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Kann das P40 Huawei retten?

geschrieben von Nicole Scott

Am Donnerstag stellte Huawei das P40 vor – genau wie auch das Mate 30 wird das Smartphone ohne Google-Dienste auf den Markt kommen. Huawei hatte bereits vorausgesagt, dass das US-Embargo das Unternehmen in diesem Jahr noch schwerer treffen wird. Der chinesische Markt hält Huawei derzeit über Wasser, doch aufgrund der Coronavirus-Pandemie sind die Umsatzzahlen für Februar im Vergleich zum Vorjahr um 38 % gefallen.

Strategy Analytics hat einen Bericht veröffentlicht, der den massiven Rückgang auf dem Smartphonemarkt näher erläutert – COVID-19 hat „die Lieferketten unterbrochen und die Nachfrage der Verbraucher reduziert“. Im Februar 2019 wurden noch 99 Millionen Smartphones verkauft, in diesem Jahr sind es nur noch 62 Millionen.

Für Huawei sind das schlechte Neuigkeiten. Im Januar verkaufte das Unternehmen noch 12,2 Millionen Smartphones, im Februar waren es dann 5,5 Millionen. Ähnlich sieht es bei Apple (16 Millionen auf 10,2 Millionen) und Samsung (20,1 Millionen auf 18,2 Millionen) aus. Huawei musste den größten Rückgang verzeichnen und es sieht nach einem besorgniserregenden Trend aus.

Laut Strategy Analytics sinken die Umsatzzahlen von Huawei bereits seit fünf Monaten kontinuierlich – im Oktober waren es noch 22,2 Millionen verkaufte Geräte, im November waren es dann 19,6 Millionen, 14,2 Millionen im Dezember, 12,2 Millionen im Januar und schließlich 5,5 Millionen im Februar. Aufgrund der

COVID-19-Pandemie werden die Zahlen für März wohl kaum besser ausfallen.

Samsung belegt weltweit noch immer den ersten Platz, gefolgt von Huawei und Apple. Wenn Huawei jedoch in den kommenden Monaten dreimal weniger Smartphones verkauft als Samsung, könnte sich diese Reihenfolge schon bald ändern.

Die Gesamtsituation

Als hätte Huawei nicht schon genug Schwierigkeiten, mit Samsung und Apple mitzuhalten, haben es nun auch Xiaomi, Oppo und Vivo auf das Unternehmen abgesehen. In China konnte Xiaomi dem Unternehmen nun den dritten Platz entreißen – Xiaomi verkaufte im Februar nämlich 6 Millionen Smartphones.

Auf dem chinesischen Markt sind die Verkaufszahlen für Februar im Vergleich zum Vorjahr um 70 % gesunken – Xiaomi verzeichnete dagegen einen Rückgang von nur 30 %.

Die Konkurrenz aus China hat weniger Probleme bei den Lieferketten und ist in Europa derzeit auf dem Vormarsch. Xiaomi hat diese Woche zwei neue Geräte vorgestellt, Vivo hat bereits große Pläne für die kommenden Monate und Oppo hat mit dem Find X2 seinen ersten internationalen Smartphone-Launch hinter sich.

Der CEO und Gründer von Xiaomi verkündete Anfang des Monats auf Weibo: „Wir werden im High-End-Segment unser Bestes geben.“ – hier hatte Huawei bisher einen Marktanteil von 80 %.

China ist auf dem Weg zurück in die Normalität, während andere Länder mit dem Lockdown beginnen.
Wenn sich Huawei nicht bald um die Probleme kümmert, die zu den geringen Verkaufszahlen für das Mate 30 geführt haben, könnte das P40 schon bald dasselbe Schicksal erleiden – ein branchenführendes Smartphone in Handschellen.

Wir hoffen, dass Huawei einen offiziellen Workaround findet, damit Nutzer alle fehlenden Apps und Funktionen installieren können.

Via Strategy Analytics

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Nicole Scott

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