Autohersteller und Mobilityanbieter leiden unter der Krise

Nicole Scott

Die Auswirkungen der Corona Krise auf die Automobil- und Mobilitywirtschaft sind erheblich. Sie könnte für massive Verschiebungen auf dem Markt sorgen.

Es ist nicht so, dass es den Autoherstellern gerade besonders gut geht. Die Umstellung auf die E-Mobilität, der Dieselskandal und die Digitalisierung haben die Unternehmen seit einigen Jahren unter Druck gesetzt. Zwar wiesen für das Geschäftsjahr noch alle deutschen Hersteller einen Gewinn aus, aber der war deutlich schmaler, als in den letzten Jahren. Nachdem die Produktion und der Verkauf in China in den Monaten Januar und Februar eingestellt war, folgt nun Europa. Bei allen Herstellern stehen die Bänder still, Autohäuser haben geschlossen.

Die Verluste, die nun entstehen, werden schwer zu verkraften sein. Zumal es im Moment auch so aussieht, als würde die Krise in Europa länger andauern. Die Produktionsausfälle sind Immens. Pro Jahr werden alleine in Deutschland 4.7 Millionen Fahrzeuge produziert. Pro Monat sind das rund 390.000 Fahrzeuge. Viele davon sind zwar schon geordert und können jetzt nicht ausgeliefert und damit voll bezahlt werden.

Da die OEMs nicht mehr produzieren, steht auch die Produktion bei den Zulieferer still. Zwar können einige Bauteile auf Halde produziert werden, aber die Just-In-Time Lieferketten sind nicht darauf ausgerichtet, große Menge an Bauteilen zwischenzulagern. Insgesamt sind vom Stillstand 14 Millionen Arbeitsplätze in Europa betroffen und vor allem die kleinen Zulieferer werden schnell in finanzielle Probleme kommen.

Einen kleinen Lichtblick gibt es allerdings für die Hersteller: China. Dort, wo die Krise ihren Ursprung hat, scheint man die Sache so langsam in den Griff zu bekommen. Die Stadt Wuhan steht zwar weiter komplett unter Quarantäne, aber im restlichen Land läuft die Industrieproduktion wieder an. Da die deutschen Hersteller zwischen 30 und 40 Prozent ihrer Umsätze in China erwirtschaften, ist das ein Silberstreif am Horizont.

Wenn die Lage für die Automobilhersteller schon extrem schwierig ist, so ist sie für fast alle Mobilityanbieter geradezu verzweifelt. Vor allem die Anbieter von E-Scootern stehen vor großen Problemen. In Europa haben viele Staaten und Städte strenge Ausgangsbeschränkungen erlassen, dazu kommt, dass viele Menschen im Homeoffice arbeiten. Einige Anbieter haben daher ihre Roller schon von der Straße genommen.

Das Problem der meisten Startups liegt in deren knappen Finanzierung. Bisher leben die Unternehme von den Finanzierungen und die operativen Kosten sind höher, als die Einnahmen. Die Zeit für weitere Finanzierungen ist denkbar schlecht. Daher ist davon auszugehen, dass am Ende der Krise einige Anbieter schließen müssen.

Nicht viel, aber immerhin etwas besser sieht es bei den Ride- und Carsharing-Anbieter aus. Deren Geschäft liegt zwar auch am Boden, aber nicht so stark, wie bei anderen. Uber hat in den USA einen Rückgang von knapp 30 Prozent bei den Buchungen verzeichnet, allerdings stammen die Zahlen noch aus der letzten Woche. Ähnlich sieht es beim Carsharing aus, wo die Buchungen ebenfalls eingebrochen sind. Allerdings sind die großen Anbieter entweder mit genügend eigenen Bargeldreserven ausgestattet (Uber, Lyft) oder sie hängen am Tropf der Hersteller (ShareNow).

Immerhin gibt es einen Bereich, der gerade wächst. Anbieter von Leihfahrrädern erleben einen Boom. Das liegt zum einem an den langsam steigenden Temperaturen, zum anderen aber auch daran, dass viele Pendler nun auf den ÖPNV verzichten. Es ist also nicht alles ganz schlecht.

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