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Facebook-Nutzerzahlen: Freier Fall oder beeindruckende Dominanz?

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Wie lässt sich die Entwicklung der Facebook-Nutzerzahlen beurteilen? (Foto: Unsplash.com / NeONBRAND)
geschrieben von Christian Erxleben

Die PR-Beratung Faktenkontor hat wieder ihren Social-Media-Atlas veröffentlicht. Mit Bezug auf die Facebook-Nutzerzahlen in Deutschland heißt es, dass sie sich im „freien Fall“ befinden. Doch ist diese Einschätzung wirklich gerechtfertigt? Eine Einordnung.

Schon seit 2011 erscheint der Social-Media-Atlas und in jedem Jahr sorgt die Untersuchung für reichlich Diskussionen in der Branche. Das ist auch im zehnten Jahr des Erscheinens nicht anders.

Für die aktuelle Ausgabe hat die Hamburger PR-Beratung Faktenkontor in Zusammenarbeit mit den Marktforschern von Toluna und dem Institut für Management- und Wirtschaftsforschung insgesamt 3.500 Personen in Deutschland befragt.


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Dabei handelt es sich um eine nach Alter, Geschlecht und Bundesland repräsentative Umfrage in der Bundesrepublik ab 16 Jahren. Die Umfrage für die Ausgabe des Jahres 2020 wurde zwischen Dezember 2019 und Januar 2020 durchgeführt.

Facebook-Nutzerzahlen im „freien Fall“

Besonders interessant ist dabei der Blick auf die Facebook-Nutzerzahlen. Schließlich ist Facebook noch immer das mit Abstand größte, klassische soziale Netzwerk in Deutschland. Das schließt den Messenger WhatsApp an dieser Stelle explizit aus.

In der entsprechenden Grafik spricht Faktenkontor vom „freien Fall“ der Facebook-Nutzerzahlen in Deutschland. Dabei bezieht sich das Unternehmen mit seiner Aussage auf die Entwicklung innerhalb des letzten Jahres – also von 2019 auf 2020.

In diesem Zeitraum ist die Facebook-Nutzung in Deutschland in sechs von sieben Altersgruppen gesunken. Lediglich bei den 40- bis 49-Jährigen ist der Wert bei 64 Prozent stagniert.

Facebook-Nutzerzahlen: Dominanz auf lange Sicht

Doch reicht der Blick auf das vergangene Jahr wirklich, um ein Fazit zu ziehen? Diese Frage beantwortet vermutlich jeder Nutzer und Marketing-Verantwortliche anders. Trotzdem ist es wichtig, auch die langfristige Entwicklung zu betrachten, denn dabei zeichnet sich ein komplett anderes Bild ab.

Wenn man dafür die Faktenkontor-Werte aus den Jahren 2014 und 2020 ins Verhältnis setzt, ergeben sich folgende Entwicklungen:

  • 16 bis 19 Jahre: 92 Prozent zu 36 Prozent
  • 20 bis 29 Jahre: 85 Prozent zu 73 Prozent
  • 30 bis 39 Jahre: 71 Prozent zu 72 Prozent
  • 40 bis 49 Jahre: 56 Prozent zu 64 Prozent
  • 50 bis 59 Jahre: 47 Prozent zu 59 Prozent
  • Über 60 Jahre: 44 Prozent zu 46 Prozent
  • Gesamt-Entwicklung: 64 Prozent zu 60 Prozent

Mit der Ausnahme der 16- bis 29-Jährigen hat Facebook in der Langzeitbetrachtung also sogar in allen Altersklassen Nutzer hinzugewonnen. Und selbst der Gesamt-Verlust um vier Prozent fällt vergleichsweise moderat aus.

Außerdem gilt: Durch die Übernahmen von WhatsApp und Instagram fängt Facebook die jungen Nutzer über seine Tochter-Plattformen ab. Letztendlich dürfte die Dominanz des Facebook-Konzerns in Deutschland also heute sogar noch größer sein als im Jahr 2014.


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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

2 Kommentare

  • Wenn man nur die Plattform Facebook betrachtet, ist dabei auffallend, dass die Nutzungsintention sich gerade bei den unter 32 jährigen gewandelt hat. Die Soziale Plattform wird hierbei vermehrt zur Freizeitorganisation genutzt und wendet sich von Trend der sozialen Interaktion ab. Die Interaktion, welche damals auf Facebook stattfand, verlagert sich auf die Tochterplattform Instagram oder Whatsapp. Gerade bei unter 20 jährigen, ist ein Interaktionsanstieg auf den Sozialen Plattformen Snapchat und TickTock zu beobachten.

    Dem entsprechend stagniert die Aktivität auf den Sozialen Plattformen nicht, sonder nimmt im gesamten gesehen über eine Verlagerung auf andere Plattformen, je nach Alter und Interesse zu.

  • Naja, man muss da halt immer sehen, wer hier der Adressat sein soll: Solche Meldungen dienen doch weniger dazu einen echten Beitrag zur Sache zu leisten, sondern eher um den eigenen Namen (PR Beratung 😉 ) im Rennen zusammen mit einem Großen zu halten und Ahnung vorzutäuschen. Fast so sinnlos wie die „Best-Of-„-galilleoresken Beiträge diverser Tool-Anbieter, die auch nichts aussagen („86 % aller Webseiten in den Top Ten hatten Ladezeiten unter 30 Minuten…“).

    Jeder der ein bisschen Ahnung von der Materie hat, weiß halt dass das hohles Geschwurbel ist und der Verfasser keine Ahnung hat/haben will. Dazu reichen schon Keys wie „im freien Fall“ auf BILD-Niveau. Schließlich ist die Segmentierung/das Abwandern der Altersgruppen auch ein Vorteil bzw. das diese sich auf die Kanäle verteilen, die für sie besser performen und die eben oft zum gleichen Verein gehören. 😀

    Aber zig „Ja, dieses Facebook hat bei uns auch noch nie funktioniert!“ Möchtegernkunden erreicht man eben damit und bestätigt sie in ihrer verengten Narration.

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