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Warum hat Sony auf der CES 2020 ein Auto vorgestellt?

geschrieben von Nicole Scott

Eine der größten Überraschungen der CES 2020 ist der Sony Vision-S – es ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass sich die CES immer mehr zur Automesse entwickelt. Sony wollte demonstrieren, dass sich seine Technologien auch in Fahrzeuge integrieren lassen. Abgesehen davon, dass die Sache eine geniale Marketingaktion ist, gibt es noch einige weitere Gründe, weshalb der Vision-S einen Blick wert ist.

Viele wissen es vielleicht noch nicht, aber Sony entwickelt Sensortechnologie für die Automobilbranche. Sony hofft also, Kunden unter den Autoherstellern und Tier-1-Zulieferern zu gewinnen. Sony-Technologie ist schon jetzt in vielen Fahrzeugen zu finden, hauptsächlich als Teil von ADA-Systemen (Advanced Driver Assistance Systems). Der Vision-S gibt Sony die Gelegenheit, das Können seiner einzelnen Abteilungen in Sachen vernetzter Fahrzeuge unter Beweis zu stellen.

Darüber hinaus ist die Audiosparte des Automobilsektors ein sehr großer Markt. Marktführer ist derzeit Harman-Kardon – Lautsprecher dieses Herstellers findet man vor allem in Luxusautos. Sony möchte sich nun ebenfalls ein Stück des Kuchens ergattern. Lautsprechersysteme dienen übrigens nicht nur zur Musikwiedergabe, sie helfen auch, Reisekrankheit im Auto vorzubeugen.

Ein interessanter Fakt ist außerdem, dass das Auto in Zusammenarbeit mit Magna entwickelt wurde. Tier-1-Zulieferer sind zwar kein Mainstream-Thema, doch der Vision-S ist eine brillante Marketingaktion und die wohl größte Überraschung der CES 2020.

Magna kündigte im vergangenen Jahr an, an der Entwicklung eines neuen Elektroantriebs zu arbeiten, der halb so günstig sein wird wie aktuelle Modelle und eine achtmal größere Energiedichte liefern soll. Wenn Sony also am Ball bleibt, wäre dies der genialste Schachzug, den ein Tier-1-Zulieferer je gemacht hat.

Was im Vision-S steckt

Insgesamt verfügt der Vision-S über 33 Sensoren, die sowohl den Innenraum als auch die Umgebung des Fahrzeugs überwachen. Einige der Sensoren dienen Sicherheitsfeatures, wie der Erkennung von Hindernissen und Fußgängern, andere sind dagegen in das Infotainmentsystem integriert. Zu Letzterem zählt beispielsweise das Soundsystem mit seinem 360-Grad Reality Audio-Feature, das den kompletten Innenraum beschallt. Displays gibt es natürlich auch jede Menge; ein Widescreen-Display dient als Armaturenbrett, ein weiteres Display steckt in der Mittelkonsole und für die Rückbank gibt es ebenfalls zwei Touchscreens.

Was meint ihr? Brillantes Marketing? Und ist die Ankündigung des Vision-S ein sinnvoller Schritt?

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Nicole Scott