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„Letzte sonnige Ecke des Internets“: Jetzt geht Tik Tok in die Eigen-PR-Offensive

Vivien Stellmach
Die eigene Tik-Tok-PR sieht nach einer Verzweiflungstat aus. (Foto: Unsplash.com / konkarampelas)

Tik Tok ist „die letzte sonnige Ecke des Internets“ – zumindest, wenn es nach der Kurzvideo-App selbst geht. Weil die Plattform in den USA kurz vor dem Aus steht, rührt sie jetzt mit eigener Tik-Tok-PR kräftig die Werbetrommel. Nur eine Verzweiflungstat? Ein Kommentar.

Das Ende von Tik Tok in den USA rückt immer näher. Nach der neuesten Anordnung von Donald Trump bleiben dem chinesischen Mutterkonzern Bytedance nur noch 90 Tage Zeit für eine Rückabwicklung des Kaufes des Tik-Tok-Vorgängers Musically aus dem Jahr 2017.

Die Frist kann einmalig um weitere 30 Tage verlängert werden, danach folgt aber ein Tik-Tok-Verbot in den USA. Kampflos will Tik Tok sich natürlich nicht ergeben. Das macht die Kurzvideo-App jetzt nochmal deutlich – und zwar mit eigener Öffentlichkeitsarbeit.

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Tik-Tok-PR: Kurvideo-App ist „die letzte sonnige Ecke des Internets“

Tik Tok hat also eine eigene PR-Plattform in den USA gestartet. Dort will die App sich Trump entgegenstellen und „Fake News“ aus den Medien gerade rücken.

Das klingt erstmal sehr nach Werbung und Lobhudelei für sich selbst. Und tatsächlich: Die Tik-Tok-PR beschreibt die App sogar als „letzte sonnige Ecke des Internets“.

Zusätzlich findet man auf der PR-Plattform eigene Statements und positive Medienberichte. Tik Tok möchte sich also unbedingt ins beste Licht rücken.

So heißt es ebenfalls, dass Tik Tok „das tägliche Ziel für Millionen von Menschen“ sei, „sich kreativ auszudrücken, unterhaltsame Inhalte zu konsumieren und sich mit einer vielfältigen, globalen Gemeinschaft zu beschäftigen, die Grenzen überschreitet.“

Kommunikative Gegenwehr auf Twitter

Die veröffentlichte Webseite ist aber nicht das einzige Mittel, auf das Tik Tok aktuell zurückgreift. Die App hat auch einen neuen Twitter-Account gestartet, auf dem kommunikative Mitarbeiter offenbar ebenfalls Tik-Tok-PR betreiben.

Der Account dient wohl auch dazu, schnell und direkt auf angreifende Statements von US-Präsident Donald Trump reagieren zu können. Twitter ist dafür als Kurznachrichten-Dienst natürlich die ideale Plattform.

Der normale Tik-Tok-Account scheint sich jedoch aus dem PR-Getümmel herauszuhalten. Er dient wohl nach wie vor dazu, Nutzer zu unterhalten.

Die Tik-Tok-PR kann auch schlechten Datenschutz nicht schön reden

So oder so hat Tik Tok scheinbar nicht berücksichtigt, dass PR keine klassische Werbung ist, sondern vielmehr ein wichtiger Baustein der Unternehmenskommunikation.

Die Tik-Tok-PR wirkt wie eine Verzweiflungstat, die App noch irgendwie schön zu reden. Dabei ist offenbar in Vergessenheit geraten, dass gute PR starke Inhalte bieten sollte. Tik Tok wirbt hingegen mit leeren Behauptungen nur für sich selbst. Das ist nicht gerade professionell.

Und auch den offenbar zumindest zweifelhaften Datenschutz kann die Tik-Tok-PR natürlich nicht so einfach schön reden.

Das Unternehmen betont stattdessen nur noch einmal, dass die originale App in China nicht verfügbar sei und US-amerikanische Nutzer-Daten im US-Bundesstaat Virgina gespeichert würden – mit dem Zusatz, dass es „unter strengen Kontrollen“ ein Backup in Singapur gebe.

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Vivien Stellmach war von Mai 2019 bis November 2020 Redakteurin bei BASIC thinking.