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Nach Tik Tok: Auch LinkedIn kopiert Zwischenspeicher ungefragt

Christian Erxleben
Auch LinkedIn hat deine Zwischenablage analysiert. (Foto: Unsplash.com / Greg Bulla)

Ein neues Sicherheitsfeature bei iOS 14 informiert Nutzer darüber, ob Anwendungen den Zwischenspeicher scannen und mitlesen. Nachdem bereits Tik Tok der ungefragten Spionage überführt worden ist, muss jetzt mit LinkedIn der nächste große Player Eingeständnisse machen.

Es sind in vielen Fällen die kleinen Veränderungen, die im Endeffekt die größten Auswirkungen haben. Das gilt auch für das neue Betriebssystem iOS 14, das Apple erst kürzlich vorgestellt hat und vermutlich ab Herbst 2020 für Nutzer zur Verfügung steht.

Apple erhöht Privatsphäre für Nutzer

So bringt Apple mit dem Release auch einige neue Features mit Blick auf die Selbstbestimmung, Datenhoheit und Privatsphäre der eigenen Nutzer heraus. Eines davon betrifft die Zwischenablage des iPhones.

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Konkret geht es darum, dass iPhone-Nutzer darüber informiert werden, wenn bestimmte Apps die Inhalte aus dem Zwischenspeicher deines Smartphones ungefragt mitlesen. Damit handelt es sich de facto um ein Anti-Spionage-Feature.

Das ist insofern gleich auf mehreren Ebenen interessant, da synchronisierte iPhones, iPads und Macbooks beispielsweise ebenfalls über einen gemeinsamen Zwischenspeicher verfügen. Wenn also eine App auf deinem iPhone deinen Zwischenspeicher scannt, scannt sie zugleich auch dein Macbook.

Auch LinkedIn analysiert den Zwischenspeicher deines iPhones

Weil ein Pop-up erscheint, sobald eine Anwendung deine Zwischenablage ausliest, fällt eine derartige Spionage in der Beta-Version von iOS 14 schnell auf. Der erste prominente Nutznießer war in diesem Fall die beliebte Kurz-Video-App Tik Tok.

Jetzt haben mehrere Entwickler festgestellt: Auch LinkedIn spioniert iPhone-Nutzer ungefragt aus. Das heißt: Jedes Wort auf deinem iPhone, iPad oder Macbook geht an LinkedIn. Das veranschaulicht ein Twitter-Nutzer in seinem Video auf sehr nachvollziehbare Art.

Gegenüber dem Technologie-Magazin Zdnet erklärte ein Sprecher von LinkedIn, dass es sich bei der Funktion um einen „Fehler“ gehandelt hat.

LinkedIn-Ingenieur Erran Berger ergänzt auf Twitter, dass der Zwischenspeicher nur ausgelesen wird, um festzustellen, ob die Eingabe der Tastatur und die Ausgabe im Textfeld übereinstimmen.

Dauerhaft speichert das Business-Netzwerk die Daten aus der Zwischenablage angeblich nicht. Ob wir das LinkedIn glauben, muss letztendlich jeder Nutzer für sich selbst entscheiden.

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Christian Erxleben arbeitet als freier Redakteur für BASIC thinking. Von Ende 2017 bis Ende 2021 war er Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig.