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AMD legt sich ins Zeug: Microsoft verkauft Ryzen als Premiumprodukt

geschrieben von Nicole Scott

Vergangene Woche stellte Microsoft das neue Surface Laptop 3 vor, das von einer neuen AMD-APU angetrieben wird. Eine Variante mit Intel Ice Lake gibt es zwar auch, doch zum ersten Mal wird hier ein AMD-Modell als Premiumprodukt verkauft – es ist nur als 15-Zoll-Variante erhältlich und kostet 200 US-Dollar mehr als das Intel-Modell. Die „Surface Edition“ APU ist eine bescheidene Ergänzung zu den bestehenden AMD-Produkten. Sie enthält 11 Vega-Grafikeinheiten und basiert auf einem 15 W TDP-Design – für gewöhnlich setzt AMD entweder auf 10 GPU-Einheiten in einem 15-W-Design oder auf 11 Grafikeinheiten in einem 35-W-Design. Doch all das ist erst der Anfang einer langfristigen Partnerschaft zwischen AMD und Microsoft.

Aus einem Interview von Anandtech mit den beiden AMD-Führungskräften Jack Hyunh und Sebastien Nussbaum ging hervor, dass AMD eine mehrjährige Partnerschaft mit Microsoft eingegangen ist, die mehrere Hardware-Generationen und Produkte umfassen wird. Der Grund, weshalb sich Microsoft für den Ryzen-Prozessor entschieden hat, ist, dass AMD zu Beginn des Designprozesses vor rund zwei Jahren wusste, dass der Chip in ausreichender Stückzahl verfügbar sein wird.

Laut AMD bedeutet die Zusammenarbeit als „Semi-Custom-Partner“, dass Microsoft einige zusätzliche Anpassungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden – sowohl während des Hardware-Designprozesses als auch bei der Entwicklung von Treibern und Software. Eine enge Zusammenarbeit fand vor allem in Bereichen wie Energieeffizienz und Spannungsregelung statt. Zwischen 50 und 70 Prozent dieser Zusammenarbeit wird dem gesamten Ryzen-Mobile-Ökosystem zugutekommen.

AMD Ryzen Surface Edition Technische Daten

Ryzen 5 3580U Ryzen 7 3780U
Kerne 4 4
Threads 8 8
Vega-GPU-Einheiten 9 11
GPU-Taktrate 1300 MHz 1400 MHz
Basis-Taktrate 2,1 GHz 2,3 GHz
Max. Bost-Taktrate 3,7 GHz 4,0 GHz
TDP 15 W 15 W
Arbeitsspeicher 2400 MHz 2400 MHz
Speicherkanäle 2 2

Der Ryzen Surface Edition besteht aus zwei Komponenten: einer CPU und einer GPU. Die wohl größte Änderung in Sachen Hardware steckt in der GPU – denn Microsoft bekommt im Ryzen 5 und Ryzen 7 gleich zwei zusätzliche GPU-Kerne. Während Microsoft nämlich die Vega 9 und Vega 11 zur Verfügung gestellt bekommt, gibt es für andere Hersteller „nur“ die Vega 8 und Vega 10. Der Unterschied ist zwar nicht riesig, doch wenn man bedenkt wie gut die integrierte Grafiklösung von AMD funktioniert, können zusätzliche Kerne nicht schaden.

Hinzu kommen vier Ryzen-CPU-Kerne mit insgesamt acht Threads. Die Kerne basieren noch auf der 12 nm Zen+ Architektur und nicht auf der neuen 7 nm Zen 2 Architektur. Die Basis- und Boost-Taktrate scheint unverändert zu sein.

In Zahlen bedeutet das 1,2 Teraflops an Spitzenleistung – dieselbe Leistung wie eine Xbox One. Damit richtet sich das Surface Laptop 3 an hardwareintensive Aufgaben wie Video- und Bildbearbeitung, aber auch aktuelle Spiele sollten bei niedrigen Einstellungen kein Problem sein. Was die neuen Ryzen-Chips wirklich können, werden wir in unserem Test für euch herausfinden. Auch was die „ganztägige Akkulaufzeit“ angeht, sind wir noch etwas skeptisch. Wir hoffen aber, dass AMD und Microsoft dieser Behauptung gerecht werden.

Wir hoffen auch, dass das 15 Zoll Surface Laptop 3 dem Hype gerecht wird. Ich steige alle zwei Jahre auf ein neues Modell um – dieses Jahr werde ich mich also von meinem Surface Book Performance verabschieden. Vor allem den drehbaren Bildschirm werde ich vermissen, denn bei mir dient der Laptop auch als TV-Ersatz. Über dieses fehlende Feature könnte ich aber hinwegsehen, solange das Surface Laptop 3 ausreichend Leistung zur Videobearbeitung bietet.

Wer möchte, kann das Surface Laptop 3 ab heute vorbestellen. Verkaufsstart ist der 22. Oktober!

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Nicole Scott

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