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Eine Einstellung, die alle Personaler von Google übernehmen sollten

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Die Anzeigen-Beschränkungen von Google könnten sich auch Personal-Verantwortliche zum Vorbild nehmen. (Foto: Unsplash.com / Jonathan Borba)
geschrieben von Christian Erxleben

Google beschränkt die Möglichkeiten von Werbungtreibenden bei Job-Anzeigen. Ein Targeting aufgrund von Faktoren wie Geschlecht, Alter oder Familienstand ist in Zukunft nicht mehr möglich. Davon können auch Personaler und Human-Resources-Abteilungen etwas lernen. Eine Einordung.

Am 25. Mai 2020 wurde der 46-jährige George Floyd in der US-amerikanischen Stadt Minneapolis während einer gewaltsamen Festnahme von Polizei-Beamten getötet. Daraufhin entbrannten in den USA und rund um den Globus Proteste und Diskussionen.

In der Folge der sogenannten „Black Lives Matter“-Bewegung haben auch viele Unternehmen ihren Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern hinterfragt. Dazu zählt beispielsweise auch Google.

Google beschränkt Targeting-Optionen bei Job-, Immobilien- und Kredit-Anzeigen

So kündigte der Suchmaschinen-Konzern aus dem kalifornischen Mountain View an, dass „so bald wie möglich“ weitreichende Änderungen im Bereich des Anzeigen-Targetings erfolgen sollen.

Laut einem Bericht der US-amerikanischen Marketing-Magazins Ad Age will Google Werbungtreibende in ihren Anzeigen und deren Ausspielung beschränken. Demnach löscht das Unternehmen bei Job-, Immobilien- und Kredit-Anzeigen folgende Targeting-Optionen:

  • Geschlecht
  • Alter
  • Elternstatus
  • Familienstand
  • Postleitzahl

Dadurch soll die Diskriminierung von einzelnen Personen oder kompletten Personengruppen deutlich erschwert werden.

Google als Vorbild für alle Personaler

Selbstverständlich beginnt und endet die Diskriminierung von Minderheiten nicht bei Anzeigen bei Google, Facebook und Co. Aufgrund der bisherigen Möglichkeiten konnten Personaler jedoch gezielt Menschen ausschließen, die sie auf einer bestimmten Stelle nicht sehen wollten – und das unbemerkt.

Wichtig ist jedoch, dass die Ideen und Ansätze von Google eigentlich in alle Bewerbungsprozesse integriert werden. Das bedeutet: Personal-Verantwortliche und Human Resources rund um den Globus müssen ihre Verfahren grundlegend verändern.

Es ist zwar eigentlich keiner expliziten Erwähnung wert: Trotzdem ist an der Zeit, dass auch das letzte Unternehmen neue Mitarbeiter aufgrund unabhängiger Kriterien einstellt. Wenn ein Mitarbeiter qualifiziert ist, sollten Faktoren wie Alter, Geschlecht, Herkunft oder Sprache schlichtweg keine Rolle mehr spielen.

Wir brauchen eine Gesellschaft, in der alle Menschen gleich behandelt werden. Und genau dazu können auch Personaler einen großen Anteil beitragen. Schließlich bestimmen sie über die Diversität im Arbeitsmarkt.


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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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