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Aufgaben, Fähigkeiten, Alltag: Was macht ein Head of Channel?

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geschrieben von Christian Erxleben

Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt von Grund auf. Deshalb entstehen neue Berufsbilder. Doch was versteckt sich hinter den Bezeichnungen? Das möchten wir in „Und was machst du so?“ greifbar machen. Heute: Tim Geßler und der Beruf des Head of Channel.

Der Start in den Tag als Head of Channel

Tim, du arbeitest als Head of Channel bei Klein aber. Beschreibe uns doch einmal in vier Sätzen, wie du deinen Beruf neuen Freunden erklärst.

Ich bin der Dirigent des Kanals – OK, was bedeutet das im Detail? An erster Stelle gebe ich die Richtung des Kanals vor. Dabei bündele ich die inhaltliche Abstimmung mit dem Kunden, die Daten aus den verschiedenen Analysen, die Redaktionsleitung inhouse und die Qualitätskontrolle unseres produzierten Contents.


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Das heißt, dass das Feedback für Texte, Videos und Konzeptionen genauso dazugehört, wie auch die grundsätzliche Entwicklung des Kanals immer im Blick zu behalten.

Wie sieht ein normaler Tag in deinem Beruf aus?

Ein normaler Tag bei mir besteht aus drei Teilen: der Analyse, dem Tagesgeschäft und der fortlaufenden Optimierung.

Bei der Analyse geht es vor allem darum zu gucken, was zuletzt funktioniert hat und was nicht. Dabei müssen natürlich Learnings gezogen werden, die dann im nächsten Schritt angewendet werden. Auch bei positiven Ergebnissen ist die Arbeit nicht zu Ende. Da stellt sich für mich dann die Frage, wie man das Thema erweitert nutzen kann.

Die redaktionelle Leitung spielt in meinem Tagesgeschäft die Hauptrolle. Ich muss Sprecher-Texte feedbacken oder auch mal selbst schreiben, die Videos anschließend ebenfalls feedbacken oder Input zu Titeln und Thumbnails geben.

Und dann gibt es noch die Kanal-Ausrichtung. Hier drehe ich jeden Tag an den verschiedenen Stellschrauben des Kanals. Das Ziel ist es, diesen konstant zu optimieren. Dabei helfen die Analysen des eigenen Kanals – aber auch die der Konkurrenz. Welche Trends zeigen sich und wie kann man selbst welche etablieren?

In unserem Fall ist die Markengeschichte ein großer Benefit, den wir immer wieder auf unterschiedliche Art für uns nutzen. Sollten kurzfristige Ideen entstehen oder Anfragen von Kunden kommen, geht es meistens darum, die Notwendigkeit und Priorität festzulegen und nächste Schritte zu koordinieren.

Und womit startest du in den Tag?

Mit einem Pott Kaffee. Dann checke ich die Kanal-Analytics und gucke, was sich in der Welt noch so getan hat, damit wir gegebenenfalls darauf reagieren können. Dann beantworte ich Mails vom Vorabend. Und dann gibt es noch mal einen Pott Kaffee.

Tim Geßler, Head of Channel, Klein aber

Tim Geßler, Head of Channel bei Klein aber.

Die Aufgaben als Head of Channel

Welche Aufgaben fallen in deinen Bereich?

Ich denke, dass beobachten und reagieren ganz weit oben auf der Liste meiner Aufgaben stehen. Im Idealfall weiß ich schon, bevor es zu einer Herausforderung kommt, wie wir sie als Team meistern können. Jeder bringt seine Stärken mit – und die sollen natürlich auch in das Projekt fließen.

Ähnlich verhält es sich in der Kunden-Kommunikation. Wenn ich meine Hausaufgaben gemacht habe, weiß ich in der Regel, mit welcher Anfrage der Kunde auf uns zukommen wird und habe dafür direkt ein Angebot in der Hinterhand.

Wie definierst und interpretierst du deinen Job als Head of Channel persönlich?

Es ist ein konstantes Hinterfragen und Unzufriedensein – das aber im besten Sinne der Sache. Ich kann und will mit dem Kanal nie zufrieden sein, damit die Entwicklung nicht einschläft. Stagnation ist da einfach keine Option.

Es geht nicht nur darum, die Qualität zu halten, sondern diese konstant zu verbessern. Und das geht nur, wenn man immer wieder hinterfragt, ob die Formate, die Tonalität und die Strategie relevant und, in unserem Fall, unterhaltsam sind.

Ich bin also auch der Typ, der mal die eher unangenehmen Fragen stellt:

  • Macht die Richtung gerade überhaupt Sinn?
  • Auch wenn der Ansatz gut ist: Passt er in den Kanal?
  • Ist die Qualität gerade nur ausreichend oder mindestens gut?

Und wenn diese Fragen nicht zufriedenstellend beantwortet werden können, suche ich nach einer Lösung, damit es eben eine klare Antwort gibt.

Wie ist deine Stelle in die Unternehmensstruktur eingegliedert? Das heißt: An wen berichtest du und mit wem arbeitest du zusammen?

Als Head of Channel halte ich direkte Rücksprache mit dem Kunden und unseren Gewerken inhouse. Wenn man so will, bin ich der Knotenpunkt von Klein aber nach draußen.

Das heißt natürlich auch, dass ich die Informationen filtere und entsprechend zuweise – ausgenommen von Produktionskosten und -Ressourcen. Da bin ich sehr dankbar, dass der Bereich nicht von mir kommuniziert wird, denn Zahlen liegen mir nicht so sehr wie Worte.

Spaß und Dankbarkeit in deinem Beruf

Selbstverständlich wird die Rolle eines Head of Channel in jedem Unternehmen unterschiedlich ausgelegt. Welche Perspektiven kommen bei dir zu kurz, die grundsätzlich zum Berufsbild gehören?

Manchmal fällt es mir schwer, mich emotional von dem Projekt zu distanzieren. Man sollte nicht vergessen, dass es sich um einen Auftrag handelt und eben nicht um das eigene Baby.

Ich denke einerseits, eine etwas objektivere Herangehensweise würde mir oft etwas Stress ersparen. Andererseits glaube ich aber auch, dass darunter die Qualität vielleicht etwas leiden würde – die kleinen Details, die die Community immer wieder positiv hervorhebt.

Ich denke außerdem, dass in anderen Bereichen die nackte Analyse anhand von Zahlen noch mal eine größere Rolle spielen kann. Aber wie schon angesprochen: Zahlen sind nicht meine besten Freunde. Da haben zum Glück andere in unserem Team mehr Skills.

Was macht dir an deinem Job am meisten Spaß?

Wir sprechen hier immerhin von Content für Videospiele – da ist Spaß das Fundament. Für diesen Kunden darf ich mit meinem Team kreativ und relativ uneingeschränkt Content produzieren. Der Kanal ist, mit Blick auf Auftragsproduktionen der Vergangenheit, ein Abenteuerspielplatz der Extraklasse.

Wenn ich den Job unabhängig vom Kunden betrachte, macht es mir am meisten Spaß, wenn meine Strategien aufgehen und wenn ich erkenne, was man optimieren kann und das dann positiv aufgenommen wird – sowohl im Team, als auch beim Kunden und schlussendlich auch bei den Konsumenten.

Diese Bestätigung ist unbezahlbar.

Wofür bist du besonders dankbar?

Das lässt sich schnell beantworten. Sehr dankbar bin ich für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird – firmenseitig von meinen Vorgesetzten und ebenfalls kundenseitig. Unsere Ideen werden ernst genommen und unsere Kunden probieren lieber mal etwas aus, als direkt zu verneinen.



Und wie wird man jetzt ein Head of Channel?

Insbesondere in der Digital-Branche gibt es häufig nicht mehr die klassische Ausbildung. Wie bist du zu deiner Stelle gekommen?

Erwartungsgemäß bin ich über zig Umwege an meine jetzige Stelle gekommen. Ein Bonus war vermutlich mein Volontariat in einer bekannten Gaming-Redaktion. Auf der anderen Seite bin ich damals bei Klein aber für einen ganz anderen Bereich angestellt worden.

Das mag vielleicht hochtrabend klingen, aber ich habe immer versucht mich weiter zu entwickeln. Am Ende wurde mir die Chance gegeben, mich in diesem Bereich zu beweisen. Dieser Herausforderung habe ich mich gestellt – und bis dato geben uns die Zahlen recht.

Welchen Tipp würdest du einem Neueinsteiger oder interessierten Quereinsteiger geben, der auch Head of Channel werden will?

Zuhören und Nachfragen sind essentielle Fertigkeiten, die zu meinem Job gehören. Und mit Zuhören meine ich nicht, dass man der Kummerkasten der Kollegen ist. Es geht darum, aufmerksam zu sein. Wo brennt es gerade, was hat Relevanz und was ist unwichtig?

Abseits davon hilft auch strategisches Denken. Man sollte bei Problemen nie ab- oder aufschieben, sondern einen Lösungsansatz erarbeiten. Wenn man damit dann Hilfe braucht oder nicht weiter kommt, kann man immer noch um Hilfe bitten.

Und am Ende sollte man nie aus den Augen verlieren, dass man Content produziert, den man selbst gerne konsumieren würde. Man kann nicht von jedem Kunden oder Produkt die Zielgruppe sein. Das sollte aber nie zur Ausrede werden, den Content nicht kreativ und einzigartig produzieren zu können.

Selbst eine Plastiktüte im Wind kann mit der richtigen Inszenierung das Schönste sein, was man je gefilmt hat.

Vielen Dank, Tim!


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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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