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Passive Häuser verändern das Wohnen und können unsere Umwelt schützen

Bild: Stephanie Arnett/MIT Technology Review
geschrieben von Felix Baumann

Auch, wenn nach wie vor die aktuelle Situation aufgrund der Coronavirus-Pandemie in der Berichterstattung Vorrang hat, so bleibt abzuwarten, inwiefern sich die Meinung zu einem weit wichtigeren Thema ändert, das in Zukunft für deutlich mehr Tote sorgen könnte: den Klimawandel. Wir haben euch hier immer wieder einige interessante Konzepte für eine grünere Zukunft vorgestellt, darunter die Gewinnung von Elektrizität aus Regentropfen oder die Nutzung von Bäumen zur Energiegewinnung, und schauen uns in unserem heutigen Artikel einen weiteren Bereich an: das Wohnen.

Denn gerade in diesen Tagen sind wir besonders häufig und lange in den eigenen vier Wänden. Es ist also nicht wirklich verwunderlich, dass der Bedarf an Energie zunehmend steigt. Ein Haus in Cambridge zeigt nun, wie das nachhaltige Wohnen von morgen aussehen könnte. Das Konzept dahinter ist relativ simpel und hört auf den Begriff „passives Wohnen“. Denn hier soll sich das Wohnhaus selbstständig und ressourcenschonend regulieren.

Wie können wir auf dem Planeten nachhaltig leben? Passives Wohnen kann eine Antwort sein

MIT Technology Review berichtet, dass im kommenden Monat 98 von 2600 Bewerber für das passive Haus ausgewählt werden und ihre Wohnräume beziehen können. Das Gebäude mit dem Namen „Finch Cambridge“ ist dabei ziemlich außergewöhnlich, denn es erfüllt den Gebäudestandard mit der höchsten Energieeffizienz. Vergleichen wir das Wohnhaus mit einem durchschnittlichen amerikanischen Haus aus dem Jahre 2016, dann ist „Finch Cambridge“ bis zu 70 Prozent energieeffizienter.

Wie schon oben angedeutet, geht es beim passiven Haus darum, dass sich das Gebäude von selbst reguliert. Das aktive Heizen oder Abkühlen (welches besonders viel Energie verbraucht) soll dabei weitestgehend reduziert werden. Daher ist eine gute Isolierung essenziell. Im Gebäude kommen Fenster mit Dreifachverglasung zum Einsatz, die von isolierten Fensterrahmen umschlossen werden. So soll möglichst wenig Energie durch Umwelteinflüsse „verloren“ gehen. Die Wohnbereiche werden zusätzlich mit besonderen Türen bestückt, um diese möglichst gut zu versiegeln.

Das passive Haus strahlt kaum Hitze nach außen ab (Bild: MIT Technology Review)

Weiterhin ist ein besonders effizienter Wärmetauscher im Einsatz. Wenn es kalt ist, wird die warme, nach außen strömende Luft verwendet, um in das Gebäude hineinströmende Luft aufzuwärmen. Sollte es einmal heiß sein, dann wird die kühlere Luft aus dem Gebäude verwendet, um einströmende Luft abzukühlen. Nur in Ausnahmefällen sollen Klimaanlagen und Heizungen diesen Vorgang unterstützen.

Bisher ist „Finch Cambridge“ erst das zweite Gebäude seiner Art in den Vereinigten Staaten. 2003 baute eine deutsche Architektin das erste passive Haus in Illinois. Die Projektmanagerin des neuen Gebäudes – Michelle Apigian – teilte MIT Technology Review mit, dass die Kosten für die neuartige Bauweise zwar aktuell aufgrund des Mangels an erfahrenen Architektinnen und Architekten marginal höher sind (circa 1 bis 2 Prozent), trotzdem dürften die Preise bald sinken. Bis dahin wird sich auch zeigen, inwieweit „Finch Cambridge“ zu einer nachhaltigeren Lebensweise beigetragen hat.

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Über den Autor

Felix Baumann

Felix Baumann ist seit März 2022 Redakteur bei Basic Thinking. Bereits vorher schrieb er 4 Jahre für den Online-Blog Mobilegeeks, der 2022 in Basic Thinking aufging. Nebenher arbeitet Felix in einem IT-Unternehmen und beschäftigt sich daher nicht nur beim Schreiben mit zukunftsfähigen Technologien.

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