-Trainee.de ins Leben gerufen. Heute gilt es deutschlandweit als renommierte Weiterbildung zum SEO-Experten.

5 Kommentare

  • Sehr Interessanter Artikel,
    bin immer noch von ihrem Vortrag
    während der Digitalen Woche in Kiel
    – Liebe zur eigenen Webseite – begeistert.

  • Hut ab, eine bessere und ausführliche SEO Herangehensweise, habe ich nirgendswo im Netz gefunden außer bei dir Patrick. Ich kann diesen Artikel jedem SEO interessierten Nutzer empfehlen, weil alle Informationen tiefgehend sind und einen erleichterten Einstieg ermöglichen. Vielen Dank

  • Hey Patrick,
    heute Morgen deinen Artikel gelesen und gleich mal ein paar Tipps bei der heutigen Keyword-Recherche angewendete 😉
    Answerthepublic.com kannte ich noch gar nicht..
    Geiler Tipp! Danke. LG, jeremy

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