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3 psychologische Langzeitfolgen von dauerhafter Heimarbeit

Trauer, Depression, Psychologie, Heimarbeit
Vor allem Menschen, die keine Heimarbeit gewöhnt sind, leiden unter den psychologischen Folgen. (Foto: Pexels.com / cottonbro)
geschrieben von Christian Erxleben

Remote Work gehört für viele Arbeitnehmer mittlerweile zum Alltag. Doch was passiert, wenn wir dauerhaft mit Heimarbeit konfrontiert sind? Daraus können sich bei einigen Angestellten negative, psychologische Langzeiteffekte entwickeln. Die drei häufigsten Folgen.

Wir haben keine Daten über unsere Zukunft. Deshalb können wir keine zuverlässigen Aussagen über die Entwicklung unserer Gesellschaft oder von bestimmten Feldern in den nächsten Monaten und Jahren treffen.

In den meisten Bereichen handelt es sich nur um Vermutungen, die auf Zahlen und Fakten aus der Vergangenheit beruhen. Aus diesem Grund können wir auch nicht mit vollständiger Sicherheit voraussagen, welche psychologischen Konsequenzen durch dauerhafte Heimarbeit bei Menschen entstehen.

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3 psychologische Langzeitfolgen von fortgesetzter Heimarbeit

Tomas Chamorro-Premuzic ist ein Experte für das Training von Führungskräften und die persönliche Entwicklung von Arbeitnehmern. Er sagt, dass die Folgen von Remote Work mit denen von Social-Media-Sucht durchaus vergleichbar sind.

Doch welche Langzeiteffekte erwarten Angestellte nun, wenn sie auf unbestimmte Zeit im Home Office sitzen und der zwischenmenschliche Kontakt mit den Kollegen ausbleibt? Die drei häufigsten und wahrscheinlichsten Folgen wollen wir dir einmal vorstellen.

1. Angst

Grundsätzlich ist Remote Work nichts, was uns Menschen Angst bereitet. Problematisch wird es jedoch, sobald der Faktor Zeit eine Rolle spielt. Denn sobald wir nicht mehr wissen, wie lange wir uns mit einem bestimmten Zustand arrangieren müssen, verlieren wir die Kontrolle über ihn.

Deshalb ist die erste psychologische Konsequenz von dauerhafter Heimarbeit auch Angst. Viele Mitarbeiter wissen nicht, wie lange sie alleine im Home Office arbeiten. Dadurch werden das gesamte Leben und unser Lebensstil in Frage gestellt.

Wir scheitern daran, logische Entscheidungen zu treffen – zum Beispiel, wo wir leben wollen – und verlieren womöglich die Kontrolle über unser privates Leben.

2. Einsamkeit

Soziale Vereinsamung ist das größte Problem von Remote Work. Das hat sich bereits in den ersten Wochen und Monaten der Heimarbeit herauskristallisiert. Schließlich sind viele Unternehmen und Führungskräfte nicht dazu in der Lage, den Wandel von Präsenzarbeit zu digitaler Kommunikation zu bewältigen.

Das führt dann in der Folge verstärkt zu Einsamkeit. Zudem sorgt der Trend dazu, dass bereits existierende Ungleichgewichte und Rollenbilder bekräftigt werden.

3. Stress

Wer bereits teilweise oder dauerhaft im Home Office arbeitet, hat sich bereits an Remote Work gewöhnt. Diese Arbeitnehmer wissen, was sie benötigen und welche Herausforderungen auf sie zukommen, wenn sie von Zuhause aus arbeiten.

Bei den meisten Menschen ist die Ausgangslage jedoch eine andere. Deshalb entwickeln sie besonders häufig Symptome wie Stress. Sie können ihr bisheriges Leben nicht einfach fortsetzen. Ein kompletter Bereich ihres Alltags hat sich schlagartig verändert. Das sorgt für Stress und mentale Belastung.

Wir können unsere Gene nicht ignorieren

Technologie wie beispielsweise Video-Programme wie Zoom ermöglichen es uns, einige dieser psychologischen Langzeitfolgen von Heimarbeit zumindest teilweise aufzufangen oder abzumildern.

Trotzdem ist ein Video-Call niemals dazu in der Lage, die zwischenmenschliche Erfahrung eines Gesprächs vollständig zu ersetzen. Deshalb ist der wichtigste Punkt beim Blick auf die fortgesetzte Heimarbeit, dass wir unsere biologischen und genetischen Veranlagungen nicht ignorieren dürfen.

Virtueller Kontakt ist nun einmal nicht mehr als ein Ersatz für echte menschliche Kontakte. Wer das als Arbeitnehmer nicht im Büro findet, muss unbedingt die privaten Kontakte intensivieren, um sich nicht in den negativen psychologischen Konsequenzen zu verfangen.

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Über den Autor

Christian Erxleben

Christian Erxleben ist seit Ende 2017 Chefredakteur von BASIC thinking. Zuvor war er als Ressortleiter Social Media und Head of Social Media bei BASIC thinking tätig. Sein Weg zu BASIC thinking führte über die Nürnberger Nachrichten, Focus Online und die INTERNET WORLD Business. Beruflich und privat liebt und lebt er Social Media.

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