Social Media Wirtschaft

Diese Kreditkarte löst das Problem von vielen Influencern

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Diese Kreditkarte soll die Lösung für viele Influencer sein. (Foto: Unsplash.com / Avery Adams)
geschrieben von Christina Widner

Influencer und YouTuber sind keine Seltenheit mehr. Trotzdem gelingt nur wenigen der ganz große Erfolg. Um zu wachsen, ist manchmal ein Kredit notwendig. Das Problem: Keine Bank gibt den Influencern Geld. Die Influencer-Kreditkarte von Karat könnte die Lösung sein.

Das erste Produkt von Karat ist die Karat Black Card. Sie ist eine spezielle Influencer-Kreditkarte mit Kreditlinien ab 50.000 US-Dollar. Die Vergünstigungen können individuell angepasst werden. Das Limit hängt von den sozialen Kennzahlen, den Einnahmequellen und dem Bargeldbestand eines Influencers ab.

Für die Ausgabe der Karten ist Karat eine Partnerschaft mit dem Zahlungsunternehmen Stripe eingegangen, das Ende letzten Jahres seine eigene Unternehmenskarte eingeführt hat. Das Ziel von Karat: Die eigene Kreditkarte soll in die Geldbörse eines jeden Influencers.


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Bank setzt Kreditlimit – trotz Millionen-Einkünften

„Wir haben tatsächlich Kunden, die Millionen von US-Dollar verdienen. Trotzdem hatte die Bank ihnen eine Karte mit einem Kreditlimit von 10.000 US-Dollar gegeben“, sagt Eric Wei, Mitbegründer von Karat.

„Wir haben Influencer getroffen, die über 100.000 Dollar auf einem PayPal-Konto haben – sie benutzen nicht einmal eine Bank.“

Als ehemaliger Produktmanager bei Instagram war Wei erstaunt, wie viel Geld einige Influencer auf der Plattform verdienen. Noch schockierter war er, als er sah, wie viele dieser Influencer sich von Finanzprodukten wie Kreditkarten und Hypotheken abwandten.

Schätzungen von Karat: Weltweit über eine Millionen Influencer

Schätzungen zufolge wird der Markt der Influencer in nur wenigen Jahren einen Wert von fast 15 Milliarden US-Dollar erreichen.

Nach Karats eigener Zählung gibt es weltweit über eine Million professionelle Influencer, die mindestens 80.000 Dollar pro Jahr verdienen. Trotzdem haben viele von ihnen Schwierigkeiten, auf die gleichen Ressourcen zuzugreifen wie jemand mit einem traditionelleren Kleinunternehmen.

Ein Teil der Schwierigkeit bei der Kreditvergabe an Influencer besteht darin, dass sich ihre Geschäftsmodelle stark unterscheiden. Das Geld schwankt von Monat zu Monat. Zudem stammt es aus vielen, unterschiedlichen Quellen.

Die Bandbreite reicht dabei von Sponsoren-Verträgen über Beteiligungen an Werbeeinnahmen bis hin zu Abonnements und Spenden von Fans.

Das macht es für Banken schwieriger abzuschätzen, welche Art von Kredit sie einem einzelnen Influencer anbieten sollten. „Es ist komisch zu sehen, wie traditionelle Institutionen mit YouTubern zusammenarbeiten“, sagt Spencer Donnelly. Der YouTuber ist besser als „TheRussianBadger“ bekannt. Er hat über 2,7 Millionen Abonnenten und ist durch seine Gaming-Videos berühmt geworden. „Am einfachsten kann man es so ausdrücken, dass jeder denkt, man sei ein Drogenhändler.“

Nicht jede Plattform ist gleich lukrativ

Jede Social-Media-Plattform hat unterschiedliche Möglichkeiten, das Publikum zu monetarisieren. Einige sind lukrativer als andere.

„Ich hätte lieber eine Million Follower auf YouTube als zehn Millionen auf TikTok“, sagt Wei, „da man sowohl aus Werbeeinnahmen als auch aus Kanal-Abonnements Geld erhalten kann, während Tik Tok keine direkten Monetarisierungs-Optionen hat.“

Bei der Beurteilung der Kreditwürdigkeit sucht Karat auch nach Signalen, die darauf hinweisen, dass der Influencer „professionalisiert“ ist. Also beispielsweise die Eingliederung seines Unternehmens oder die pünktliche Beantwortung von E-Mails.

Ebenso ist es wichtig, wie er seine Einnahmen diversifiziert – Affiliate-Links, Google Ad Sense, Sponsoring, Abonnements und Merchandising. Es ist entscheidend, dass es keine Mono-Strukturen gibt. Diese sind zu stark abhängig von einer Plattform.

Keine Nutzungsgebühren oder Zinsen

Karat wirbt damit, dass es keine Nutzungsgebühren oder Zinsen verlangt. Im Moment verdient das Unternehmen Geld aus den Interchange-Einnahmen. Das sind die Gebühren, die die Händler für jede Transaktion zahlen.

Längerfristig plant das Start-up jedoch, in andere Finanzdienstleistungen zu expandieren und zu einer Art „Zentralbank der Influencer“ zu werden.

Wei und Kim sind nicht die ersten Gründer, die in der Kluft zwischen traditionellen Institutionen und einer aufstrebenden Klasse von neuen digitalen Unternehmern eine Geschäftsmöglichkeit sehen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Influencer-Kreditkarte weiterentwickelt.


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Über den Autor

Christina Widner

Christina Widner ist Service-Redakteurin bei BASIC thinking, Mobility Mag und BASIC fitness.

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