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Warum Amazon-Lieferanten ihre Smartphones in Bäume hängen

Vivien Stellmach
Chicago: In den Bäumen vor Pickup-Stationen hängen Amazon-Lieferanten aus Verzweiflung ihre Smartphones auf. (Foto: Unsplash.com /U brianangelo)

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In der Nähe von Chicago hängen Amazon-Lieferanten gerade ihre Smartphones in Bäume, die in der Nähe von Amazon-Abgabe-Stationen und Whole-Foods-Supermärkten stehen. Was wie ein Scherz klingt, ist leider nicht weniger als ein Akt der Verzweiflung.

Paket-Lieferanten haben es ganz oft nicht leicht, denn meistens sind die Arbeitsbedingungen nicht optimal und die Bezahlung alles andere als hoch. In den USA sieht das natürlich vor allem in der Corona-Krise nicht anders aus.

Die Arbeitslosenquote in den Vereinigten Staaten liegt momentan bei rund zehn Prozent. Viele Menschen ergreifen also aus reiner Verzweiflung alle Job-Möglichkeiten, die sich ihnen bieten.

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Fahrer von Amazon Flex konkurrieren zum Beispiel gegenseitig um Aufträge, auf die sie wirklich angewiesen sind, um überhaupt ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

Amazon Flex ist ein Uber-ähnliches Geschäftsmodell, mit dem Privatpersonen in ihren eigenen Autos Lieferungen austragen und sich damit Geld dazuverdienen können.

Amazon-Lieferanten hängen Smartphones in Bäume

Idealerweise wollen die Fahrer natürlich so viele Aufträge wie möglich aufschnappen. Und genau aus diesem Grund hängen Amazon-Lieferanten in der Nähe von Chicago auch gerade ihre Smartphones in die Bäume. Das berichtet das US-amerikanische Nachrichtenportal Bloomberg.

Das hat folgenden Grund: Amazon vergibt seine Aufträge immer an den Zusteller, der sich gerade am nächsten an der jeweiligen Abgabe-Station befindet. Die Smartphones hängen deshalb in der Nähe von Amazon-Abgabe-Stationen und Whole-Foods-Supermärkten.

Mit einem zweiten Smartphone, das mit dem in dem Baum hängenden Gerät gekoppelt ist, aktualisieren sie die Amazon-Flex-App dann so oft, bis ein Auftrag für sie verfügbar ist.

Ein Akt der Verzweiflung

Amazon selbst hat sich noch nicht dazu geäußert. Hintergrund für den Akt der Verzweiflung dürfte aber die hohe Arbeitslosigkeit und schlechte Bezahlung in vielen Berufen sein.

Die Menschen in den USA scheinen sich demnach auf jede erdenkliche Art, Geld dazuverdienen zu wollen. Laut Bloomberg verdienen die Amazon-Lieferanten pro Auslieferung 15 US-Dollar. Da macht ein gut positioniertes Smartphone am Tag schnell einen Unterschied von 100 US-Dollar oder mehr aus.

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Vivien Stellmach war von Mai 2019 bis November 2020 Redakteurin bei BASIC thinking.