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Dieses Experiment beweist, dass auch Bots beim Versteckspiel schummeln

geschrieben von Felix Baumann

Wenn wir über den Begriff künstliche Intelligenz sprechen, dann wird jeder von uns ein anderes Bild beziehungsweise eine andere Vorstellung von „intelligenten“ Maschinen haben. Die eher technisch angehauchten Leserinnen und Leser denken vielleicht eher an simple Computer, die von uns lernen, während Menschen, die der IT ferner sind immer wieder aufs neue erstaunt sind.

Zu dem Thema kommt häufig auch eine Frage auf: Wird KI eines Tages selbstständig denken und eine eigene Persönlichkeit entwickeln? Werden in Zukunft auch Roboter „Menschenrechte“ benötigen? Zwar sind wir von solchen Visionen, wie sie beispielsweise im Videospiel „Detroit Become Human“ dargestellt werden noch einige Jahrzehnte entfernt, dennoch lassen sich bereits heute bei Maschinen gewisse Wesenszüge von Menschen erkennen.

Die Forscher von OpenAI, eine Non-Profit-Organisation aus San Francisco, haben sich also die Frage gestellt, ob KI in bestimmten Situationen raffinierter wird und bei Aufgaben auch zu schummeln anfängt. Dazu hat man mehrere KI-Charaktere in 500 Millionen Runden Verstecken gegeneinander antreten lassen. Das Ergebnis ist verblüffend: So entwickelten die Bots mit zunehmender Rundenzahl eigene Strategien und Techniken, um dem Gegner überlegen zu sein.

Das Ganze wurde ab 25 Millionen Runden sogar ziemlich skurril. So lernte die KI, die sich versteckte, wie man Boxen und Blöcke verwendet, um sich innerhalb eines Raums zu verbarrikadieren. Auch das Teamwork mit den digitalen Mitspielern nahm weiter zu. Aber die suchenden KI-Bots lernten ebenfalls dazu und nutzen ab der 75. Millionsten Runde Rampen, um die verwendeten Barrikaden zu überwinden. 10 Millionen Runden später verbarrikadierte sich die versteckende KI mit den Rampen innerhalb von Räumen, damit die suchende KI keine Möglichkeit zum Überwinden mehr hatte.

Klingt kurios, nicht wahr? Es zeigt aber, dass selbst ein Algorithmus aus seiner Vergangenheit lernt und daher stark einem Menschen ähneln kann. Als die kreativen Möglichkeiten erschöpft waren, versuchte die künstliche Intelligenz einfach weiterzumachen und suchte aktiv Glitches, die für einen Vorteil genutzt werden konnten. Forscher erhoffen sich durch die Erkenntnis, dass KI vielleicht eines Tages Probleme von uns lösen könnte, die wir bisher noch gar nicht kennen.

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Über den Autor

Felix Baumann

Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei Basic Thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in Basic Thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.

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