Wirtschaft

Amazon bezahlt Prime-Kunden jetzt fürs Warten

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Wer ein paar Tage länger auf sein Paket warten kann, erhält von Amazon eine Gutschrift. (Foto: Unsplash.com / David Ballew)
geschrieben von Christian Erxleben

Wer ein Prime-Abonnement bei Amazon abgeschlossen hat, darf sich über eine rasche Zustellung freuen. Um „Kunden in Not“ während der Corona-Krise schneller bedienen zu können, hat sich der Online-Händler für seine Prime-Kunden jetzt etwas Besonderes ausgedacht.

Amazon Prime bietet seinen Nutzern schon einige Vorteile. Da wären beispielsweise zahlreiche Filme und Serien zum kostenlosen Streaming. Außerdem gibt es zahlreiche Ebooks und Hörbücher zum Download und dann ist da natürlich noch der ebenfalls kostenlose Premium-Versand.

Auf die Dauer dürfte vor allem die letztgenannte Option viele Kunden vom Prime-Abonnement überzeugen. Schließlich haben wir durch den Premium-Versand unsere Bestellung schon meistens am nächsten Tag in der eigenen Wohnung. Lange Wartezeiten sind damit Geschichte. (Hier kannst du Prime kostenlos testen*.)


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Amazon reagiert auf die Corona-Krise

Doch die Ausbreitung des Coronavirus trifft auch Amazon. So hat der Online-Versandhändler bereits in zahlreichen Ländern die Lager-Kapazitäten für essenzielle Produkte aus den Bereichen Gesundheit, Medizin und Nahrungsmittel reserviert.

Dadurch kommt es bei normalen Produkten – wie beispielsweise einer Leuchtstofflampe oder einem Saugroboter – zu längeren Wartezeiten. Auch bei uns in Deutschland müssen sich Prime-Kunden bereits auf eine Lieferung in mehreren Wochen statt innerhalb von 24 Stunden einstellen.

Es ist in der derzeitigen Lage absolut richtig, dass Amazon bestimmte Produkte priorisiert, die lebensnotwendig für viele Menschen sind.

Gutschrift für wartende Prime-Kunden

Doch selbstverständlich weiß das Unternehmen von Jeff Bezos auch, dass die Prime-Kunden das Rückgrat des eigenen Erfolgs bilden. Deswegen haben sich der Manager und sein Team ein geschicktes Modell überlegt, um die Prime-Abonnenten zu belohnen.

So können Prime-Kunden in den USA bei der Bestellung laut Androidpolice das sogenannte „No-Rush Shipping“ auswählen. Damit akzeptieren die Nutzer, dass sie ein paar Tage länger auf ihr Produkt warten, weil zuerst „Kunden in Not“ abgewickelt werden.

Als Gutschrift erhalten die Prime-Kunden im Gegenzug drei US-Dollar für ihre digitalen Einkäufe. Die lassen sich dann beispielsweise für neue Bücher im Kindle Store oder neue Filme bei Prime Video einlösen.

Für Deutschland gibt es das Modell aktuell noch nicht. Allerdings ist es gut vorstellbar, dass es in den nächsten Wochen kommt. Schließlich gibt es auch hierzulande Millionen Prime-Kunden, die Amazon nicht auf Dauer vergraulen möchte.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Durch seine Arbeit im Social-Media- und Marketing-Ressort der INTERNET WORLD Business, am Newsdesk von Focus Online und durch sein Journalismus-Studium sowie sein redaktionelles Volontariat hat er in den Bereichen der Redaktion und des Social Media Managements mehrjährige, fundierte Erfahrung gesammelt. Beruflich und privat beschäftigt er sich mit Social Media, New-Work-Konzepten und persönlicher Entwicklung.

5 Kommentare

  • Genial! amazon beherrscht die Klaviatur der Customer Experience einfach par excellence!

    Mist: ich habe gerade ein Kabel bestellt, auf das ich eine Woche warten muss. Da hab ich als deutscher Prime-Kunde also quasi zu früh bestellt… 😉

  • Cool, freut mich wenn dieses System nach Deutschland kommt. Seit Amazon den Versand bei mir nur noch über Amazon Logistics laufen lässt warte ich mindestens drei Tage auf meine Zustellung. Aber dies auch nur wenn das Paket nicht verloren geht, das war im letzten halben Jahr mehrfach der Fall.
    Dann werde ich jetzt dafür bezahlt!

    • Meine Erfahrungen sind da andere. Seit es Amazon Logistics gibt, hat sich die Lieferzeit von zwei auf einen Tag verkürzt, und das Zeug kommt zuverlässig an, anstatt im Lieferfahrzeug verloren zu gehen, wie das bei DHL und Hermes immer gerne passierte.

  • Ich halte es auch in der derzeitigen Lage für völligen Blödsinn, was Amazon da macht, und glaube dass letztlich auch nur der Wunsch dahinter steht, mit häufig nachgefragten Produkten mehr zu verdienen. Denn es gibt keine Krise, die es erforderlich machen würde, dass Amazon für irgendwen in die Bresche springt. Alle lebensnotwendigen Produkten bekommt der Kunde noch immer beim Supermarkt um die Ecke. Amazon muss niemandem das Leben retten.

  • Nö, kam natürlich nicht für Deutschland. Und inzwischen beginnen bei Amazon wieder die Verzögerungen. Statt Overnight heißt es nun schnellstens 3 Tage, und dann kommt es doch erst am 4. Tag. Sendungsverfolgung geht nicht („leider für diese Bestellung nicht möglich“) und der gleiche Artikel wird online weiter als „Im Lager“ und „wenn Sie bis xx.xx Uhr bestellen, ist er in 2 Tagen bei ihnen“ geführt. Ich habe ja Verständnis für das hohe Bestellaufkommen und auch für die ersten Problemchen beim eigenen Lieferdienst. Aber kann man dann wenigstens etwas transparenter sein und nix versprechen, was man einfach nicht mehr halten kann? So fragt man sich schon, ob man nicht demnächst Prime kündigen sollte, bis Corona ganz vorbei ist.

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