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Giphy ist der nächste Geniestreich von Mark Zuckerberg

Christian Erxleben
Giphy ist jetzt ein Teil der Facebook-Familie. (Foto: Screenshot / Medium)

Für vermutlich 400 Millionen US-Dollar hat Facebook den Animationsdienst Giphy übernommen. Damit könnte Mark Zuckerberg nach WhatsApp und Instagram der nächste geniale Zukauf gelungen sein. Eine kleine Analyse.

Im April 2012 titelte der Tagesspiegel: „Facebook kauft Instagram: Eine Milliarde Dollar für eine Idee.“ Knapp zwei Jahre später schreibt die Süddeutsche Zeitung: „Facebook kauft WhatsApp: Mark Zuckerberg hat verstanden.“ Und nochmal rund sechs Jahre später lautet die Schlagzeile: Facebook kauft Giphy.

Mark Zuckerbergs Investitionen in die Zukunft

Die Entwicklung der Überschriften alleine zeigt: Zu Beginn ist es Facebook-Chef Mark Zuckerberg gelungen, die Wirtschaft mit seinen Übernahmen zu überraschen.

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Warum ist ein Bildernetzwerk mit ein paar Millionen Nutzern schon eine Milliarde US-Dollar wert? Warum ist ein beliebiger Messenger, dessen Aufbau und Struktur keine wirklichen Besonderheiten aufweisen schon 19 Milliarden US-Dollar wert? Und warum ist ein Animationsdienst für bewegte Bilder immerhin kolportierte 400 Millionen US-Dollar wert?

Die Antwort auf diese Fragen fällt Mark Zuckerberg leicht: Die Dienste sind es aktuell noch nicht wert. Allerdings ist er mit jeder Übernahme eine Wette auf die Zukunft eingegangen – und wirklich jedes Mal hat sie sich ausgezahlt.

WhatsApp ist der größte Messenger der Welt und in den meisten Ländern der Welt die unangefochtene Nummer ein. Instagram ist das zweitgrößte soziale Netzwerk der Welt und die wichtigste Anlaufstation für die junge Generation.

Giphy ist beliebt, integriert und hat ein universelles Geschäftsmodell

Nun also Giphy. Die Übernahme des Animations- und Kreativ-Dienstleisters kommt wieder einmal überraschend. Zugleich ergibt sie jedoch wieder einmal sehr viel Sinn. Warum?

Die digitale Kommunikation wird schon heute bestimmt durch die bewegten Bilder. Kaum ein WhatsApp-Chat kommt ohne sie aus und auch in den Kommentarspalten in sozialen Medien oder in Berichten von Magazinen finden sie sich wieder. Sie sind das neue, universelle Kommunikationsmittel.

Dementsprechend tief ist Giphy auch integriert im Internet des Jahres 2020. Fast jeder digitale Dienst hat Giphy über die offizielle Schnittstelle eingebunden, denn wer heute keine GIFs bietet, ist schon fast etwas altmodisch.

Eben jene Integration ist für Facebook selbstverständlich enorm wichtig, denn damit fällt die mühsame Implementierung der Dienste einfach weg. Aus eben jenem Grund sollen die Funktionen auch weiterhin allen Anbietern zur Verfügung stehen – zumindest vorerst.

Die nächste Stufe im Social Media Markting

Zuletzt passt die Vermarktung gut ins Anzeigengeschäft von Facebook. Schon heute bezahlen Unternehmen und Werbungtreibende für gebrandete Inhalte bei Giphy. Dieses Geschäftsmodell lässt sich wunderbar ins Ökosystem von Facebook übertragen.

Und wer weiß: Vielleicht steht uns in einem oder zwei Jahren die Option zur Verfügung, dass wir ein GIF von Giphy für unsere Anzeigen bei Facebook, Instagram und Co. verwenden können. Somit würde sogar das klassische bewegte Banner noch einmal sein Revival feiern.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.