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Bali-Urlaub bei Ikea: Influencerin zeigt, warum wir nicht alles auf Instagram glauben dürfen

Vivien Stellmach
Natalia Taylor macht ihren Followern bei Ikea vor, auf Bali zu sein. (Foto: Screenshot / YouTube)

Vertrauen ist ein hohes Gut, das Influencer genießen. Vor Fake News schrecken viele trotzdem nicht zurück. Die YouTuberin Natalia Taylor hat nun gezeigt, dass wir Beiträge kritisch hinterfragen sollten: Sie machte ihren Fans mit bei Ikea entstandenen Fotos vor, im Urlaub auf Bali zu sein.

Man kann seinen Freunden in den sozialen Netzwerken so ziemlich alles vorgaukeln. Wer es darauf anlegt, kann sein Social-Media-Profil zum Beispiel danach ausrichten, immer nur glücklich zu sein oder gerade wieder einen traumhaften Urlaub auf Bali zu verbringen.

Genau das hat die Influencerin Natalia Taylor getan, um ihren Followern zu zeigen, wie einfach es sein kann, etwas in den sozialen Netzwerken zu faken.

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Sie machte ihren Abonnenten auf Instagram glaubhaft, dass sie gerade auf der indonesischen Insel entspannt – indem sie Fotos postete, die bei Ikea entstanden waren.

Fake News auf Instagram: So leicht lassen wir uns täuschen

Für die gestellten Fotos posierte Taylor in kleinen Ikea-Showrooms, die mitunter ziemlich echt aussehen – und das, obwohl auf einigen von ihnen sogar noch Ikea-Tags zu sehen waren.

Taylor retuschierte sie absichtlich nicht, um ihren Followern anschließend zu zeigen, wie blind viele von ihnen ihr vertrauen, und wie leicht es ist, seinen Freunden in den sozialen Netzwerken etwas vorzumachen.

Stattdessen versah sie die Postings einfach mit entsprechenden Bali-Hashtags. Die meisten Fans übersahen die Tags dann auch tatsächlich. Sie posteten neidische Kommentare und gaben Taylor Reisetipps.

Und um den Urlaub wirklich glaubwürdig zu machen, teilte die Influencerin auch noch ein paar echte Posts und Stories. Diese fand sie entweder unter Bali-Hashtags oder lieh sie von Freunden, die dort wirklich Urlaub gemacht hatten.

Natalia Taylor klärt ihre Follower auf YouTube auf

Später klärte Taylor ihre Follower in einem Video auf YouTube über die Fake News auf. Darin erzählt sie auch, dass sie das starke Vertrauen zu ihren Abonnenten mit dem gefälschten Urlaub nicht missbrauchen, sondern ihnen ganz im Gegenteil zeigen wollte, dass sie nicht alles in den sozialen Netzwerken blind glauben sollten.

Das ist vor allem deshalb kritisch, weil das Influencer Marketing natürlich auf dem Vertrauen aufbaut, das wir den Influencern schenken. Unter anderem deswegen hat der Bundesverband Influencer Marketing kürzlich auch einen Ethik-Kodex für angemessenes Verhalten herausgebracht.

Dieser besagt, dass Influencer transparent und verantwortungsvoll arbeiten sollen. Und das bedeutet natürlich auch, dass sie in den sozialen Netzwerken die Wahrheit posten sollen.

Kann man Fake News überhaupt erkennen?

Im Fall von Taylor hätte man anhand der Ikea-Tags natürlich darauf kommen können, dass der Urlaub gefälscht ist. Aber wie sieht es aus, wenn Influencer es tatsächlich darauf anlegen, falsche Informationen zu verbreiten? Wie erkennt man sie dann?

Das hängt natürlich von den Beiträgen selbst ab. Wenn sie perfekt retuschiert sind, dürfte es schwer sein, sie auch als Fake News auszumachen. Der Ethik-Kodex könnte grundsätzlich Abhilfe schaffen. Er verpflichtet Influencer schließlich dazu, die Wahrheit zu posten.

Als Nutzer sollte man Influencern aber trotzdem nicht blind vertrauen, sondern immer auch auf die eigene Meinung bauen. Das gilt vor allem dann, wenn Influencer Produkte bewerben.

Auch Unternehmen sollten hellhörig bleiben. Denn wenn herauskommt, dass Influencer ihre Follower belügen, wirft das natürlich auch ein schlechtes Licht auf sie ab. Eine perfekte Lösung für Fake News im Influencer Marketing gibt es wohl allerdings nicht – es sei denn, alle halten sich an den Ethik-Kodex.

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Vivien Stellmach war von Mai 2019 bis November 2020 Redakteurin bei BASIC thinking.