Das Smartphone, die Smartwatch, der Fernseher oder der Laptop. Alle haben eines gemeinsam: Innerhalb der Geräte sind wertvolle Materialien verbaut, doch früher oder später landen diese auf dem Sperrmüll. Dass die verbauten Ressourcen endlich sind, haben inzwischen (fast) alle Unternehmen gesehen und versuchen, möglichst viele Teile zu recyceln. Meist ist dies aber nicht gerade umweltfreundlich.
Aber fangen wir zunächst bei den Fakten an. Würden wir sämtlichen Elektroschrott, der jährlich auf dem Müll landet, auf eine Waage stellen, dann könnten wir eine sehr hohe Zahl sehen. The Conversation vergleicht diese Zahl mit dem Gewicht sämtlicher kommerzieller Flugzeuge, die bisher gebaut wurden oder aber mit 5.000 Eiffeltürmen. Nüchtern betrachtet handelt es sich um 44,7 Millionen Tonnen E-Schrott.
Die Europäer und Amerikaner sind alleine für knapp die Hälfte der Müllberge verantwortlich, Europa produziert alleine 12 Millionen Tonnen. Geht es in diesem Tempo weiter, dann landen bis 2050 120 Millionen Tonnen Elektroschrott auf Mülldeponien und werden verbrannt oder gar illegal gehandelt. Der Löwenanteil des Schrotts wird dabei nach Afrika und Asien verschifft.
Deswegen und wegen der oben angesprochenen Rohstoffknappheit wird Recycling immer wichtiger. Denn in 10 Jahren könnte Indium knapp werden, in 15 Jahren Platin und in 20 Jahren schlussendlich Silber. Heutige Recyclingprozesse sind aber meist noch sehr aufwendig und umweltschädlich, Pyrometallurgie und Hydrometallurgie werden heute hierfür am häufigsten angewendet. Dabei wird unter hohen Temperaturen und unter Einsatz von giftigen Chemikalien die einzelnen Bestandteile voneinander getrennt.
Bioleaching könnte hier die Lösung sein. Dabei werden nicht-giftige Mikroben (Bakterien und Pilze) eingesetzt, um Metalle von anderen Stoffen zu trennen. Bisher wird dieses Mittel nur im Labor eingesetzt, trotzdem erhofft man sich zeitnah die Methode breit in der Industrie auszurollen, um möglichst viele Rohstoffe nach jahrelanger Nutzung erneut zu verwenden.
Es bleibt also spannend, was die nächsten Jahre in diesem Bereich bringen werden. Zumindest ist inzwischen ein Trend bei Konsumenten und Herstellern erkennbar: Während Erstere ihre Geräte inzwischen gefühlt wieder etwas länger benutzen, ergreifen letztere bereits Eigeninitiative, um ihre Produkte wiederzuverwerten.
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